Das macht den Andelsbucher Rotkreuz-Flohmarkt zum Großereignis

Hinter der Großveranstaltung steckt eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung.
Andelsbuch Der Flohmarkt des Roten Kreuzes in Andelsbuch zählt zu den Highlights im Bregenzerwald. Am vergangenen Wochenende wurde das Gelände beim Stausee regelrecht gestürmt. Bereits am Samstagmorgen warteten zahlreiche Besucher ungeduldig. Kaum war der Zutritt freigegeben, strömten Sammler und Schnäppchenjäger auf das Areal.

Der heute genutzte Stadel wurde von den Mitgliedern des Roten Kreuzes im Jahr 1998 speziell für den Flohmarkt errichtet. Die Anfänge reichen jedoch noch weiter zurück. Schon Jahre zuvor fand ein Flohmarkt im Saal statt, damals allerdings in deutlich kleinerem Rahmen.

Der Flohmarkt ist nicht nur ein Publikumsmagnet, sondern erfüllt auch einen sozialen Zweck. Der Erlös des Flohmarktes kommt dem Roten Kreuz zugute. 10 000 Euro werden aber gezielt für die Soforthilfe eingesetzt.

Rund 60 Helferinnen und Helfer waren an jedem der beiden Flohmarkttage im Einsatz. In den Tagen davor engagierten sich mindestens ebenso viele Freiwillige bei Aufbau, Sortierung und Organisation. Zu den treibenden Kräften gehören Benno Pfanner und Erich Rüf. Beide sind das ganze Jahr über aktiv, sammeln Sachspenden, organisieren Transporte und kümmern sich um die Lagerung der Waren. “Wenn größere Aktionen wie eine Hausräumung anstehen, bilden wir ein Team und helfen gemeinsam”, berichten sie.

Ebenfalls zu den Hauptorganisatorinnen zählen Anna Marxgut sowie Verena Marxgut. “Immer wenn wir Leute zum Helfen brauchen, klappt das hervorragend. Freiwillige sind sofort zur Stelle”, freut sich Verena Marxgut. Zweimal jährlich finden Abgabetermine statt. An diesen Tagen werden schon viele Helfer benötigt. Die Waren werden bereits bei der Annahme vorsortiert und den jeweiligen Bereichen zugeordnet.

Während auf dem Flohmarkt am Samstag dichtes Gedränge herrschte und die Besucherströme kaum abzureißen schienen, verlief der Sonntag etwas ruhiger. Dennoch war auch der zweite Flohmarkttag sehr gut besucht. Die übersichtliche Sortierung machte den Flohmarkt zu einem Eldorado für Besucher.

Ein Zelt beherbergte Garten- und Dekorationsartikel, während in einem weiteren Möbel wie Tische und Stühle bis hin zu Kästen und Truhen angeboten wurden. Besonders beliebt war die Kinderabteilung mit Puppen, Plüschtieren, Dreirädern und Kinderwagen. Die Bücherabteilung bot Literatur zu nahezu jedem erdenklichen Thema. “Die Fülle an Büchern, die wir jedes Jahr bekommen, sprengt alle Grenzen, bei 150 Schachteln ist Annahmeschluss. Wir müssen die Bücher schließlich noch sortieren und Platz dafür finden”, berichtet Benno Pfanner.

Im Stadel fanden sich sorgfältig ausgewählte Antiquitäten und außergewöhnliche Raritäten. Manche Gegenstände gaben Rätsel über ihre ursprüngliche Verwendung auf. Gitarren, Lampenschirme, Kuhglocken und zahlreiche weitere Sammlerstücke bekamen neue Besitzer. Im Obergeschoss des Stadels konnten Besucher einen kompletten Haushalt einrichten. Teller, Tassen, Gläser, Pfannen und vollständige Geschirrservices standen bereit. Auch sakrale Gegenstände, Häkelspitzen und Strickwolle gehörten zum Angebot. “Vor allem junge Leute und Studierende werden bei uns fündig und richten ihren ersten Haushalt mit Flohmarktschätzen ein”, erzählen die Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes.

Der Flohmarkt in Andelsbuch zeigt einmal mehr, wie ehrenamtliches Engagement und soziale Hilfe erfolgreich miteinander verbunden werden können. Der enorme Besucherandrang beweist, dass dieses Konzept auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Attraktivität verloren hat.





