Arbeit und psychische Gesundheit im Fokus bei “Panorama Gesundheit”

Stadt Bregenz lud Arbeitsmedizinerin Dr. Eva Höltl zum Vortrag über psychische Gesundheit.
Bregenz “Psychische Gesundheit ist nichts, das man einmal erreicht und dann einfach abhakt”, man müsse sich jeden Tag um sie kümmern, betonte Julia Steurer, Mitarbeiterin des Gesundheitsservice Bregenz, kürzlich vor den Besucherinnen und Besuchern im Saal Rieden in Bregenz. Um interessierten Bürgerinnen und Bürgern neue Impulse zum Thema psychische Gesundheit zu geben, lud die Stadt Bregenz im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Panorama Gesundheit” die Arbeitsmedizinerin und Expertin für Prävention und psychosoziale Gesundheit, Dr. Eva Höltl, zu einem Vortrag ein.

Psychische Erkrankungen seien eine Krankheitsgruppe, die deutlich zugenommen habe, betonte Dr. Höltl. Das sehe man an der Entwicklung der Krankenstände in Österreich: In den vergangenen 30, 40 Jahren haben sich psychische Erkrankungen verdreifacht. “Diese ganze Entwicklung zeigt, dass wir immer mehr Jobs haben, wo psychische Gesundheit eine Voraussetzung ist”, dass man den Job gut mache, schlussfolgerte die Arbeitsmedizinerin. So brauche man etwa emotionale Stabilität, um gute Kundenbeziehungen führen zu können. “Deshalb ist es nicht nachvollziehbar, wenn Unternehmen nicht in psychische Gesundheit investieren”, kritisierte die Expertin.

Mit Beispielen veranschaulichte Höltl Faktoren, die für eine gute psychische Gesundheit bei der Arbeit wichtig sind: ein verträgliches Arbeitspensum, Kontrolle, womit man meint, wie viel Entscheidungsfreiheit man in seinem Job hat, Fairness, Belohnung, zu der auch die Wertschätzung gehöre, Gemeinschaft sowie ob die eigenen Werte mit denen der Firma übereinstimmen. Wenn sich ein Burnout entwickle, “knacke” es an einer dieser Sachen immer, so die Ärztin.
Warnsignale erkennen
Burnout, das selbst keine Diagnose ist, beschrieb Dr. Höltl als eine Reaktion, wenn Belastungen zu groß werden, wobei man in den ersten Phasen aber noch gesund sei. Ab wann wird es kritisch? Ein Warnsignal sei, “wenn etwas, was Ihnen ein Leben lang Freude gemacht hat, Sie nicht mehr berührt”, erklärte die Expertin. Das könne etwa Musik hören sein, der Sport, die Natur oder Unternehmungen mit Freunden. “Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo man nichts mehr will und nichts mehr kann, sollte man sich professionelle Hilfe suchen”, so die Ärztin.

Prävention
Was hilft nun, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen? “Das Einzige, was wirklich hilft, ist die Verbesserung der Gesundheitskompetenz”, ist sich die Expertin sicher. Das bedeute, zu wissen, wo man Gesundheitsinformationen findet, diese richtig zu verstehen, zwischen richtigen und falschen Informationen unterscheiden zu können und infolgedessen gute Entscheidungen treffen zu können.
Die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, hat sich auch die Stadt Bregenz zum Ziel gesetzt, als sie vor zwei Jahren die kostenlose Vortrags- und Kursreihe “Panorama Gesundheit” ins Leben rief. Die Reihe bietet Einblicke und Tipps rund um verschiedene Gesundheitsthemen. Das Programm finden Interessierte unter www.bregenz.gv.at/leben/gesundheit/panorama-gesundheit. SSU


