Bludenz erzielt besseres Ergebnis als erwartet: Trotzdem steigen die Schulden auf Rekordniveau

Der Rechnungsabschluss der Stadt Bludenz fällt besser aus als gedacht – doch ein Blick auf Schulden und Liquidität zeigt, warum die nächsten Jahre schwierig werden könnten.
Bludenz Die Stadt Bludenz blickt auf ein “sehr intensives, kein einfaches Jahr” zurück. Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Simon Tschann in der letzten Stadtvertretungssitzung den Rechnungsabschluss 2025 ein.
Der Rechnungsabschluss sei “relativ gut ausgefallen”, erklärte Finanzstadtrat Jimmy Heinzl, und betonte, dass im vergangenen Jahr “mit sehr viel Disziplin gewirtschaftet” worden sei. Maßgeblich dafür sei die konsequente Kontrolle der Ausgaben in allen Abteilungen der Stadtverwaltung. Doch auch die Ertragsanteile seien wieder gestiegen und hätten mit einem Plus von rund 500.000 Euro sogar wieder das Niveau von 2022 erreicht – eine Entwicklung, “die so nicht zu erwarten” gewesen sei. Weniger erfreulich entwickelte sich hingegen die Kommunalsteuer: Erstmals seit Jahren sei diese rückläufig und liege um rund 50.000 Euro unter dem Vorjahr.

Unterm Strich steht ein Nettoergebnis von 141.000 Euro, was Heinzl als “überaus positiv” bezeichnete. Während die Personalkosten geringer ausfielen, stieg der Sozialfonds. Das operative Ergebnis bezeichnete Heinzl dennoch als “sehr gut”. Fixe Belastungen wie die Landesumlage in Höhe von 1,8 Millionen Euro seien gesetzlich vorgegeben.

Verschuldung auf Höchststand
Die Verschuldung der Stadt ist gestiegen und hat mit 60,5 Millionen Euro einen Höchststand erreicht. Ein geplanter Verkauf eines 2.500 Quadratmeter großen Grundstücks in Rungelin, der rund zwei Millionen Euro eingebracht hätte, konnte allerdings noch nicht umgesetzt werden. Das hätte die Verschuldung gesenkt. Gleichzeitig investierte die Stadt im vergangenen Jahr 14,45 Millionen Euro – ein ungewöhnlich hoher Wert. Haupttreiber waren die Volksschule Mitte (8,2 Millionen Euro), der Jugend- und Freizeitplatz (1,8 Millionen Euro) sowie das Feuerwehrhaus Bings (1,6 Millionen Euro).

Die hohen Investitionen und steigenden Zins- und Tilgungszahlungen setzen die Liquidität weiter unter Druck. Diese liegt aktuell bei knapp zwei Millionen Euro. Heinzl rechnet damit, dass diese in den kommenden Jahren weiter abschmelzen wird und mahnt zur Vorsicht: “Die aktuelle Entwicklung zeigt klar, dass wir weiterhin sehr vorsichtig agieren müssen.”

Für Stadtrat Bernhard Corn (SPÖ) handelt es sich bei den umgesetzten Projekten um “notwendige, sinnvolle und absolut zukunftsorientierte” Investitionen. Durch den Rechnungsabschluss seien die finanziellen Spielräume für neue Ideen jedoch “sehr begrenzt”. Insgesamt sei aber verantwortungsvoll mit den Mitteln umgegangen worden und man habe “wirklich auf das Geld geschaut”.

Stadtrat Joachim Weixlbaumer (FPÖ) hob hervor, dass das Ergebnis des Rechnungsabschlusses deutlich besser ausgefallen sei als im Voranschlag vorgesehen – eine “sehr vorbildhafte Budgetdisziplin”. Besonders die rückläufige Kommunalsteuer bereitet ihm Sorge: Diese Entwicklung zeige, “dass der Wirtschaftsmotor nicht rund läuft und noch einiges auf uns zukommen wird”.

Auch der Obmann des Prüfungsausschusses, Ricardo Griesser (Neos), sieht die Stadt “in finanziell schwieriger Lage”. Der Abschluss sei dennoch besser ausgefallen als erwartet. Er hofft, dass der eingeschlagene Konsolidierungspfad konsequent weiterverfolgt werde: “Die Kurve kriegen wir, wenn wir daran festhalten und vernünftig mit unserem Geld umgehen.”

Tschann betonte, dass dieser Konsolidierungspfad bereits intensiv verfolgt werde. Gleichzeitig verwies er auf große umgesetzte Projekte, “die wir auch bezahlen müssen”. Die kommenden Jahre würden “kein einfacher Weg”. Umso wichtiger sei es, dass alle an einem Strang ziehen. “Der Rechnungsabschluss 2025 zeigt, dass wir auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleiben.”