Die Bahnhofstraße auf den zweiten Blick

VN / 10.06.2026 • 11:31 Uhr
Die Ausstellung „Bahnhofstraße – Wo Gewohntes sich verwandelt“ zeigt seit 12. Mai kreative Arbeiten von Intermedia-Studierenden im WirkRaum der Caritas.
Die Ausstellung “Bahnhofstraße – Wo Gewohntes sich verwandelt” zeigt seit 12. Mai kreative Arbeiten von Intermedia-Studierenden im WirkRaum der Caritas.Laurence Feider

Studierende der Fachhochschule Vorarlberg entdeckten das Besondere im Alltäglichen.

Dornbirn Eine Strecke, die für viele Menschen zum Alltag gehört – der Weg vom Dornbirner Bahnhof Richtung Marktplatz – wurde für die Erstsemestrigen des Bachelor-Studiengangs Intermedia an der FHV zum Forschungsobjekt. Je öfter sie die Strecke abgingen, desto mehr Details entdeckten sie, und für viele weckte die eher unspektakuläre Bahnhofstraße eine Liebe auf den zweiten Blick. Ihre Eindrücke dokumentierten die Studierenden mit Notizen, Fotos, Videos und Fundobjekten. Anschließend galt es, diese in einem Gestaltungsprojekt zu verarbeiten und der vermeintlich alltäglichen Straße eine neue Perspektive zu verleihen.

Ausgangspunkt des Projekts war die Bahnhofstraße in Dornbirn, die von den Studierenden intensiv erkundet und dokumentiert wurde.
Ausgangspunkt des Projekts war die Bahnhofstraße in Dornbirn, die von den Studierenden intensiv erkundet und dokumentiert wurde.

Mediale Experimente

“Wir haben den Studierenden keine Vorgaben gemacht. Sie waren ganz frei in ihrem kreativen Gestalten – als Dozierende haben wir sie dabei begleitet und unterstützt”, erklärt Hochschullehrerin Natasha Doshi. Der kreative Prozess brachte die unterschiedlichsten Arbeiten hervor. Entstanden sind Fotoprojekte, Kinderbücher, Malbücher, Videoarbeiten, Kartenspiele und vieles mehr. Eine Studentin illustrierte ein Kinderbuch rund um Ratte Ruth, die die Leser mit auf ihre Entdeckungsreise durch die Bahnhofstraße nimmt. Eine andere fühlte sich von den vielen Eindrücken so überwältigt, dass sie ein Wimmelbuch gestaltete. “Einige Studierende widmeten sich auch gesellschaftskritischen Themen, denen sie im Bereich der Bahnhofstraße begegneten”, erzählt Natasha Doshi. So entstand ein berührendes Fotobuch über Obdachlose – der Student führte dafür auch Gespräche im Kaplan-Bonetti-Haus. Auch Drogenabhängigkeit war Thema eines Projektes.

Bei der Vernissage stellten die Studierenden ihre Projekte persönlich vor und gaben Einblicke in ihre kreativen Prozesse.
Bei der Vernissage stellten die Studierenden ihre Projekte persönlich vor und gaben Einblicke in ihre kreativen Prozesse.

Verschiedene Formate

Seit 12. Mai sind 25 der Arbeiten im WirkRaum der Caritas ausgestellt und zeigen die Bahnhofstraße aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Darunter auch das Projekt “Streetspices”. Die verantwortliche Studentin ist gelernte Köchin und hat ihre kulinarischen Kenntnisse in ihr gestalterisches Projekt einfließen lassen. Sie hat sich vier markante Häuser in der Bahnhofstraße ausgesucht und für jedes ein individuelles, zur “Persönlichkeit” des Hauses passendes Gewürz kreiert. “Es ist beeindruckend, wie vielfältig die Gestaltungsprojekte sind und auf welch hohem Niveau die Studierenden ihre Ideen bereits im ersten Semester umgesetzt haben”, betont Natasha Doshi, die das Projekt gemeinsam mit Sabine Sowieja geleitet hat.

Positives Feedback

Nachdem die Gestaltungsprojekte bereits im Jänner intern in der FH Vorarlberg ausgestellt waren, wurden sie nun im WirkRaum einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. “Die Studierenden haben viele positive Rückmeldungen bekommen – es gab sogar Anfragen, das Kinderbuch zu kaufen”, erzählt Natasha Doshi. Wer die Ausstellung “Bahnhofstraße – Wo Gewohntes sich verwandelt” im WirkRaum sehen möchte, hat nur noch bis diesen Donnerstag die Möglichkeit dazu. Am Donnerstagabend laden die Studierenden ab 17 Uhr zur feierlichen Finissage mit kleinem Rahmenprogramm. Dabei werden nicht nur ausgewählte Arbeiten präsentiert, sondern auch die Geschichten dahinter noch einmal lebendig.LCF

Die Ausstellung im WirkRaum der Caritas stieß auf großes Interesse und lud zum Austausch über die vielfältigen Arbeiten ein.
Die Ausstellung im WirkRaum der Caritas stieß auf großes Interesse und lud zum Austausch über die vielfältigen Arbeiten ein.
Einige Projekte wurden bei der Vernissage präsentiert – darunter Bücher, Texte und multimediale Arbeiten.
Einige Projekte wurden bei der Vernissage präsentiert – darunter Bücher, Texte und multimediale Arbeiten.
Zum Abschluss laden die Studierenden am Donnerstag ab 17 Uhr zur Finissage ein.
Zum Abschluss laden die Studierenden am Donnerstag ab 17 Uhr zur Finissage ein.
Die gelernte Köchin hinter dem Projekt „Streetspices“ stellte ihre Idee vor, Häuser der Bahnhofstraße in individuelle Gewürzmischungen zu übersetzen.
Die gelernte Köchin hinter dem Projekt “Streetspices” stellte ihre Idee vor, Häuser der Bahnhofstraße in individuelle Gewürzmischungen zu übersetzen.
Das Projekt „Streetspices“ verband Gestaltung und Kulinarik und lud die Gäste dazu ein, die Bahnhofstraße mit allen Sinnen zu entdecken.
Das Projekt “Streetspices” verband Gestaltung und Kulinarik und lud die Gäste dazu ein, die Bahnhofstraße mit allen Sinnen zu entdecken.