Auf den Spuren von Lustenaus Geschichte

Austria Guide Vreni König führte Schüler durch ihre Heimatgemeinde.
Lustenau “Lustenau gibt es seit mehr als 1000 Jahren”, begann Austria Guide Vreni König ihren Rundgang mit der 4a-Klasse der Volksschule Rotkreuz. Die Volksschüler trafen sich mit ihr am Montagnachmittag am Kirchplatz im Zentrum, um gemeinsam die Geschichte und Besonderheiten Lustenaus zu erkunden. Kindgerecht und spannend vermittelte König den jungen Zuhörern interessante Fakten über ihre Heimatgemeinde. Gebannt lauschten die Schüler und tauchten mit ihr in die Vergangenheit Lustenaus ein.

Sonderstellung Reichshof
Eine Besonderheit Lustenaus ist seine historische Bedeutung als Reichshof. “Die heutige Marktgemeinde war einst ein Reichshof”, erklärte Vreni König. König Karl III., genannt “Karl der Dicke”, erhob Lustenau zunächst zum Königshof; später wurde Lustenau zum Reichshof, wodurch der Ort direkt dem Kaiser unterstellt war. Noch heute erinnern der Reichshofsaal, das Reichshofstadion und die Reichshofstraße an diese besondere Stellung.

“Seit über 1000 Jahren gibt es in Lustenau eine Kirche, die mindestens zweimal vom Rhein weggespült wurde”, erzählte König weiter. Auf der Kirchturmspitze befindet sich bis heute eine goldene Zeitkapsel, in der einst Dokumente verschlossen wurden. “Dieser Ort galt als einer der sichersten überhaupt, weder Feuer noch Wasser konnten der Kapsel etwas anhaben”, sagte sie. Die Kinder richteten neugierig ihre Blicke auf die Zeitkapsel. Selbst der amtierende Bürgermeister, wie er den Kindern vor dem Rathaus verriet, weiß nicht genau, was sich darin befindet. Vor dem Rathaus betrachteten sie noch ganz genau das Wappen von Lustenau, das einen aufstehenden Löwen mit einer Krone zeigt. Dies verdeutlicht den Reichshof. Drei Ähren im Schild sollen daran erinnern, dass Lustenau viel Getreide angebaut hat und einen fruchtbaren Boden hatte.

Die Straßenbahn durch Lustenau
Auch die Verkehrsgeschichte Lustenaus sorgte für Staunen: Einst fuhr die Elektrische Bahn Dornbirn–Lustenau (EBDL) von Dornbirn nach Lustenau. “Die Bahn war allerdings ziemlich langsam, weshalb sie von den Bewohnern scherzhaft als ‚elende Beförderung dummer Leute‘ bezeichnet wurde”, berichtete König. Um das zu testen, organisierten die Lustenauer ein Wettrennen zwischen der Straßenbahn und einer Fußballmannschafts-Staffel. “Ratet mal, wer schneller im Ziel war?”, fragte König die Kinder. Lachen erfüllte die Runde, als sie verriet: Die Fußballmannschaft erreichte Lustenau ganze zehn Minuten vor der Bahn.

Wissen aus vergangenen Tagen im Archiv
Zum Abschluss besuchten die Kinder das Lustenauer Archiv. Dort erklärte Archivleiter Oliver Heinzle die Entwicklung der Gemeinde und zeigte, welche historischen Dokumente im Archiv aufbewahrt werden. Die Kinder warfen einen Blick in alte Gemeindeblätter aus dem Jahr 1883, betrachteten ein Replikat der Gründungsurkunde und erhielten Einblicke, wie Lustenau früher ausgesehen hat. Am Ende der Führung stand für die Kinder fest: Lustenau blickt auf eine bewegte und faszinierende Geschichte zurück. BVS






