Zwei Vorarlberger der Gaza-Hilfsflotte wieder von Israel abgefangen

VN / 20.05.2026 • 07:59 Uhr
Zwei Vorarlberger der Gaza-Hilfsflotte wieder von Israel abgefangen
Maria-Sophie Hehle und Erol Büyük sind zum zweiten Mal bei der Aktion dabei. Jack GUEZ/AFP; VN

Die Hörbranzerin Maria-Sophie Hehle und der Bregenzer Erol Büyük beteiligten sich erneut an der „Global Sumud Flotilla“.

Schwarzach Wie bereits Ende vergangenen Jahres waren die Vorarlberger Maria-Sophie Hehle und Erol Büyük Teil der neuen Gaza-Hilfsflotte. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden sie genauso wie beim letzten Mal von Israel in Gewahrsam genommen. Das österreichische Außenministerium hat dies den VN und VOL.AT bestätigt.

Zwei Vorarlberger der Gaza-Hilfsflotte wieder von Israel abgefangen
Maria-Sophie Hehle und Erol Büyük gemeinsam mit anderen Aktivisten bei einer pro-palästinensischen Demonstration im Oktober 2025 in Bregenz.VN

Vorarlberger abgefangen

Die ersten Boote mit Hilfsmitteln für die Bevölkerung des Gazastreifens sind Mitte April von der Nordostküste Spaniens aufgebrochen. In den darauffolgenden Wochen kamen immer mehr Boote aus anderen Ländern hinzu. Schlussendlich seien Aktivisten aus 40 Ländern mit mehr als 50 Schiffen als „Global Sumud Flotilla“ unterwegs gewesen, darunter drei Österreicher. Zwei dieser drei sind Hehle und Büyük.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat Israel die Gaza-Hilfsflotte vollständig gestoppt. Alle 430 Aktivisten seien auf israelische Schiffe gebracht worden und befänden sich auf dem Weg nach Israel, wo sie ihre Konsularvertreter treffen sollen. Ziel der “Global Sumud Flotilla” war es laut den Veranstaltern gewesen, “einen humanitären Korridor einzurichten und Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen”.

Die Hörbranzerin Hehle und der Bregenzer Büyük haben am Dienstag ein voraufgenommenes Video über „austria_globalsumud“ veröffentlicht, in dem sie sagen, dass sie von Israel wieder abgefangen wurden. „Wenn ihr dieses Video seht, haben mich die israelischen Besatzungskräfte mitten auf internationalen Gewässern gegen meinen Willen entführt“, sagt Büyük. In einem anderen Video spricht er davon, dass er in Hunger- und Wasserstreik treten werde, sobald er in Gewahrsam sei – und diesen erst beenden wolle, wenn er wieder freigelassen wird.

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Laut dem Außenministerium stehe ihr Team der österreichischen Botschaft Tel Aviv im ständigen Austausch mit den israelischen Behörden und bemühe sich, die Betroffenen konsularisch bestmöglich zu unterstützen und ihre baldige Ausreise zu ermöglichen: “Bereits im Vorfeld haben wir über offizielle diplomatische Kanäle des BMEIA die israelische Seite mehrmals aufgefordert, im Zusammenhang mit der Gaza-Hilfsflotte im Einklang mit seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen zu handeln: mit größtmöglicher Zurückhaltung, unter Beachtung von Verhältnismäßigkeit und Vorsichtsgrundsatz sowie unter voller Achtung der Sicherheit und Menschenrechte der betroffenen Personen.”

PR-Stunt versus illegale Aggression

Laut dem israelischen Außenministerium habe sich die Protestaktion “einmal mehr als nichts weiter als ein PR-Stunt im Dienste der Hamas erwiesen”. Israel betonte, dass das Vorgehen gegen die Aktivisten im Einklang mit dem Völkerrecht stehe. Man werde keinen Verstoß “gegen die rechtmäßige Seeblockade des Gazastreifens zulassen”, schrieb das Außenministerium auf X.  

Die Veranstalter betonen hingegen, dass der Einsatz der israelischen Marine gegen die Hilfsflotte 250 Seemeilen entfernt von Gaza “eine weitere illegale Aggression auf hoher See” sei. Sie sprachen von einer “Entführung” der Aktivisten. Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten Zweifel an der Vereinbarkeit des Stopps in internationalen Gewässern mit dem Völkerrecht geäußert.

Das österreichische Außenministerium betont, dass es bereits im Vorfeld von einer Teilnahme an der Hilfsflotte dringend abgeraten hat und weist auf die für Israel und die palästinensischen Gebiete aufrechte Reisewarnung hin.

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