Hitzeschlacht für Schwarzacher Gipfelstürmer

VN / 10.06.2026 • 11:37 Uhr
Bei der Siegerehrung für die Mannschaften wurde es auf dem Podest richtig eng. Der Bühel-Sprint war allemal eine gute Idee, das Musikfest mit einem lustigen sportlichen Event zu starten. PETER STRAUSS
Bei der Siegerehrung für die Mannschaften wurde es auf dem Podest richtig eng. Der Bühel-Sprint war allemal eine gute Idee, das Musikfest mit einem lustigen sportlichen Event zu starten.peter strauss

Beim Jubiläumsfest der Musik waren die Sportlichen bei einer neuen Disziplin gefordert

Schwarzach Skibergsteigen ist seit heuer sogar eine olympische Disziplin – vielleicht schafft es auch die sommerliche Version dieses Gipfelsturms einmal ins Olympia-Programm. Dann werden Schwarzachs Musikanten als Pioniere gefeiert, denn sie haben diesen “Bühel-Sprint” bereits für ihr 170-Jahr-Jubiläum “erfunden”. In einer wahren Hitzeschlacht mühten sich zahlreiche Läuferinnen und Läufer über den Steilhang bei der Festarena und kämpften um die Pokale in einer spannenden Sportart, die durchaus das Potenzial hat, als fixes Rahmenprogramm für derartige Feste aufgenommen zu werden.

Auf die Plätze . . . Und los geht die Jagd auf den Bühel!
Auf die Plätze … Und los geht die Jagd auf den Bühel!

Einer lief allen davon

Am Steilhang ging es um Hundertstelsekunden – zwischen dem Zweiten der Herrenklasse, Aron Immler (15,85 Sekunden) und Christian Rüf (15,86) lag nur der Hauch eines Hundertstels. Mit drei Zehntel Rückstand war Peter Schwendinger weit vom Podium entfernt nur Siebenter. Das wertet die Leistung des Siegers gewaltig auf, denn Jonas Stradner distanzierte mit seiner Fabelzeit von 14,17 Sekunden den Zweiten um unglaubliche 1,68 Sekunden. Er hatte wohl die beste Taktik gefunden und den schnellsten Weg nach oben gewählt, denn darauf kam es wohl an: von den verschiedenen Linien – links oder rechts oder einfach ab durch die Mitte – die richtige zu wählen. Hinter dem Podium schafften Stefan Winder, Florian Nenning und Benni Gölz die Ränge vier bis sechs.

Schlussläufer des Teams Sirenen-Bier mit dem Mini-Fässchen: „Ich muss mich beeilen, die durstigen Kollegen warten schon sehnsüchtig auf mich . . .“
Schlussläufer des Teams Sirenen-Bier mit dem Mini-Fässchen: “Ich muss mich beeilen, die durstigen Kollegen warten schon sehnsüchtig auf mich.”

Die Damen hielten sich im Vergleich mit den Läufern wacker – Siegerin Heidi Fuchshofer wäre mit ihrer Zeit in der Herrenwertung im vorderen Mittelfeld gelandet und ließ dabei Ella Flatz, Melanie Schwendinger, Gloria Graninger und Tanja Kainbichler hinter sich.

Die Blackriver Bikerinnen waren zu Fuß nicht unbedingt in ihrem Element, per Bike wäre die Strecke aber wohl zu steil gewesen . . .
Die Blackriver Bikerinnen waren zu Fuß nicht unbedingt in ihrem Element, per Bike wäre die Strecke aber wohl zu steil gewesen.

Noch erfolgreicher war Maya Fuchshofer in der gemeinsam gewerteten Jugendklasse, den Bergflitzern: Sie schaffte es hinter dem Sieger Jonny Dunlop und dem Zweiten Moritz Zündel sogar als Dritte aufs Podest.

“Bergler” klar im Vorteil

Nicht minder spannend war der Kampf in der Teamwertung, für die die jeweils besten drei Zeiten jeder Mannschaft zählten. Hier zeigte sich, dass Bildsteins “Bergler” klar im Vorteil waren. Bildstein kam auf die Plätze eins und zwei, dahinter die Feuerwehr Schwarzach und der “Freistaat Ülatobel”, der den Pokal des Dritten nur um 33 Hundertstelsekunden verpasste. Für Bildstein waren die Sieger Stefan Winder, Samuel Gunz, Florian Nenning und Marc Ganahl angetreten; dem zweitplatzierten Team gehörten Jakob Eller, Jakob Winder, Aron und Lukas Immler sowie Simon Zündel an.

Wettkampfleiter Rudolf Breuss nahm gemeinsam mit Elena Winder und Chiara Lecher und überreichte den Bergflitzern Jonny Dunlop (1.) Moritz Zündel (2.) und Maya Fuchshofer (3.) die Pokale.   
Wettkampfleiter Rudolf Breuss nahm gemeinsam mit Elena Winder und Chiara Lecher und überreichte den Bergflitzern Jonny Dunlop (1.) Moritz Zündel (2.) und Maya Fuchshofer (3.) die Pokale.

Ganz spezielle Wettkämpfer

Unter den zwei Dutzend Mannschaften waren auch skurrile Teams wie die Haubentaucherinnen vom Mölgga-Gumpa, “die Gewinner”, die entgegen ihrem optimistischen Namen weit abgeschlagen am Ende des Feldes landeten, die Blackriverbikeladys, die mit dem Kampf um den Sieg auch nichts zu tun hatten, oder ganz besonders das Team Sirenen-Bier. Eine lustige Gruppe von Nachbarn, die sich immer dann, wenn in Schwarzach die Sirene ertönt (das ist in der Regel jeden Samstag um 12 Uhr der Fall), zusammenfindet, um gemeinsam ein Bier zu trinken. Beim Bühel-Sprint waren sie deutlich gehandicapt, denn sie schleppten dabei Stehtischchen, Gläser und ein Mini-Fässchen mit nach oben und genossen, im Ziel angekommen, ihr Bier ausnahmsweise ohne die Sirene.

Die Nationalmannschaft des Freistaats Ülatobel schlug sich wacker, auf die Bronzemedaille fehlten nur lächerliche 33 Hundertstelsekunden.     . . .
Die Nationalmannschaft des Freistaats Ülatobel schlug sich wacker, auf die Bronzemedaille fehlten nur lächerliche 33 Hundertstelsekunden.

Spannung hinausgezögert

Nach dem im wahrsten Sinne des Wortes heißen Wettkampf wurde die Spannung noch stundenlang hinausgezögert, denn Wettkampfleiter Rudolf Breuss nahm gemeinsam mit Elena Winder und Chiara Lecher die Siegerehrungen erst vor großem Publikum im Rahmen des abendlichen Konzertprogramms vor. STP 

Das Podest der Herrenwertung: Jonas Stradner (1.), Aron Immler (2.) und Christian Rüf (3.).
Das Podest der Herrenwertung: Jonas Stradner (1.), Aron Immler (2.) und Christian Rüf (3.).
Strahlende Sonne und brütende Hitze waren für die „Nachteulen“ ohne Frage ein Handicap, der vierte Platz war allemal ein Grund zum Feiern
Strahlende Sonne und brütende Hitze waren für die “Nachteulen” ohne Frage ein Handicap, der vierte Platz war allemal ein Grund zum Feiern.
Die schnellsten Damen: Heidi Fuchshofer (1.), Ella Flatz (2.) und Melanie Schwendinger (3.).
Die schnellsten Damen: Heidi Fuchshofer (1.), Ella Flatz (2.) und Melanie Schwendinger (3.).
Um den Sieg mischte das Team Sirenen-Bier nicht mit, dafür schafften die Läufer das Equipment (Tischchen, Gläser, Bierfässchen) für einen fröhlichen Umtrunk mit nach oben ins Ziel.
Um den Sieg mischte das Team Sirenen-Bier nicht mit, dafür schafften die Läufer das Equipment (Tischchen, Gläser, Bierfässchen) für einen fröhlichen Umtrunk mit nach oben ins Ziel.
Fast 100 Läuferinnen und Läufer stellten sich der sportlich-humorvollen Herausforderung.
Fast 100 Läuferinnen und Läufer stellten sich der sportlich-humorvollen Herausforderung.