So plant der SCR Altach die Zukunft

Ein letzter sportlicher Spagat. Vor dem Heimspiel gegen Ried zwischen Abschiednehmen und Europacup-Träumen.
Altach Er hat in knapp fünf Monaten schon viele spezielle Momente in seiner ersten Cheftrainerstation in der österreichischen Bundesliga erlebt. Und noch muss damit nicht Schluss sein. Zumal das spezielle Spielformat der Liga noch eine Verlängerung der Saison vorsieht. Wenn, ja wenn Altach seine Hausaufgabe, sprich Heimsieg gegen Ried, erledigt und im Parallelspiel der WAC nicht in Innsbruck gewinnt. Das würde die Saison für den SCRA verlängern. Dann würde schon am Dienstag in Ried das Europacup-Play-off gespielt werden. Der Sieger dieser Begegnung würde sich schließlich mit dem Fünften der Meistergruppe um einen Platz in der Conference League duellieren.
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Eine Situation, die selbst Ognjen Zaric ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Eine Situation aber auch, die der 37-Jährige maximal ernst nimmt. Deshalb wird Altach in Bestbesetzung – bis auf den gesperrten Filip Milojevic (21), der von Rassa Rahmani (26) vertreten wird – die Partie angehen. “Die Jungs haben es sich verdient, aber es ist auch ein Zeichen an unsere Fans, dass sie uns noch einmal mit ihrem Support nach vorne tragen”, so Zaric. Sein Eindruck während der Trainingswoche ist laut Aussage des Trainers jedenfalls gut gewesen.

Admiral Bundesliga
32. und letzter Spieltag
SCR Altach – SV Ried Samstag
Altach, Stadion Schnabelholz, 17 Uhr, SR Markus Greinecker (OÖ)
Bisherige Saisonergebnisse: 1:0 (h), 0:3 (a), 2:3 (a)
Mögliche Aufstellungen
SCR Altach (3-4-3) Stojanovic – Jäger, Zech, Rahmani – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo, Diawara, Greil
Es fehlen: Milojevic (gesperrt), Fetahu (Schambein), Idrizi, Tietietta (beide Knie)
SV Ried (3-4-3) Leitner – Havenaar, Sollbauer, Steurer – Pomer, Bajlicz, Maart, Nasrawe – Bajic, Mutandwa, Van Wyk
Es fehlen: Eghosa (Rippenverletzung), F. Wimmer (Knie), Rossdorfer
“Ich spüre schon, dass sich die Spieler diese zweite Chance nicht nehmen lassen wollen. Aber natürlich sind wir davon abhängig, was in Wolfsberg passiert.” Dennoch lässt sich Zaric wie gewohnt nicht auf Spekulationen ein. Altachs Coach bleibt auch mit Meisterschaftsende seiner Linie treu, mit einer offensiven Spielweise zu punkten.
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Verabschiedungen
Zudem ist sein Blick in die Zukunft gerichtet. In eine Zukunft, die doch große Kaderveränderungen mit sich bringt. Da heißt es für Zaric, sich zusammen mit Sportchef Philipp Netzer als Kaderplaner zu beweisen. Zumal gleich neun Spieler des aktuellen Kaders nach dem Ried-Spiel verabschiedet werden. Der Blick darauf ist ein spezieller:

Karriereende: Alexander Gorgon beendet mit 37 Jahren seine aktive Karriere. Zusammen mit Benedikt Zech im Jänner 2025 nach Altach gekommen, bestritt er 15 Spiele für die Rheindörfler und erzielte dabei einen Treffer. Geschätzt wurde vor allem seine Loyalität, als er seinen Stammplatz verlor.

Einstellung perfekt: Im Sommer 2022 war Lukas Gugganig nach Altach gewechselt. Vier Jahre später wird der Vertrag mit dem 31-jährigen Defensivmann nicht mehr verlängert. In seinen 98 Spielen für den SCRA war “Gugge” stets ein wichtiger Mann und einer für entscheidende Tore. So 2024, als er mit seinem Treffer in Innsbruck den vorzeitigen Klassenerhalt fixierte. Insgesamt scorte der Kärntner siebenmal, darunter auch im prestigeträchtigen Derby 2023 gegen Austria Lustenau. Zuletzt stellte er sich wie Gorgon in den Dienst der Truppe und war vor allem für die jungen Spieler stets ein Vorbild.

Leihspieler: Mit Moritz Oswald (24/Rapid), Blendi Idrizi (28), Marlon Muspha (24/Como), Srdjan Hrstic (22/BK Häcken) und Precious Benjamin (19/Hoffenheim) spielen die Leihgaben für die Kaderplanung keine Rolle mehr.

Abschied: Bei Luca Kronberger (24) und Anteo Fetahu (23) werden die auslaufenden Verträge nicht mehr verlängert.



Stammkräfte: Auslaufende Verträge gibt es auch bei Dejan Stojanovic (32), Mike Bähre (30) und Sandro Ingolitsch (29). Die Gespräche über eine Verlängerung mit dem Trio wurden nach der Fixierung des Klassenerhalts intensiviert. Zudem sagt Netzer ganz klar: “Wir wollen alle drei verlängern.” Und: “Wir haben uns angenähert.”

Begehrt: Patrick Greil (29) und Mohamed Ouédraogo (23) besitzen noch Verträge, doch vor allem Zweiterer dürfte kaum zu halten sein. Als Amateur gekommen, hat “Momo” eine rasante Entwicklung genommen. Als Nationalspieler von Burkina Faso dürfte er wohl den nächsten Schritt machen. Greil soll unbedingt gehalten werden.

Torhüter: Weil Paul Piffer (20) weiter kaum spielt, laufen aktuell die Gespräche mit Daniel Antosch (26). Elias Scherf (23) besitzt noch einen Vertrag bis 2027.