„Man hat uns Hilfe versprochen“: Achtalweg-Freunde kämpfen weiter gegen den Verfall

Die Sanierung stockt, doch die Befürworter geben nicht auf und verfolgen große Pläne.
Kennelbach, Doren Wie geht es mit dem Projekt Achtalweg weiter? Nach der Stabilisierung der beiden Brücken im Vorjahr sind im Landesbudget aktuell keine Mittel mehr für weitere Maßnahmen vorgesehen. Die Achtalweg-Freunde, die vor zwei Jahren über 1400 Unterschriften für den Erhalt der historischen Wälderbahntrasse gesammelt haben, bleiben dennoch hartnäckig. „Wir sind dahinter und bleiben auch dahinter“, bekräftigt der ehemalige Langenegger Bürgermeister Kurt Krottenhammer (76). Vor einigen Wochen habe eine Begehung mit den beiden Landesräten Christian Gantner (45, ÖVP) und Christof Bitschi (35, FPÖ) stattgefunden. Noch im Mai soll es ein weiteres Treffen geben.


„Unser Mitglied Hermann Wirth, der ehemalige Leiter der Abteilung Tiefbau der Stadt Dornbirn, ist derzeit dabei, auch über die BH abzuklären, was machbar ist. Wir wissen natürlich, dass wir aufgrund der budgetären Situation im Moment keine Millionen bekommen können, aber wir möchten die Strecke zumindest erhalten“, ergänzt Kurt Krottenhammer.


Die Bregenzerwaldbahn war gut 80 Jahre lang zwischen Bregenz und Bezau unterwegs. Nach der Einstellung des Bahnbetriebs wurde die Verantwortung für die Trasse, und damit auch die Haftung für die Bauwerke, an das Land übertragen. Ist eine sichere Erhaltung nicht möglich, muss ein Rückbau geprüft werden, der einer Studie zufolge vier bis sechs Millionen Euro kosten würde.


Der überwiegende Teil der ehemaligen Trasse wird schon viele Jahre als Rad- und Fußweg genutzt. Eine Ausnahme bildet der knapp acht Kilometer lange Abschnitt zwischen Kennelbach und Doren, wo nur noch ein Trampelpfad vorhanden ist. Ein Radweg war einmal im Gespräch, die Pläne wurden allerdings wieder verworfen, nachdem Rechtsexperten von dem Bau abgeraten hatten. Stattdessen soll der Weg gut und sicher begehbar gemacht werden. Im Budget 2024 waren für erste Maßnahmen 2,5 Millionen Euro vorgesehen, die inzwischen verfallen sind.

Das Ziel der Achtalweg-Freunde ist, dass die Maßnahmen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. „Man hat uns Hilfe versprochen. Die paar tausend Euro, die wir vielleicht bekommen, sind natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin genug, um zu verhindern, dass der Achtalweg komplett kaputtgeht. Mit jedem Winter reißt die Natur weitere Löcher hinein“, sagt Krottenhammer, der mit seinen Achtalweg-Freunden auch ein langfristiges Ziel vor Augen hat – ein Achtalradweg: „Es gibt ringsum in Europa wunderschöne Radwege auf ehemaligen Bahntrassen, nur in Vorarlberg hat man es leider verschlafen. Die Gegner dieses Projekts möchten zwar am liebsten, dass dort unten nur noch Natur ist, aber wir sind der Meinung, dass das Achtal ein Bereich für Mensch und Natur ist. Man hat diese Achtalstrecke für die Bahn mit großem Aufwand gebaut. Dass man sie heute komplett der Natur überlässt, ist für uns ein Unding.”

Das Land hält sich derweil mit Details bedeckt. „Was die weiteren Maßnahmen angeht, ist das Land in Abstimmung mit den Projektpartnern. Dabei sind Themen wie Umfänge, Zuständigkeiten, Terminplan, etc. noch im Detail zu klären“, teilt die Landespressestelle auf Anfrage kurz und knapp mit.

bregenzerwaldbahn-frueher-heute.at