„Weil’s dir guat goht“ mit Bigband-Sound in Hörbranz

George Nussbaumer und der Bigbandclub Dornbirn begeistern mit Jazz, Charme und Emotionen.
Alberschwende 30 Jahre nach seinem viel beachteten Auftritt beim Eurovision Song Contest in Oslo präsentierte sich George Nussbaumer gemeinsam mit dem Bigbandclub Dornbirn in Hörbranz zum Auftakt der Kulturreihe „Hörbar“. Mit „For Pete’s Ache“ von Daniel Moore eröffnete die Bigband schwungvoll den Abend und setzte damit gleich zu Beginn ein kraftvolles musikalisches Ausrufezeichen.

Gegründet wurde die Formation 1968 von Militärmusikern. Hervorgegangen war sie aus einem bereits drei Jahre zuvor entstandenen „Tanz- und Unterhaltungsorchester“ unter der Leitung des Blasmusik-Kapellmeisters Toni Huber. Seither hat sich der Bigbandclub Dornbirn über Generationen hinweg einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Unter der heutigen Leitung von Thomas Halfer – Posaunist, Musiklehrer und Kapellmeister des Musikvereins Hörbranz – präsentierten sich die 18 Musiker in beeindruckender Form. Mit großer musikalischer Präzision und feinem Gespür schufen sie die Grundlage für George Nussbaumers unverkennbare Stimme. Von druckvollen Funk-Grooves bis hin zu fein gesponnenen, beinahe seidigen Klangteppichen bei „Feels Like Home“ spannte sich der musikalische Bogen des Abends.

George Nussbaumer, als Sänger und Sprecher (früher mit dem Synonym “schwärzeste Stimme Vorarlbergs” bedacht) weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und geschätzt, zeigte sich dabei in bester Laune. Seine herzliche und humorvolle Art übertrug sich sofort auf das Publikum im voll besetzten Saal. Zwischen den einzelnen Liedern erzählte er immer wieder Anekdoten aus seinem Leben und seiner langen musikalischen Laufbahn – pointiert, charmant und mit viel Selbstironie. Immer wieder wurde herzlich gelacht, ehe das Publikum gebannt den nächsten Songs lauschte.

Profis und ambitionierten Amateurmusikern auf der Bühne
Neben bekannten Klassikern wie „Georgia“ von Ray Charles oder „Just The Two Of Us“ standen auch Eigenkompositionen von George Nussbaumer auf dem Programm. Besonders emotional geriet dabei „Pretty Mama“, ein Stück, das bereits bei der ersten Zusammenarbeit mit dem Bigbandclub Dornbirn im Jahr 1984 erklang. Das Arrangement dazu stammte von Peter Schweizer, dem langjährigen musikalischen Leiter des BBCD, der über 150 Kompositionen schuf und 1987 viel zu früh verstarb.

Auch die Titel „Busted“ und die hymnische Nummer „Strong“ stammen aus der Feder des Sängers selbst. Mit „What A Morning“, geschrieben von Walter Schuler, bewies der Abend zudem die stilistische Vielfalt des Programms.
Besonders bemerkenswert waren die zahlreichen Soli zwischen den Gesangspartien. Ob Saxofon, Trompete, Posaune oder Rhythmusgruppe – jeder Solist setzte starke Akzente und wurde vom Publikum mit viel Applaus bedacht.

“goht guat…”
Zum außergewöhnlich transparenten und ausgewogenen Klang im Saal trug auch Tontechniker Thomas Jochum bei. Auf die Frage, wie ihm dieser kristallklare Sound gelinge, antwortete er mit einem Schmunzeln: „Mit so guata Musikar … goht des guat.“

Mit den Zugaben erreichte der Abend schließlich seinen stimmungsvollen Höhepunkt. Dabei wurde der ursprünglich in Oslo aufgetretene Backgroundchor souverän von der großen Bigband ersetzt. Mit „Weil’s dir guat goht“ erklang genau das Lied, das die Atmosphäre dieses besonderen Konzertabends treffend zusammenfasste. Den emotionalen Schlusspunkt setzte schließlich der Welthit „What A Wonderful World“, einst von Louis Armstrong (auch 1968 entstanden) weltberühmt gemacht. Mit einem herzlichen „Guat Nacht Mitnand“ verabschiedete sich der Sänger schließlich vom begeisterten Publikum. MSO










