Ehrungsabend in Sulzberg: “Wir müssen das Gemeinwohl verinnerlichen”

VN / 26.05.2026 • 12:12 Uhr
Bürgermeister Johannes Feurle hatte die Ehre, verdienstvolle Persönlichkeiten auszuzeichnen – v. l.: Walter Vögel, Rudi Fink, Elvira Bilgeri und Helmut Blank. PETER STRAUSS
Bürgermeister Johannes Feurle hatte die Ehre, verdienstvolle Persönlichkeiten auszuzeichnen – v. l.: Walter Vögel, Rudi Fink, Elvira Bilgeri und Helmut Blank. Peter Strauss

Helmut Blank, Sulzbergs Altbürgermeister und jüngster Ehrenringträger, mit klarer Botschaft.

Sulzberg Langanhaltender Beifall nach der Verleihung des Ehrenrings der Gemeinde Sulzberg an Alt-Bürgermeister Helmut Blank, der 26 Jahre an der Spitze der Gemeinde stand, in der Regio aktiv war und 20 Jahre als Obmann dem Bregenzerwald Tourismus vorstand. Im vollbesetzten Laurenzisaal stand der frühere Gemeindechef im Mittelpunkt eines Festabends, bei dem zuvor auch drei Persönlichkeiten mit dem Ehrenzeichen der Gemeinde ausgezeichnet wurden.

Gruppenbild der Geehrten mit Laudatorin und Laudatoren. An der Spitze der vielen Gratulanten hatten sich auch die Ehrenzeichenträger Hubert Hertnagel, Günther Wirthensohn, Egon Giselbrecht, Gerold Giselbrecht und die Ehrenringträger Ehrenreich Bereuter, Alt-LR Ök.R. Konrad Blank vollzählig eingefunden.
Gruppenbild der Geehrten mit Laudatorin und Laudatoren. An der Spitze der vielen Gratulanten hatten sich auch die Ehrenzeichenträger Hubert Hertnagel, Günther Wirthensohn, Egon Giselbrecht, Gerold Giselbrecht und die Ehrenringträger Ehrenreich Bereuter, Alt-LR Konrad Blank, vollzählig eingefunden.

Rudolf Fink erhielt das Ehrenzeichen in Würdigung seiner Verdienste als Gemeindevertreter und Vizebürgermeister sowie Obmann der Wassergenossenschaft Sulzberg Hinterberg-Schönbühl. Michael Gasser ergänzte in der Laudatio, dass Rudi in der Elektrotechnik “keinen Stein auf dem anderen ließ”.

   Ehrenringträger Helmut Blank mit Bürgermeister Johannes Feurle und Guido Flatz. Blank ist neben Ehrenreich Bereuter und Alt-LR Ök.R. Konrad Blank, die ebenfalls zum Festakt gekommen waren, der dritte Ehrenringträger in Sulzberg.   
Ehrenringträger Helmut Blank mit Bürgermeister Johannes Feurle und Guido Flatz. Blank ist neben Ehrenreich Bereuter und Alt-LR Ök.R. Konrad Blank, die ebenfalls zum Festakt gekommen waren, der dritte Ehrenringträger in Sulzberg.

Elvira Bilgeri wurde für ihre Verdienste um das Theater 6934 Sulzberg, die Fasnat und das kulturelle Leben im Ort gewürdigt. Für Laudatorin Mona Egger-Grabher, Obfrau des Landesverbandes für Amateurtheater, ist sie schlichtweg die Grande Dame des Amateurtheaters.

Walter Vögel, für den LR Christian Gantner die Laudatio hielt, wurden seine Verdienste um Thal als Ortsvorsteher und Obmann des Selbsthilfevereines sowie seine Tätigkeit in der Gemeindevertretung Grund für die Ehrung.

Auszeichnungen kein Geschenk

In seiner Begrüßung betonte Johannes Feurle, Auszeichnungen seien kein Geschenk, sondern “sichtbares Zeichen für etwas, das über viele Jahre gewachsen ist: für Einsatz, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und große Verbundenheit mit unserem Sulzberg.”

Amateurtheater-Obfrau und Laudatorin Mona Egger-Grabher ist stolz auf  „ihre“ Grande Dame des Amateurtheaters“.   
Amateurtheater-Obfrau und Laudatorin Mona Egger-Grabher ist stolz auf “ihre” Grande Dame des Amateurtheaters”.

Handschlagqualität, nahe bei Menschen

All das treffe in hohem Maße auf Helmut Blank zu, betonte sein früherer Amtskollege, Dorens Bürgermeister Guido Flatz, in seiner Laudatio. Und Blanks langjähriger Weggefährte legte noch nach: Er habe viel von seinem Kollegen gelernt und vor allem dessen Handschlagqualität geschätzt. Ausgezeichnet habe ihn auch seine Nähe zu den Menschen und das große Verhandlungsgeschick. In all den 26 Jahren habe es Helmut Blank geschafft, 95 Prozent aller Beschlüsse in der Gemeindevertretung einstimmig zu fassen. Auch habe es Blank verstanden, den Arbeitsaufwand richtig aufzuteilen: 80 Prozent seiner Arbeit hätten 20 Prozent seiner Zeit in Anspruch genommen, für die restlichen 20 Prozent der Arbeit waren 80 Prozent der Zeit erforderlich. Mit Hirn, Hand und Herz – manchmal auch Humor – sei er auch in schwierigsten Fragen zu einem Ergebnis gekommen.

Laudator Michael Gasser machte der Familie Gallez, die den Festabend musikalisch gestaltete, das schönste Kompliment: „Ganz egal was noch passiert, es hat sich schon wegen der Musik gelohnt, hierher zu kommen.“
Laudator Michael Gasser machte der Familie Gallez, die den Festabend musikalisch gestaltete, das schönste Kompliment: “Ganz egal, was noch passiert, es hat sich schon wegen der Musik gelohnt, hierher zu kommen.

” “Das machen wir” statt “Ma sött”

Schließlich habe Helmut Blank auch das Gespür für den richtigen Zeitpunkt zum Handeln gehabt. Zeit habe er sich nur zur Entscheidungsfindung genommen, wenn dann in der Diskussion ein Ergebnis erzielt wurde, hielt er sich nicht mehr lange mit vagem und unverbindlichem “Ma sött” auf, sondern handelte: “Das machen wir”.

Ehrenzeichenträger Rudi Fink mit Laudator Michael Gasser und Bürgermeister Johannes Feurle.
Ehrenzeichenträger Rudi Fink mit Laudator Michael Gasser und Bürgermeister Johannes Feurle.

Ob so viel Lob wurde der Geehrte in seiner Dankadresse fast ein wenig verlegen. “Brucht as des?” habe er sich gefragt, aber dann kam er zu dem Schluss: “Wenn man es hat, freut es einen doch.” Um gleich zu relativieren, dass ihm die Auszeichnung nicht allein gebührt, sondern auch von der Familie und vielen Weggefährten, die ihn all die Jahre begleitet haben, mitgetragen wurde.

Mona Egger-Grabher: „Elvira ist schlichtweg die Grande Dame des Amateurtheaters.“   
Mona Egger-Grabher: “Elvira ist schlichtweg die Grande Dame des Amateurtheaters.”

Mit einem Prinzip gebrochen

Seit seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik hat sich Helmut Blank konsequent herausgehalten, an diesem Abend brach er mit diesem Prinzip. In einer Zeit rasend schneller Veränderungen komme das Gemeinwesen immer mehr zu kurz, drohe gänzlich verloren zu gehen. Deshalb seine eindringliche Botschaft: “Verinnerlicht das Gemeinwesen.” STP

Elvira Bilgeri: „Danke allen, die mich begleitet haben.“   
Elvira Bilgeri: “Danke allen, die mich begleitet haben.”
LR Christian Gantner: „Walter Vögel zählt zu den Persönlichkeiten, die nicht laut auftreten müssen, weil ihr Wirken für sich spricht,“   
LR Christian Gantner: “Walter Vögel zählt zu den Persönlichkeiten, die nicht laut auftreten müssen, weil ihr Wirken für sich spricht.”
Walter Vögel: „Ich hoffe, es ist mir gelungen aufzuzeigen, dass man vor Studierten keine Angst haben muss und diese doch ganz gut brauchbar sind.“
Walter Vögel: “Ich hoffe, es ist mir gelungen, aufzuzeigen, dass man vor Studierten keine Angst haben muss und diese doch ganz gut brauchbar sind.”
Guido Flatz: „Helmut, man kann es kurz zusammenfassen – du hascht es g‘hörig gmachat.“   
Guido Flatz: “Helmut, man kann es kurz zusammenfassen – du hascht es g’hörig gmachat.”
Helmut Blank: „Es macht mir Sorge, wie das Gemeinwesen immer mehr zu kurz kommt und droht, ganz verloren zu gehen. Deshalb: verinnerlicht das Gemeinwohl.“
Helmut Blank: “Es macht mir Sorge, wie das Gemeinwesen immer mehr zu kurz kommt und droht, ganz verloren zu gehen. Deshalb: Verinnerlicht das Gemeinwohl.”
Bürgermeister Johannes Feurle: „Eine Gemeinde lebt von Menschen, die sich einbringen, die gestalten, die anpacken und andere mitnehmen. Von Menschen, die mehr tun, als selbstverständlich wäre – und dadurch unser Miteinander prägen.“
Bürgermeister Johannes Feurle: “Eine Gemeinde lebt von Menschen, die sich einbringen, die gestalten, die anpacken und andere mitnehmen. Von Menschen, die mehr tun, als selbstverständlich wäre – und dadurch unser Miteinander prägen.”
Walter Vögel mit „seinem“ Laudator LR Christian Gantner.   
Walter Vögel mit “seinem” Laudator LR Christian Gantner.
Rudolf Fink: „Ein Ehrenzeichen trägt man nicht allein, es gebührt auch der Familie und vielen Wegbegleitern.“   
Rudolf Fink: “Ein Ehrenzeichen trägt man nicht allein, es gebührt auch der Familie und vielen Wegbegleitern.”
Michael Gasser: Rudi Fink war in vielen Vereinen engagiert, nur nicht in der Musik und der Feuerwehr. Wobei – ohne seine Löschwasserversorgung stünde die Feuerwehr manchmal schlecht da . . .“   
Michael Gasser: Rudi Fink war in vielen Vereinen engagiert, nur nicht in der Musik und der Feuerwehr. Wobei – ohne seine Löschwasserversorgung stünde die Feuerwehr manchmal schlecht da …”