Überstunden, Journaldienste: So viel Mehrarbeit muss Vorarlbergs Polizei leisten

Die Polizei will größer statt kleiner werden und mehr Beamte auf die Straße bringen. Das ist der Stand der Dinge.
Bregenz 2024 war die Debatte um die Arbeitsbelastung der Vorarlberger Exekutive groß. Per Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an das Bundesministerium für Inneres (BMI) versuchten die VN herauszufinden, was sich seitdem tat.
Es fehlen Beamte auf der Straße
Dabei muss gesagt sein: Das Innenministerium schweigt mit Verweis auf die nationale Sicherheit zur Personalsituation in gewissen Teilbereichen, etwa dem Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung.
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Dies hat Auswirkungen auf die Datenbasis: So versicherte die Landespolizeidirektion 2024, dass 2023 die Planstellen sogar überbesetzt waren und sprach von 1002 Exekutiv- und 90 Vertragsbediensteten. Die Anfragebeantwortung des BMI zeigt mit Stand 1.1.2024 und besagten Lücken folgendes Bild: 62 der 956 Planstellen der Exekutive von der Landespolizeidirektion (LPD) über die Bezirkskommanden (BPK) bis zu den Polizeiinspektionen (PI) waren nicht besetzt. Konzentriert man sich auf die Beamten auf der Straße, sprich die PI und Bezirksleitstellen (BLS), fehlten 25 Vollzeitkräfte. Die meisten davon in der Landeshauptstadt: Die Bezirksleitstelle, Fremden- und Grenzpolizei und die PI Bregenz waren gemeinsam zehn Personen unter dem Soll von 67 Personen.
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Überstunden und Journaldienste
Exekutivbeamte müssen neben dem regulären Dienst bis zu 28 Journalstunden im Monat leisten, für die kein Zeitausgleich möglich ist. Dies sind Bürostunden, über die auch Bereitschaftsdienste in der Nacht abgedeckt werden. Deren Zahl blieb daher seit 2023 recht konstant. Pro VBÄ werden im Jahr zwischen 252,28 (2025) und 265,01 (2023) Stunden geleistet. Ein 40-Stunden-Beruf kommt auf 174 Stunden im Monat, Polizisten damit in der Norm auf bis zu 202 Monatsstunden.
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Die Überstundenlast schwankt je nach Dienststelle stark. Im Durchschnitt leisteten die Mitarbeiter der Polizei inklusive der Verwaltung 2023 141,18 Überstunden pro Kopf. Dies sank bis 2025 auf 113,80 Stunden. Insgesamt waren es damit 142.958,12 Überstunden im Jahr 2023, 132.798,86 im Jahr darauf und schlussendlich 120.936,73 im Jahr 2025.
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Und es wäre nicht falsch zu behaupten, dass sich auch der Durchschnitt auf den einzelnen Posten leicht verbesserte. 2023 waren elf PI mit mehr als 200 jährlichen Überstunden pro Kopf zu verzeichnen. 2024 waren es fünf, 2025 nur mehr drei PI. Aber, von den 35 Dienststellen inklusive LPD verzeichneten 2023 20 PI mehr als 150 Überstunden pro Kopf. 2025 waren es mit 18 Dienststellen beinahe gleich viel.
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Kampf um Trendwende
Parallel läuft seit Jahren eine Personaloffensive: Mit Dezember 2025 gab es fünf Planstellen und 50 Polizeischüler mehr als noch Anfang 2023. Österreichweit verzeichnet die Personalbilanz für 2025 einen Zuwachs von 620 Personen, trotz 798 Pensionierungen und 170 freiwilligen Austritten.
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Doch stehen der LPD Vorarlberg und den ihr untergeordneten Bezirkskommanden und Polizeiinspektionen beim Stammpersonal insgesamt 31 Personen weniger zur Verfügung als Anfang 2023. Die karenzierten Personen sind hier noch nicht berücksichtigt. Blickt man auf die geleistete Arbeitszeit, wurden Anfang 2022 noch 814,7 VBÄ gezählt, Ende 2025 waren es noch 796,2 – 18 Vollzeitstellen weniger als noch beinahe drei Jahre zuvor. Bei der Verwaltung ist der Trend anders: Die VBÄ wuchsen von 71,5 auf 75,9, das Stammpersonal von 84 auf 88 Personen.
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Mit Blick auf die Planstellen waren damit im Bereich der Exekutive 81 der 960 Stellen unbesetzt. Anfang 2022 waren es nur 45 der 955 Planstellen. Allein in der LPD, bei der unter anderem etwa die Kriminalpolizei angegliedert ist, wuchs die Differenz zum Sollstand von 27 auf 45, bei nur einer zusätzlichen Planstelle.