“Sie hat keine Empathie” – Vorarlberger Senioren wollen KI verstehen

Menschen / 27.05.2026 • 16:39 Uhr
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Roswitha Eder (88) aus Lauterach ist nur wegen ihres Mannes bei der Veranstaltung – sie selbst nutzt das Internet nicht und bekommt die KI nur durch ihren Mann oder ihre Enkel mit. VN

Viele ältere Vorarlberger sehen künstliche Intelligenz kritisch. Warum sie sich trotzdem damit beschäftigen.

Zwischenwasser „Die KI birgt viele Gefahren“, sagt Siegfried Schmidinger aus Feldkirch. Er war Teilnehmer bei dem Halbtagesseminar „Künstliche Intelligenz (KI) – Chancen und Möglichkeiten vor allem aus der Sicht der SeniorInnen“ im Bildungshaus Batschuns. „Ich hoffe, dass ich dadurch einen besseren Durchblick bekomme und mir vor manchen Aspekten ein bisschen die Angst genommen wird.“

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Siegfried Schmidinger hat nur ein Tastenhandy und steht der Technik kritisch gegenüber, will aber die KI verstehen.VN

Gefahren und Ängste

Organisiert wurde die Veranstaltung am Mittwoch von dem Seniorenteam „ALTER.nativ“, weil es immer größere Unsicherheit und Angst vor dem Thema gibt. Schmidinger gehört zu jenen, die sich viele Gedanken über mögliche Gefahren machen. „Der Computer ist von der KI infiziert. Damit kann man andere nun viel leichter hacken“, sagt der 75-Jährige. Er steht der Technik generell kritisch gegenüber. „Ich interessiere mich aber dafür, weil ich wissen möchte, wie es funktioniert.“

Auch Reinhilde Loacker aus Dornbirn hat eine kritische Einstellung zur KI. Die 71-Jährige nutzt sie zwar teilweise, traut ihr aber nicht. Sie macht sich vor allem Gedanken darüber, welche Auswirkungen diese Technologie künftig auf die Menschheit haben wird.

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Reinhilde Loacker hat vor allem Sorge, dass die KI negative Auswirkungen auf die Zukunft haben wird.VN

Teilnehmerin Thusnelda Rauter aus Hard verwendet KI nicht, interessiert sich aber dafür, welche Chancen und Gefahren sie mit sich bringt. Die 71-Jährige betont: „KI hat keine Empathie und wir müssen darauf achten, dass diese nicht verloren geht.“

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Thusnelda Rauter würde gerne den richtigen Umgang mit der KI lernen und bei Gesprächen mit ihrer Enkelin besser mitreden können.VN

Auch Papst Leo XIV. sieht im Einsatz von KI erhebliche Risiken für Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit. Das drückt er unter anderem in seiner ersten Enzyklika aus, die er am Pfingstmontag vorstellte. Darin thematisiert er, dass KI zwar Sprache, Verhalten und Beurteilungen imitieren könne, aber kein moralisches Gewissen besitze und keine Liebe, Freundschaft und Verantwortung verstehe.  

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Denken nicht ausschalten

Edith Simöl, Referentin des Halbtagesseminars in Batschuns, ist Leiterin der Servicestelle digitale SeniorInnen am Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation in Wien. Sie findet das Unbehagen und Misstrauen gegenüber der KI berechtigt. „Gleichzeitig verhilft uns genau das dazu, kritisch zu bleiben und Dinge zu hinterfragen, was beim Umgang mit KI besonders wichtig ist.“

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Edith Simöl zeigt nicht nur die Gefahren, sondern auch die Chancen der KI auf. VN

Denn ob wir es wollen oder nicht: Es gibt die KI. „Sie imitiert uns und beeinflusst unser Leben. Deshalb ist es wichtig, hinzuschauen, um bewusst zu handeln und um zu verstehen, wie ich mich schützen kann“, sagt die Expertin. Man sollte zum Beispiel wissen, wie KI mit den eigenen Daten umgeht und in welchen Bereichen eine Suchmaschine bessere beziehungsweise zuverlässigere Ergebnisse liefert. „Wenn man den Umgang mit KI erlernt, hilft das, Angst und Unbehagen einzudämmen.“

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Rund 110 Teilnehmer waren beim Halbtagesseminar „Künstliche Intelligenz (KI) – Chancen und Möglichkeiten vor allem aus der Sicht der SeniorInnen“ im Bildungshaus Batschuns.VN

Das bestätigt auch Schmidinger: „Meine Bedenken wurden durch den Vortrag eigentlich bestätigt, aber ich habe einen besseren Durchblick und Werkzeuge in die Hand bekommen, die mir mehr Sicherheit geben. Also die Gefahr ist nicht weniger, aber ich kann ihr nun anders begegnen.“ Der Feldkircher hat sich unter anderem Internetadressen aufgeschrieben, über die er sich näher informieren und Fälschungen erkennen kann.

Simöl sieht jedoch auch Chancen durch die KI: „Zum Beispiel kann sie technische Hilfe leisten, wenn man eine Fehlermeldung auf dem Handy hat. Auch bei der Reiseplanung kann sie unterstützen.“ Natürlich müsse man auch hier das Ergebnis gut überprüfen und das Denken nicht ausschalten. „Schlussendlich werden dumme Leute durch KI noch dümmer und Kluge durch die KI noch klüger“, fasst sie mit einem Schmunzeln zusammen.

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Für Edith Simöl ist es entscheidend, kritisch zu bleiben und Dinge zu hinterfragen.
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