In dieser Gemeinde kann man jetzt im Selbstbedienungsladen einkaufen

Lebensmittelladen ohne Kassenpersonal: “InLadô” hat neu eröffnet.
Bezau Mit dem neuen Selbstbedienungsladen “InLadô” erhält Bezau einen modernen Nahversorger, der ganz auf Regionalität setzt. Hinter dem Projekt stehen Anna und Michael Natter, die nach rund einem Jahr intensiver Vorbereitung ihren Traum von einem Geschäft mit regionalen Lebensmitteln verwirklicht haben.

Das Besondere am “InLadô” ist das Selbstbedienungskonzept. Der Laden ist sieben Tage die Woche von 7 bis 21 Uhr geöffnet. Zutritt erhalten die Kunden mittels Bankomatkarte über ein elektronisches Zugangssystem. Im Geschäft werden die gewünschten Produkte selbst aus Regalen und Kühlvitrinen genommen, am Kassenterminal gescannt und anschließend bargeldlos bezahlt.

Die Idee entstand nicht über Nacht. Schon seit Jahren begeisterten sich die beiden für Hofläden und Direktvermarktung. Auf Ausflügen und im Urlaub besuchten sie immer wieder ähnliche Geschäfte und stellten sich dabei eine Frage: “Warum gibt es keinen Ort, an dem die Produkte zahlreicher regionaler Anbieter gebündelt erhältlich sind?” Michael (31) ist Geflügelmeister und führt den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb. Anna (29), Mutter und diplomierte Sozialbetreuerin, ehe sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte.

Im Mittelpunkt des neuen Geschäfts stehen regionale Lebensmittel. Anna und Michael sind überzeugt, dass die Wertschätzung für heimische Produkte zunimmt. Gerade in Zeiten globaler Lieferketten gewinnen regionale Produzenten zunehmend an Bedeutung. Sie sichern Arbeitsplätze vor Ort, stärken die Landwirtschaft und sorgen für kurze Transportwege. Gleichzeitig wissen die Kunden genau, woher ihre Lebensmittel stammen.

Um dieses Angebot möglichst einfach zugänglich zu machen, suchten Anna und Michael nach passenden Lieferanten und geeigneten Räumlichkeiten. Heute finden die Kunden im “InLadô” Produkte zahlreicher regionaler Erzeuger an einem Ort, von Gemüse, Milch- und Getreideprodukten über Fleischwaren, Brot, Marmeladen bis hin zu Kartoffelchips und Convenience-Produkten. “Man muss nicht mehr mehrere Hofläden, Kühlschränke oder Geschäfte anfahren. Bei uns findet man alles gesammelt für den täglichen Einkauf”, erklärt Michael.

Das Konzept kommt an. Bereits am Eröffnungstag wurde der neue Laden regelrecht gestürmt. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, das Geschäft kennenzulernen und sich von Anna und Michael das System erklären zu lassen. Auch in der Bevölkerung stößt das Projekt auf große Zustimmung. “Ich bin schon seit gut elf Jahren als selbstständiger Gemüsebauer tätig und freue mich natürlich sehr darüber, dass Regionalität geschätzt wird und daraus solche Projekte wie der ‚InLadô‘ entstehen”, sagt Roman Natter. Für den Nachbarn Jürgen Beer von der Gartenwerkstatt “Stroboubuob” ist das Geschäft eine wichtige Ergänzung für den Ort: “Ich finde dieses Geschäft als große Bereicherung für Bezau. Es kommt öfter vor, dass mich Gäste fragen, wo sie am Wochenende noch etwas einkaufen können. Der ‚InLadô‘ ist dafür eine super Lösung.”

Auch der Name des Geschäfts ist bewusst gewählt. “Ladô” bedeutet im Bregenzerwälder Dialekt schlicht “Geschäft”. Gleichzeitig steckt im Namen auch “inladô” – also “einladen”. Die Kunden sind eingeladen, das Geschäft zu besuchen. Mit einem Schmunzeln ergänzt Michael: “Natürlich dürfen unsere Kunden in ihre Einkaufskörbe auch ordentlich ‚inladô‘.” MAM



