Zu wenig Parkplätze in Bregenz? Oder zu viele Autofahrer?

80 Stellplätze weniger beim Seebad und geplante Parkgarage beim Festspielhaus – Vorarlberger zur Parkplatzsituation in Bregenz.
Bregenz Am langen Wochenende mit Sommertemperaturen und der Veranstaltung „Bregenz Life“ wurden die Parkplätze in Bregenz knapp. Da hilft nicht, dass aufgrund des Umbaus beim Seebad 80 Parkplätze nicht mehr zur Verfügung stehen. Außerdem beginnt am 4. Juni das Frühlingsfest, bei dem der Parkplatz West wie üblich zehn Tage lang wegfällt. Das sagen die Vorarlberger zur Parksituation in Bregenz.
Parkplatzänderungen
Dass durch den Seebadumbau nun dauerhaft Parkplätze wegfallen, hängt unter anderem mit der Errichtung des neuen Geh- und Radwegs zusammen. Dadurch soll laut der Stadt Bregenz die Aufenthaltsqualität sowie die nachhaltige Mobilität im Bereich des Seeufers verbessert werden. Zudem wurden zahlreiche neue Fahrradabstellplätze geschaffen.

Vor einem Jahr wurde bekanntgegeben, dass die Stadt Bregenz eine neue Parkgarage im unmittelbaren Umfeld des Festspielhauses mit 600 Stellplätzen plant. Gespräche mit dem Landesgestaltungsbeirat zur konkreten Ausgestaltung der Hochgarage waren für den Herbst 2025 angekündigt. Derzeit befindet sich das Projekt in technischer Prüfung. Details zum weiteren Zeitplan oder zu einer möglichen Umsetzung gibt die Stadt aktuell noch nicht bekannt.
Das sagen die Vorarlberger
Brigitte und Armin Dobler würden ein Parkhaus in der Umgebung des Festspielhauses befürworten und dafür am liebsten den Seestadt-Parkplatz auflösen. „Dort sollte man etwas Schöneres wie Erholungsräume schaffen“, meint Armin Dobler. Zwar sei dieser Parkplatz günstig, aber an einem unpassenden Standort und zudem wenig gepflegt. Neben einem Parkhaus beim Festspielareal könnten sich die 67-Jährigen aus Meiningen auch ein Park-and-Ride-System außerhalb der Stadt vorstellen.

Grundsätzlich fahren die beiden Pensionisten meist mit dem Zug und manchmal auch mit dem Fahrrad nach Bregenz. Nur hin und wieder würden sie das Auto nehmen. „Die Leute sollten mehr mit dem Fahrrad fahren. Wir sind sogar einmal von Vorarlberg bis nach Holland geradelt“, erzählt Brigitte Dobler.

„Wir Vorarlberger sind verwöhnt und fahren alles mit dem Auto“, bestätigt Christina Juen (38). Sie wohnt in Fußach, von wo man mit dem Auto eine Viertelstunde und mit dem Bus circa doppelt oder dreimal so lang nach Bregenz benötigt. „Ich steige nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel um, weil ich zwei kleine Kinder habe.“ Normalerweise parkt sie beim Rathausparkplatz und findet dort untertags meist einen freien Stellplatz.

Aus Sicht der Stadt ist nicht allein die Anzahl der Parkplätze entscheidend, sondern ein gutes Zusammenspiel aller Mobilitätsformen. Ziel sei es, die Erreichbarkeit der Innenstadt sicherzustellen und gleichzeitig nachhaltige Mobilität weiter zu stärken. Diesem Zusammenspiel stimmt auch Patrick Rüff (32) aus Egg zu: „Es wäre schon gut, wenn mehr Leute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bregenz kommen, aber für jemanden wie mich aus dem Bregenzerwald ist ein Auto fast notwendig.“

Karin Jerger (63) aus Lochau findet die Parksituation in Bregenz gut so, wie sie ist: „Es braucht nicht mehr Parkplätze, ich bin zufrieden. Nur in den Ferien und an den Feiertagen wird es knapp.“
