Von der Adlerwarte zur Arche Noah: Frank Matt erfüllt sich am Pfänder einen Lebenstraum

VN / 27.05.2026 • 15:27 Uhr
Von der Adlerwarte zur Arche Noah: Frank Matt erfüllt sich am Pfänder einen Lebenstraum
Die Idee eines Arche-Noah-Projekts ist in Frank Matt seit über 20 Jahren gereift. Nun ist die Vision Wirklichkeit geworden. „Für mich persönlich ist es ein besonderer Ort mit einem sinnvollen Projekt geworden”, sagt er. VN/Paulitsch

Der Lochauer Bürgermeister hat das brachliegende Gelände in die „Arche Bodensee“ verwandelt.

Lochau Das Tor ist rund wie ein Bullauge auf einem Schiff und angeblich das einzige seiner Art in Österreich. Tritt man hindurch, öffnet sich der Blick über den Bodensee – und bald auch auf ein leuchtend gelbes Sonnenblumenfeld. Dort, wo früher Greifvögel ihre Kreise zogen, hat sich der Lochauer Bürgermeister Frank Matt (63) einen lang gehegten privaten Traum erfüllt: eine eigene Arche Noah.

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Die Zitronenallee. Die “Arche Bodensee” soll demnächst in einen Verein überführt werden.

„Mit 40 Jahren habe ich mir das quasi in den Kopf gesetzt. Jetzt bin ich 63“, sagt er und lacht. Projekte an anderen Standorten sind immer wieder gescheitert. Als vor zwei Jahren bekannt wurde, dass die alte Adlerwarte abgebrochen werden soll, erkannte Matt darin Potenzial. „Ich habe sie mir dann von unten angeschaut und gedacht: Die sieht aus wie ein Schiff, wie eine Arche Noah. Die Eigentümerin hat gesagt, sie macht mit und ich durfte das Areal pachten“, erzählt er.

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Die Arche Noah von Frank Matt steht nicht am Meer, sondern hoch über dem Bodensee.

40 Kubikmeter Erde, zehn Kubikmeter Ziegel und 30 Kubikmeter Holz später ist aus einer brachliegenden Adlerwarte ein Ort der Vielfalt geworden. In 96 Hochbeeten, die auf den ehemaligen Sitzstufen errichtet wurden, wachsen alte und seltene Gemüse- und Gewürzsorten. Im Gebäude der alten Adlerwarte haben Blaue Wienerkaninchen sowie Sulmtaler-, Vorwerk- und Appenzeller Spitzhaubenhühner ihren Stall. Im Gelände grasen Walliser Schwarznasenschafe und Montafoner Steinschafe. „Es ist ein Schauraum für die Vielfalt an Tieren und Pflanzen, die wir haben“, erläutert der 63-Jährige.

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30 Hühner – Sulmtaler, Vorwerk- und Appenzeller Spitzhauben – leben in der ehemaligen Adlerwarte.
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Die Blauen Wienerkaninchen.

Der Rundgang beginnt in der Zitronenallee. In jedem Topf wächst eine andere Sorte, von Buddhas Hand über Fingerlimette bis hin zur Yuzu. Eine Etage tiefer befindet sich ein kleiner Shop, in dem Saatgut vieler Gewürz- und Pflanzenarten, die hier oben wachsen, und besondere Erzeugnisse von Vorarlberger Produzenten, angeboten werden. Gegen Anmeldung sind Führungen mit einer kleinen Degustation möglich.

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Frank Matt vor den 96 Hochbeeten. “Durch den Hagel vor knapp zwei Wochen ist sehr viel erfroren, aber es kommt wieder”, erzählt Frank Matt.
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Die alten und seltenen Gemüse- und Kräutersorten, die hier wachsen, können als Saatgut mit in den eigenen Garten genommen werden.

„Es gibt 600 Tomatensorten, 50 sind jetzt hier. Die Schwarze von der Krim, Küsnachter, Reisetomate, Banana Legs“, zählt der Arche-Bodensee-Gründer auf. Hinzu kommen zahlreiche Chilisorten. Eine Hochbeet-Reihe weiter wachsen die Kräuter. Frank Matt bleibt bei den Minzen stehen und zupft ein Blatt von einem Strauch. „Die Kärntner Nudelminze. Die hat mir am besten gefallen“, fügt er amüsiert hinzu.

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Die Pflanzen sind alle beschriftet.

Für Frank Matt schließt sich mit dem Arche-Noah-Projekt praktisch ein Kreis. Seine Vorfahren waren Landwirte am Pfänder. Die Großeltern hatten unten im Dorf eine Gärtnerei mit Setzlingen, Ziegen und Hennen. „Ich bin mit der Oma immer auf den Markt, um Setzlinge zu verkaufen“, erinnert er sich. Jahrzehnte später steht er wieder zwischen jungen Pflanzen am Pfänder. Am kommenden Sonntag (31. Mai) öffnet die Arche Bodensee erstmals in diesem Jahr die Pforten für die Besucher und kann auch künftig an den Wochenenden gegen einen Erhaltungsbeitrag besichtigt werden.

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Schon bald führt auch eine Tür in den Wald. Gerade werden die ersten Holzkunstinstallationen im künftigen Sagenwald errichtet, in dem Sagen aus der Pfänderregion wie der Klushund, das goldene Kegelspiel oder das Felsawieble dargestellt werden. Die Eröffnung ist Mitte Juli geplant. „Es wäre schön, wenn sich Lehrer melden und uns mit ihren Klassen besuchen“, merkt Frank Matt an.

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Im Shop sind Erzeugnisse von lokalen Produzenten zu finden.
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Sieben Walliser Schwarznasenschafe grasen im Gelände.
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Hier soll bis Mitte Juli ein Sagenwald entstehen.
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Bilder aus dem letzten Jahr.
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