Firmkoordinatorin: “Mich beeindruckt die reflektierte Art vieler Jugendlicher”

Firmkoordinatorin Alena Bereuter begleitet Jugendliche auf dem langen Firmweg.
Dornbirn 21 Jugendliche aus allen Pfarren des Seelsorgeraums Dornbirn haben sich kürzlich auf den langen Firmweg gemacht. Die VN-Heimat traf Firmkoordinatorin Alena Bereuter zum Interview. Sie spricht über Glaubensfragen, die Lebenswelt junger Menschen und darüber die Firmung mit 17 plus.
Wie sind Sie auf die Aufgabe als Firmbegleiterin aufmerksam geworden?
Bereuter Die Katholische Kirche Vorarlberg hat diese Stelle ausgeschrieben. Ich habe mich beworben und wurde genommen. So einfach war das.
Warum engagieren Sie sich in der katholischen Kirche?
Bereuter Ich denke, Glaube gibt Menschen Orientierung und Halt. Für mich bedeutet Christsein, Werte wie Mitgefühl, Nächstenliebe, Respekt und Verantwortung füreinander im Alltag zu leben. Das macht unser Zusammenleben freundlicher und offener. Ich schätze an der Kirche, dass sie Menschen verbindet und Traditionen wie die Firmung mit persönlichen Lebensfragen zusammenbringt.
Was macht dir die Arbeit mit Jugendlichen wertvoll?
Bereuter Mich beeindruckt die Tiefe und reflektierte Art vieler Jugendlicher. Ich glaube, ich selbst war mit 17 längst nicht so weit. Genau diese Begegnungen machen die Aufgabe spannend.
Warum wurde der lange Firmweg mit 17 plus eingeführt?
Bereuter Die Firmung mit 17 plus hat eine andere Qualität als früher mit zwölf oder vierzehn Jahren. Es geht nicht darum, Inhalte einfach weiterzugeben, sondern gemeinsam unterwegs zu sein – auf Augenhöhe. Junge Menschen bringen ihre Erfahrungen, Zweifel und Überzeugungen mit. Jugendliche treffen Entscheidungen bewusster und wollen verstehen, warum etwas Bedeutung für ihr Leben haben kann. Gleichzeitig ist ihr Alltag oft voll mit Schule, Ausbildung, Arbeit oder Hobbys. Deshalb versuchen wir, Formate zu entwickeln, die zu ihrer Lebensrealität passen.
Gibt es Momente, die Ihnen aus Ihrer Zeit als Firmkoordinatorin besonders in Erinnerung geblieben sind?
Bereuter Besonders schön sind die Firmfeiern. Alle machen sich schick, sind gut drauf und verbringen einen feinen Tag mit ihren Patinnen und Paten, Familien und Freunden. Aber oft sind es die kleinen Begegnungen zwischendurch, die bleiben.
Wie war die Stimmung beim kürzlichen Start bzw. diesjährigen Auftakt zum langen Firmweg?
Bereuter Anfangs waren natürlich alle eher zurückhaltend. Manche kamen mit Freunden, andere alleine. Aber das gehört dazu. Mit der Zeit wächst die Gruppe zusammen.
Ist es heute schwieriger geworden, Jugendliche für Glaubensfragen zu begeistern?
Bereuter Eigentlich nicht. Glaubensfragen sind universelle Lebensfragen: Wer bin ich? Was gibt mir Halt? Wie möchte ich mit anderen Menschen umgehen? Was gibt meinem Leben Sinn? Junge Menschen suchen genauso nach Orientierung und Gemeinschaft wie jede Generation davor. Wenn Glauben nicht belehrend vermittelt wird, sondern als etwas Menschliches und Alltägliches, dann kann das viele ansprechen
Muss Kirche anders werden, um junge Menschen zu erreichen?
Bereuter Ich glaube nicht, dass die Kirche ihre Werte verändern muss. Nächstenliebe oder die gleiche Würde aller Menschen bleiben wichtig. Aber die Kirche muss offen dafür sein, wie junge Menschen heute leben, denken und kommunizieren. Gleichzeitig wünsche ich mir bei manchen Themen mehr Offenheit – etwa bei der Rolle von Frauen in der Kirche.
Welche Rolle spielen Gemeinschaft und Freundschaft auf dem Firmweg?
Bereuter Eine zentrale Rolle. Gemeinschaft trägt und verbindet – nicht nur am Firmweg, sondern in einer Pfarre. cth
Zur Person
Alena Bereuter
Geboren 1994
Wohnort Sibratsgfäll
Hobbys musizieren, töpfern, singen, wandern, langlaufen, Tennis


