Skiweltmeisterin Heidi Strasser-Zimmermann: 224 Seiten dokumentieren 80 Jahre

Heidi Strasser-Zimmermanns Feierjahr: 80. Geburtstag, 60 Jahre WM-Silber, Platinhochzeit.
Bregenz Große Feierlichkeiten waren nie ihre Welt, sind es auch heute nicht, obwohl sich heuer die runden Jubiläen häufen: Jetzt im Mai ihr runder 80er, im Sommer jährt sich zum 60. Mal ihr größter Skitriumph mit Silber und Bronze bei der Weltmeisterschaft in Portillo (Chile) – sie fanden tatsächlich im August statt, der auf der Südhalbkugel ein Wintermonat ist – und im Herbst wird noch die Platinhochzeit (55 Jahre) gefeiert. Und schmunzelnd merkt Mandy an, dass er als Ore XX. 1976 im Fasching regierte und Heidi vor 50 Jahren Prinzessin war.

Riesengroßer Freundeskreis
Es waren jedoch nicht nur die sportlichen Erfolge und das Engagement im Bregenzer Fasching, Mandy und Heidi Strasser knüpften vor allem im Mandy’s – mehr als ein Vierteljahrhundert das Kultlokal in der Landeshauptstadt – später auch im Mandolino, im Café Börse, in der Finanzamt-Bar und der Lochauer Piano-Bar sowie ab 1998 im Casino Restaurant Falstaff, das Mandy bis zu seiner Pensionierung 2009 als geschäftsführender Gesellschafter leitete, unzählige Freundschaften.

Nicht verwunderlich, wenn manche davon an Heidis Ehrentag in der Arlbergstraße 99 vorbeischauen wollten, um zu gratulieren. Sie standen vor verschlossener Tür, denn die Jubilarin war mit ihrem Gatten Mandy “ausgeflogen”. Nach Südtirol, “wo wir schon oft Urlaub machten, und wo sich nach und nach die ganze Familie zu einer ganz privaten Feier einfand – unsere beiden Kinder mit ihren Partnern und den insgesamt fünf Enkeln, von denen drei ebenfalls mit Partnern kamen – ein Dutzend Gratulanten, es war ein sehr schönes Fest”, erzählten die beiden, als ich Heidi mit ein paar Tagen Verspätung doch noch zum Geburtstag gratulieren konnte.

Außergewöhnliches Geschenk
Dass es dann ein längerer Besuch wurde, lag vor allem an einem speziellen Geschenk, das Mandy in wochenlanger Arbeit und von der Jubilarin unterstützt gestaltet hatte: 224 Seiten Fotobuch, eine Zeitreise durch 80 Jahre. Seite für Seite, Foto für Foto, Zeitungsausschnitt für Zeitungsausschnitt – unzählige “Stichwortgeber”, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Es sei eine unglaubliche Arbeit gewesen, die sich Mandy da angetan habe, so die Jubilarin. “Wir haben Fotos, Dokumente und Zeitungsausschnitte nicht gezählt, an die 3000 waren es sicher, die da in Schubladen, Schachteln oder Alben ziemlich ungeordnet archiviert waren”, so Mandy. Nach einer ersten Grobauswahl füllten sich drei dicke Ordner, dann wurde noch einmal aussortiert – 224 Seiten wurden es am Ende, die Heidis Leben von der Geburt durch 80 Jahre dokumentieren.

Erste Gehversuche auf den Brettern, die eine erfolgreiche Zeit ihre – sportliche – Welt bedeuteten, Erfolge und Rückschläge auf den Skipisten, wo sie im August 1966 bei der WM in Portillo fast im Alleingang für den ÖSV die Medaillen holte.


Vorrang für “private Karriere”
Eine Verletzung warf sie dann leider zurück, kostete ihr die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1968. Auch bei der WM 1970 wurde sie nicht berücksichtigt und beendete nach der Saison ihre Karriere. Privat hatte sie sich längst “Richtung Bodensee” orientiert: Im Sommer traf sich der Skiclub Arlberg regelmäßig zum Wasserskifahren bei Kurt Schneeweiss. Heidi blieb – wie schon zuvor ihre Schwester Edith und Gerhard Nenning – in Bregenz “hängen” und heiratete 1971 ihren Mandy. STP









