Konzert der Wälder Chorgemeinschaft Egg

Mitreißende Chormusik, junge Talente und regionale Geschichten in Schwarzenberg.
Schwarzenberg Die Wälder Chorgemeinschaft Egg begeisterte am Wochenende im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg mit ihren Konzerten. Unter der Leitung von Elisabeth Marxgut präsentierte sich der Chor in Bestform. Schon “Trom, min Lübele, trom” und “Merzoschnee” machten deutlich, dass hier ein musikalisches Erlebnis mit viel Gefühl für Dynamik und Ausdruck entstand. Die hervorragende Akustik des Saals erwies sich dabei einmal mehr als idealer Rahmen.

Im ersten Teil kamen viele Wälderlieder im schönsten Gewand (alle Sängerinnen und Sänger in Tracht) zur Aufführung, im zweiten auch moderneres Liedgut (Adiemus, Perfekte Welle …).
Preisgekrönter Schulchor der MMS Lingenau
Eine besondere Bereicherung war der Auftritt des Schulchors Cantoccini der MMS Lingenau unter der Leitung von Ingrid Held und Roland Beer. Mit frischer Energie, erstaunlicher Bühnenpräsenz und Präzision überzeugten die jungen Sängerinnen und Sänger auf ganzer Linie. Dass der Schulchor kürzlich einen “First Prize cum laude” beim 74. European Music Festival for Young People erringen konnte, war dabei nachvollziehbar – hier wächst eine Generation heran, die die Chorszene mit Begeisterung und Können weitertragen wird. Durch die Aufführung ihres Pflichtstückes “Eletelephony” bekam auch das hiesige Publikum einen Eindruck von der Qualität des Kinderchores und der Leitung.

Für zusätzliche Klangfarben sorgte das Klarinettenquartett mit Markus Helbock, Roman Voppichler, Magnus Bramberger und Silke Ritter. Ihr fein abgestimmtes Zusammenspiel brachte eine zusätzliche instrumentale Ebene in den Abend und setzte klangliche Akzente, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügten. Am Klavier begleitete Markus Drissner mit viel Gespür für Tempo und Ausdruck – aufmerksam, zurückhaltend und zugleich tragend.

Einen ganz eigenen Charakter erhielt das Konzert durch die Zwischentexte, passend zu den Liedern und deren Textern, von Jürgen Metzler. Interessante Geschichten zu Kaspar und Ulli Troy, Klara Schwendinger und Gebhard Wölfle sorgten für heitere, nachdenkliche und persönliche Momente und schlugen eine Brücke zwischen Musik und regionaler Identität. Das Publikum reagierte spürbar berührt und immer wieder auch mit einem Schmunzeln – ein Zeichen dafür, wie nahbar und authentisch dieser Teil des Abends war.

Sensationelles Video
Visuell wurde das Konzert durch ein Video von Niklas Schwärzler ergänzt. Die stimmungsvollen Bilder zeigten nicht nur die Chorgemeinschaft selbst, sondern fingen auch die Atmosphäre und die Landschaft des Bregenzerwaldes ein. Diese gelungene Präsentation verlieh dem Abend zusätzliche Tiefe und machte die enge Verbindung zwischen Musik, Menschen und Heimat auf eindrucksvolle Weise sichtbar.

So entstand ein rundum stimmiger Konzertabend, der Tradition und Gegenwart, Erfahrung und Jugend auf wunderbare Weise verband. Die Wälder Chorgemeinschaft Egg und der Schulchor zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und vielseitig Chormusik sein kann – leicht, locker und doch voller Ausdruckskraft. Das Publikum dankte nach “Ich sing mein Abendlied” mit lang anhaltendem Applaus und nahm viele schöne Eindrücke mit nach Hause.

Dass die vier Holzbläser in der Moderation aus Versehen als “Klarinettenquintett” bezeichnet wurden, konnte sich der Jüngste in der Truppe, Magnus Bramberger, ganz einfach erklären: “Mir spieland halt so, dass as zu Viert klingt, wie wenn Fünfe spiela tätnd.” MSO












