Busfahrer verkauft falsches und viel teureres Ticket – Neues VVV-Tarifsystem sorgt für Verwirrung

Das neue System soll einfacher sein, doch offenbar verstehen es nicht alle Busfahrer.
Wolfurt Gertraud Leherbauer ist schockiert, als sie ihr Busticket in den Händen hält. “Das kostet einfach zu viel”, sagt die 73-jährige Wolfurterin. Vorher zahlte sie für eine Tageskarte von Wolfurt nach Dornbirn fünf Euro. Plötzlich hält sie ein fast doppelt so teures Ticket für 9,70 Euro in der Hand. Sie ist vom neuen Tarifsystem des Verkehrsverbundes Vorarlberg (VVV) schockiert. Doch wie sich herausstellt, hat ihr der Busfahrer ein völlig falsches Ticket verkauft.

Irrtum beim Ticketkauf
Leherbauer wollte ein Tagesticket von Wolfurt nach Dornbirn. Vom Busfahrer wurde ihr eine 24-Stunden-Regiokarte der Zone vier verkauft. Das war gleich doppelt falsch: Erstens zählt Wolfurt zu den Regios zwei und drei. Und zweitens hätte sie mit einem 24-Stunden-Lokalticket für die Zone Lauterach um 5,10 Euro fahren können (oder für 4,60 Euro, falls sie das Ticket beim Automaten gekauft hätte). Demnach ist das Ticket seit der Tarifänderung am 1. Juni eigentlich nur um zehn Cent teurer geworden.


“Das tut uns leid, das sollte nicht passieren”, heißt es vonseiten des VVV. Schon seit April sollen alle Verkehrsunternehmen besucht und die Busfahrer geschult worden sein. Außerdem wurden ihnen Unterlagen und die Software für die neue Benutzeroberfläche des Bordcomputers zur Verfügung gestellt, damit sie danach noch weiter üben können. “Das jetzige System des Bordcomputers ist eigentlich einfacher, weil es viel klickärmer ist. Man muss lediglich die Zonen kennen und lernen.” Das hat der besagte Busfahrer offenbar nicht getan.

Da das neue Tarifsystem noch keine zwei Wochen in Kraft ist, besteht an einigen Stellen noch Nachbesserungsbedarf. Gertraud Leherbauer und alle anderen, die ein falsch ausgestelltes Ticket bekommen haben, sollen sich jedenfalls beim VVV melden. “Da finden wir mit Sicherheit eine Lösung.”
Verwirrung beim Automaten
Der Vorfall zeigt, dass man sich gerade in der jetzigen Anfangsphase auch selbst über die neuen Tarife informieren sollte. Eine einfache Möglichkeit dafür bietet der Online-Tariffinder. Wenn man bei diesem die verschiedenen Zonen auswählt, wird angezeigt, für welche Orte die Auswahl gültig ist.
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Schwieriger wird es für Fahrgäste, die ihr Ticket direkt am Automaten im Bus kaufen wollen. Dort kann nicht einfach der gewünschte Zielort eingegeben werden. Stattdessen müssen Fahrgäste zwischen den Tarifstufen Lokal, Regio und Maximo wählen. Welcher Ort welcher Zone zugeordnet ist, wird im Bus allerdings nirgends angezeigt.



Während Ortskundige bei den Regio-Zonen noch eher abschätzen können, welche Gemeinden vermutlich dazugehören, gestaltet sich das bei den Lokalzonen schwieriger. Diese sind zudem im Flyer, der laut VVV an alle Vorarlberger Haushalte verschickt worden sein soll, nicht ausgewiesen. Wer sich nicht bereits im Vorfeld informiert oder eine entsprechende Übersicht ausgedruckt hat, ist daher auf das Smartphone oder die Auskunft des Busfahrers angewiesen – in der Hoffnung, dass dieser die Zuordnung gut gelernt hat.