Seit 100 Jahren ein Mahnmal für Frieden in Lingenau

Gemeinde Lingenau und Kameradschaftsbund luden zum Jubiläum des Kriegerdenkmals.
Lingenau Fahnenabordnungen, Musikverein, Kameradschaftsbund Lingenau und viele Mitglieder von befreundeten Kameradschaftsbünden versammelten sich am vergangenen Sonntag nach dem Gottesdienst beim Kriegerdenkmal in Lingenau. Mit einer Kranzniederlegung und dem vom Musikverein Lingenau gespielten Choral “Ich hatt’ einen Kameraden” wurde der Verstorbenen gedacht. Fast auf den Tag genau vor 100 Jahren wurde das mitten in der Gemeinde neben dem Friedhof situierte Kriegerdenkmal sowie die damalige Vereinsfahne eingeweiht.

Vom Trauerort zum Mahnmal
Nagelfluh-Gestein aus der Region bildet den Sockel des Lingenauer Kriegerdenkmals. Aus diesem erhebt sich ein Obelisk aus Kunststein, an welchem Bronzetafeln mit den Namen der gefallenen und vermissten Kriegsteilnehmer beider Weltkriege angebracht sind. Den Abschluss nach oben bilden eine Kugel und ein Adler aus Bronze. Im Vordergrund ist ein Soldat aus Bronze dargestellt. Der Sinn von Kriegerdenkmälern in Österreich hat sich im Laufe der Zeit stark verändert und reicht vom kollektiven Trauerort bis hin zum modernen Mahnmal. Da nach den Weltkriegen viele gefallene Soldaten fernab der Heimat begraben wurden, fungieren diese Denkmäler in vielen österreichischen Gemeinden als symbolische Ersatzgräber für die Hinterbliebenen.

Feierlicher Festakt
Nach der Kranzniederlegung wurde das 100-jährige Bestehen des Kriegerdenkmals sowie der Vereinsfahne mit einem Festakt im Wäldersaal begangen. “Dieses Denkmal steht seit 100 Jahren im Herzen unserer Gemeinde. Es ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern heute mehr denn je ein unübersehbares Mahnmal für den Frieden”, betonte Bürgermeister Philipp Fasser bei seiner Begrüßung. Er bedankte sich beim Kameradschaftsbund Lingenau und Obmann Mathias Willam für die Organisation. Alwin Denz, geschäftsführender Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes und Landespräsident des ÖKB Vorarlberg, hob in seiner Ansprache die Bedeutung respektvollen Innehaltens hervor und betonte, wie wertvoll Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt besonders in der heutigen Zeit seien.

Aktiver Verein
“Ursprünglich wurde das Kriegerdenkmal im Jahre 1926 zur Erinnerung an die gefallenen und vermissten 37 Lingenauer des Ersten Weltkriegs errichtet. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch niemand geahnt, dass 27 Jahre später wieder Bronzetafeln für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs am Obelisk angebracht werden mussten”, blickte Dorfhistoriker Friedrich Vögel in die Geschichte zurück.

Die Entwicklung des Kameradschaftsbundes Lingenau wurde von Obmann Mathias Willam in Kurzform skizziert. Heute darf sich der Verein über 65 aktive Mitglieder freuen. Gleich 15 Mitglieder wurden für ihre Vereinstreue ausgezeichnet. Der abschließende Dank des Obmanns galt allen, die zum Gelingen beigetragen hatten. Auch Anna Lässer wurde für die langjährige Pflege des Kriegerdenkmals besonders gedankt. Straßburg Blos, eine Abordnung des Musikvereins Lingenau, sorgte für die musikalische Begleitung des anschließenden Frühschoppens. ME

