Moore als wahre Klimaschutzmeister

Schüler erhielten in der Umweltwoche Einblicke in die Bedeutung der Moore.
Lustenau Es regnete in Strömen am Montagvormittag am Alten Rhein. Dicke Tropfen platschten auf die Regenschirme der Drittklässler der Mittelschule Rheindorf. Sie sind gemeinsam mit ihren Lehrerinnen im Rahmen der Lustenauer Umweltwoche zu einer Moorexkursion aufgebrochen. Unter der Leitung der Biologin Silke Villotti lernten die Schüler, wie bedeutend Moore für das Klima sind und wie wir es schützen können. Am Alten Rhein befinden sich noch einige Moore, die von den Schülern bestaunt wurden. Sie erkannten schnell: Moore spielen eine wichtige Rolle gegen die Klimaerwärmung.

Moore als Wasser- und CO₂-Speicher
“Vorarlberg ist ein moorreiches Land. Zehn Prozent aller Moore in Österreich liegen in Vorarlberg”, erklärte Biologin Silke Villotti den Jugendlichen. Während der Exkursion erfuhren die Schüler, warum Moore für die Umwelt und die Menschen so wichtig sind: Sie helfen, das Klima vor einer noch schnelleren Erwärmung zu schützen.

Die Besonderheiten der Moore sind vielfältig: Sie speichern große Mengen an Wasser und geben es in trockenen und heißen Zeiten langsam wieder ab. Das Prinzip gleicht einem Schwamm. Dazu präsentierte Silke Villotti beeindruckende Zahlen. Wenn man den Niederschlag eines ganzen Jahres in Vorarlberg in ein Schwimmbad in der Größe eines Fußballplatzes füllen würde, müsste dieses Becken mehr als 800 Kilometer hoch sein. Die Schüler staunten über diese Unmengen an Wasser. Der Vergleich war für viele passend zu dem regenreichen Vormittag.


Am Alten Rhein finden sich einige Moore in Form von Streuwiesen. Diese Feuchtgebiete werden nur einmal pro Jahr gemäht, nicht gedüngt und sind dadurch besonders artenreich. Doch wie entsteht überhaupt ein Moor? Gemeinsam mit Silke Villotti gingen die Kinder dieser Frage nach. Sie erfuhren, dass vor etwa 20.000 Jahren im Rheintal Eiszeit herrschte und Gletscher feinkörnigen Sand mitführten. Der Sand lagerte sich in Tonschichten ab und bildet heute eine Art wasserdichte Schicht, durch die Wasser nicht in den Boden versickern kann. Intakte Moore sind daher nicht nur Hotspots der Artenvielfalt, sondern auch wahre Weltmeister im Klimaschutz: Sie speichern große Mengen CO₂ und binden Schadstoffe, die den Treibhauseffekt verstärken.

Moore schützen das Klima
Die Bedeutung der Moore im Kampf gegen die Klimaerwärmung wurde lange unterschätzt. Weil feuchte Gebiete für die Menschen wenig nutzbar sind, wurden viele Moore trockengelegt. Doch nur feuchte Moore können weiterhin CO₂ speichern und verhindern, dass es in die Atmosphäre gelangt. “Was können wir tun, um das Klima zu schützen und den Temperaturanstieg zu verlangsamen?”, fragte Silke Villotti die Runde. Die Schüler wussten die Antworten prompt: weniger Autofahren und Fliegen, weniger Fleisch essen, auf regionale Produkte achten und erneuerbare Energien nutzen. Am Ende der Führung war allen klar: Intakte Moore spielen eine entscheidende Rolle im Klimaschutz. Sie speichern CO₂ dauerhaft und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Mensch und Umwelt. BVS


