Unappetitliches Mysterium im Bregenzer Weidach

Anrainer klagen seit Jahren über menschliche Fäkalien auf Gehsteigen, Müll im Gebüsch und einen rätselhaften Konvoi osteuropäischer Kleinbusse.
Bregenz Frau M., Anrainerin der Staudachgasse nahe der Weidachstraße in Bregenz, ist entsetzt. Und das nicht erst seit gestern. Vielmehr seit Jahren. Der Grund dafür ist ein buchstäblicher Haufen von Problemen.
Zum einen stellt nicht nur Frau M. auf ihren Spaziergängen in der Staudachgasse und Weidachstraße ständig menschliche Fäkalienhaufen und verschmutzte Papiertaschentücher fest. Bisweilen auf Schritt und Tritt. Auf Gehsteigen, Rasenflächen und neben dem Kindergarten. Das fiel und fällt auch anderen Anrainern, unter ihnen Frau F., auf.

Und was dabei besonders auffallend ist: All diese ekelerregenden Hinterlassenschaften sind im unmittelbaren Umkreis von bis zu sieben Kleinbussen mit osteuropäischen Kennzeichen und verdunkelten Seitenscheiben verteilt. Die Fahrzeuge parken seit Jahren in der Weidachstraße. “Donnerstagnacht verschwinden sie, am Sonntagmorgen tauchen sie wieder auf”, sagt Frau M.
Dauerparker unter Verdacht
Untertags sei keiner der Insassen dieser Busse zu sehen. “Wer sind sie, wo sind sie, was tun sie? Schlafen sie in den Fahrzeugen? Das ist in Österreich gesetzlich verboten. Bei uns darf man höchstens nur für eine Nacht in einem Pkw nächtigen”, weiß die Anrainerin.
Frau N., eine weitere Anwohnerin, machte erst kürzlich nächtliche Beobachtungen, wie sie den VN schildert: “Es war um die Zeit um Mitternacht. Die Kleinbusse parkten nacheinander. Leute stiegen aus und saßen und standen herum. Ich verstand ihre Sprache nicht. Kisten wurden aus- und eingeladen. Ich hatte ein richtig ungutes Gefühl und war gespannt, wie es morgen wieder aussieht auf dem ‚öffentlichen Klo‘ unterm Baum …”.
Mülldeponie im VKW-Wäldchen
Frau M. und Frau N. möchten nicht mit vollem Namen genannt werden. Aus Angst vor Repressalien. Der Ersteren waren auch regelrechte illegale Mülldeponien im VKW-Wäldchen aufgefallen. “Da war es immer sauber – bis die Kleinbusse auftauchten. Und plötzlich lagen da aufgedunsene Plastiksäcke mit allem möglichen Müll wie Getränke- und Fischdosen herum.”

Beschwerdeschreiben
Im Jahr 2024 begann Frau M. mit Beschwerdeschreiben an die Stadt. An den Bürgermeister, das Amt und die Stadtpolizei. Doch nichts geschah. Zumindest nichts Wesentliches. Lediglich von der Polizei war zu hören, dass zeitlich unbegrenztes, gebührenfreies Parken in diesem Bereich erlaubt sei. Auf die Frage, um wen es sich bei den Leuten in diesen Kleinbussen handelt, hieß es schriftlich: “Eine Zulassungsanfrage ist nur bei strafrechtlichen Gründen möglich. Fahndungsanfragen verliefen negativ.”