Ehrungsabend in Sulzberg: “Wir müssen das Gemeinwohl verinnerlichen”

Helmut Blank, Sulzbergs Altbürgermeister und jüngster Ehrenringträger, mit klarer Botschaft.
Sulzberg Langanhaltender Beifall nach der Verleihung des Ehrenrings der Gemeinde Sulzberg an Alt-Bürgermeister Helmut Blank, der 26 Jahre an der Spitze der Gemeinde stand, in der Regio aktiv war und 20 Jahre als Obmann dem Bregenzerwald Tourismus vorstand. Im vollbesetzten Laurenzisaal stand der frühere Gemeindechef im Mittelpunkt eines Festabends, bei dem zuvor auch drei Persönlichkeiten mit dem Ehrenzeichen der Gemeinde ausgezeichnet wurden.

Rudolf Fink erhielt das Ehrenzeichen in Würdigung seiner Verdienste als Gemeindevertreter und Vizebürgermeister sowie Obmann der Wassergenossenschaft Sulzberg Hinterberg-Schönbühl. Michael Gasser ergänzte in der Laudatio, dass Rudi in der Elektrotechnik “keinen Stein auf dem anderen ließ”.

Elvira Bilgeri wurde für ihre Verdienste um das Theater 6934 Sulzberg, die Fasnat und das kulturelle Leben im Ort gewürdigt. Für Laudatorin Mona Egger-Grabher, Obfrau des Landesverbandes für Amateurtheater, ist sie schlichtweg die Grande Dame des Amateurtheaters.
Walter Vögel, für den LR Christian Gantner die Laudatio hielt, wurden seine Verdienste um Thal als Ortsvorsteher und Obmann des Selbsthilfevereines sowie seine Tätigkeit in der Gemeindevertretung Grund für die Ehrung.
Auszeichnungen kein Geschenk
In seiner Begrüßung betonte Johannes Feurle, Auszeichnungen seien kein Geschenk, sondern “sichtbares Zeichen für etwas, das über viele Jahre gewachsen ist: für Einsatz, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und große Verbundenheit mit unserem Sulzberg.”

Handschlagqualität, nahe bei Menschen
All das treffe in hohem Maße auf Helmut Blank zu, betonte sein früherer Amtskollege, Dorens Bürgermeister Guido Flatz, in seiner Laudatio. Und Blanks langjähriger Weggefährte legte noch nach: Er habe viel von seinem Kollegen gelernt und vor allem dessen Handschlagqualität geschätzt. Ausgezeichnet habe ihn auch seine Nähe zu den Menschen und das große Verhandlungsgeschick. In all den 26 Jahren habe es Helmut Blank geschafft, 95 Prozent aller Beschlüsse in der Gemeindevertretung einstimmig zu fassen. Auch habe es Blank verstanden, den Arbeitsaufwand richtig aufzuteilen: 80 Prozent seiner Arbeit hätten 20 Prozent seiner Zeit in Anspruch genommen, für die restlichen 20 Prozent der Arbeit waren 80 Prozent der Zeit erforderlich. Mit Hirn, Hand und Herz – manchmal auch Humor – sei er auch in schwierigsten Fragen zu einem Ergebnis gekommen.

” “Das machen wir” statt “Ma sött”
Schließlich habe Helmut Blank auch das Gespür für den richtigen Zeitpunkt zum Handeln gehabt. Zeit habe er sich nur zur Entscheidungsfindung genommen, wenn dann in der Diskussion ein Ergebnis erzielt wurde, hielt er sich nicht mehr lange mit vagem und unverbindlichem “Ma sött” auf, sondern handelte: “Das machen wir”.

Ob so viel Lob wurde der Geehrte in seiner Dankadresse fast ein wenig verlegen. “Brucht as des?” habe er sich gefragt, aber dann kam er zu dem Schluss: “Wenn man es hat, freut es einen doch.” Um gleich zu relativieren, dass ihm die Auszeichnung nicht allein gebührt, sondern auch von der Familie und vielen Weggefährten, die ihn all die Jahre begleitet haben, mitgetragen wurde.

Mit einem Prinzip gebrochen
Seit seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik hat sich Helmut Blank konsequent herausgehalten, an diesem Abend brach er mit diesem Prinzip. In einer Zeit rasend schneller Veränderungen komme das Gemeinwesen immer mehr zu kurz, drohe gänzlich verloren zu gehen. Deshalb seine eindringliche Botschaft: “Verinnerlicht das Gemeinwesen.” STP








