Wenig Sushi, dafür umso mehr Energie

Sport / 03.06.2026 • 16:17 Uhr
Wenig Sushi, dafür umso mehr Energie
Er investiert in SW Bregenz und will den Club in die Bundesliga führen: Takashi Okuri.Steurer

Bei SW Bregenz haben jetzt Japaner das Sagen, dennoch will der Club seine Identität bewahren.

Bregenz “Es geht nicht um Personen, es geht um den Verein.” Genau deshalb sei die neue Partnerschaft enorm wichtig, wie Thomas Fricke, Obmann von SW Bregenz sowie einer der Geschäftsführer der Profiabteilung, betont. Doch den Worten des 45-Jährigen ist die Erleichterung über ein Investment aus Japan deutlich zu entnehmen. Denn nach einer extrem schwierigen Saison, sowohl sportlich als auch finanziell, soll die Zusammenarbeit mit dem Investor Takashi Okuri ein neues Kapitel in der über hundertjährigen Clubgeschichte aufschlagen.

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Er sei gekommen, um zu bleiben. Der Besitzer des weltweit agierenden Industriekonzerns “Nippon Rika Group”, die mit ihrem Sitz in Wien das Europageschäft leitet, hat sich nicht nur 49 Prozent an der SWB-GmbH gesichert, sondern rückt auch in die Geschäftsführung auf. Zusammen mit Fricke bildet Okuri nun die Club-Geschäftsführung. Als Prokuristen sind zudem der Österreicher Konstantin Kandlbauer, der als Senior VP zu den hochrangigen Führungskräften des Konzerns zählt, sowie Bregenz-Finanzchef Roberto Montel zeichnungsberechtigt.

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Die neue Geschäftsführung der SW-Bregenz-Profiabteilung, von links: Konstantin Kandlbauer, Thomas Fricke, Takashi Okuri und Roberto Montel.Steurer

Eingefädelt wurde der Deal durch TDL Sports Management, das bei der Präsentation durch das Duo Alex Dorta und Thiago de Lima Silva vertreten wurde. Die beiden Brasilianer legten nicht nur den Kontakt zu Okuri und dessen japanischem Club (J2 League) Tochigi City FC, sondern waren auch in den abschließenden Verhandlungen, die seit Anfang der Woche in Bregenz stattfanden, involviert. Das weltweit tätige Familienunternehmen, mit einem Umsatz über mehrere hundert Millionen Euro, hat den Verein aus der Stadt Tochigi, gut 100 km nördlich von Tokio, vor fünf Jahren übernommen. Unter der Präsidentschaft von Okuri schaffte es der Club aus der fünften Liga (Amateurliga) in die zweithöchste Liga Japans, wo man auch die Saison 2026/27 bestreitet.

So wurde auf der Homepage von Tochigi City FC die Zusammenarbeit mit SW Bregenz kommuniziert.

Die Unternehmensgruppe Nippon Rika wurde 1914 als Hersteller von Isoliermaterialien in Tokio (Japan) gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Aktuell gibt es mehrere Geschäftsbereiche, darunter die Nippon Rika Industries Corporation (Fokus auf Isoliermaterialien) sowie die Nippon Rika Co., Ltd. (Fokus auf Aminosäuren und Pharmaprodukte). Nun also ist das Unternehmen auch im Fußball international tätig. “Fußball ist Spaß”, sagt Okuri, dessen Firma bei SW Bregenz nun als neuer Hauptsponsor “aufschlägt”.

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Zahlen wurden nicht kommuniziert. Zwischen Takashi Okuri sowie den Clubverantwortlichen wurde diesbezüglich Stillschweigen vereinbart.

Beim letzten Meisterschaftsspiel der Saison 2025/26 konnte sich Okuri erstmals selbst ein Bild von SW Bregenz machen. Bei der Partie in Wien gegen die Vienna (0:2) war der japanische Unternehmer persönlich auf der Hohen Warte – und mischte sich dabei unter die Schwarz-Weiß-Fans. “Ich wollte die Atmosphäre und die Identität der Fans zum Club spüren”, erzählt er. Deshalb sieht er sich nicht nur als Geldgeber, sondern vielmehr als einen, der einen neuen Prozess im Club einleitet.

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Martin Brenner ist der neue Cheftrainer bei SW Bregenz.Steurer

Die Geldsorgen bei SW Bregenz scheinen jedenfalls der Vergangenheit anzugehören. Die Ziele sind hochgesteckt: Aufstieg in die Bundesliga, sogar vom internationalen Geschäft spricht Okuri. Auch deshalb will er vieles bewegen und vor allem “arbeiten”. Details wie VIP-Club, neuer Fanshop, aber auch gemeinsames Essen für die Spieler, datengesteuerte Trainingseinheiten sowie Spiele oder eine Adaptierung des Kraftraums – all diese Dinge sollen rasch umgesetzt werden.

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Bewegung auf dem Spielersektor

Auch im sportlichen Bereich blieb kein Stein auf dem anderen. So wurde mit Martin Brenner nicht nur ein neuer Cheftrainer vorgestellt, auch der Trainerstab rund um den 40-Jährigen soll komplett neu aufgestellt werden. Professionalisierung ist für Brenner, der wegen einer Knieoperation vorerst noch auf Krücken geht, oberstes Gebot. “Es ging alles sehr schnell”, erklärte der neue Coach und richtete einen Dank an den FC Lauterach, der ihn kurzfristig hatte ziehen lassen. Seine erste und wichtigste Aufgabe in Bregenz? “Die Zusammenstellung des Kaders”, so Brenner. Auch diesbezüglich wird das Duo Dorta/Thiago dem Club aus der Landeshauptstadt zur Seite stehen. Zudem sollen laut Okuri “fünf oder sechs Spieler aus Japan” nach Bregenz kommen. “Ja, auch Spieler von Tochigi FC.”

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Daniel Au Yeong könnte bei SW Bregenz landen. gepa

Aktuell haben nur wenige Spieler von SW Bregenz einen laufenden Vertrag: Torhüter Kilian Kretschmer (25), der jedoch nicht gehalten werden soll, sowie die Spieler Dragan Marceta (26), Simon Lüchinger (23), Levan Eloshvili (28), Atshushi Zaizen (26), Tamar Crnkic (20) und Damian Maksimovic (21). Mit Lars Nussbaumer (25) wurde zudem verlängert. Fix ist der Zugang von William Rodrigues (32), auch an einem weiteren Austria-Lustenau-Spieler, Daniel Au Yeong (23), gibt es Interesse.