Nach Begegnung mit Exhibitionisten in der Idylle: “Dieser Kraftort wurde zum Angstort!”

Zwei junge Vorarlbergerinnen bewiesen respektablen Mut, als sie im Galinawald ein schockierendes Erlebnis hatten.
Nenzing Nach diesem erschütternden Erlebnis möchten die beiden 24-jährigen Oberländerinnen Karin F. und Barbara S. (Namen der Redaktion bekannt) anonym bleiben. Auf keinen Fall geheim halten möchten sie jedoch das, was ihnen am 21. Mai im Galinawald in Nenzing widerfahren ist. Dies vor allem auch, um andere Frauen und potenziell Betroffene vor ähnlichen Erfahrungen zu schützen.
Die beiden Freundinnen lieben die Oase der Ruhe in der dortigen Natur. An jenem Nachmittag saßen sie auf einem Baumstamm an der Wassertrete beim Galinabach. Wie schon öfters. Eine Stelle, die die beiden als friedlichen “Kraftort” auf sich einwirken lassen.
Doch plötzlich wurde der Frieden in dieser Idylle abrupt gestört. Und das auf durchaus schockierende Weise.
Ein Mann im Gebüsch
“Nach einiger Zeit bemerkten wir, dass wir nicht allein waren”, schildert Karin F. den VN. Hinter ihnen raschelte es im Gebüsch. “Nach einiger Zeit bemerkten wir einen Mann, der sich hinter uns aufhielt. Anfangs dachten wir uns nichts dabei. Doch je länger wir dort saßen, desto deutlicher wurde, dass der Mann uns beobachtete und sich dabei selbst befriedigte. Als wir uns immer wieder zu ihm hindrehten, versuchte er, sich zu verstecken”, erinnert sich Karin, und: “Das Ganze dauerte länger als zwanzig Minuten.”
Auf Video festgehalten
Die jungen Frauen zeichneten die ungustiöse Szene per Handyvideo auf. Als Beweismittel für die Polizei, der sie den Vorfall meldeten – noch vor Ort und sofort. Der offensichtliche Exhibitionist musste das bemerkt haben und suchte das Weite. Obwohl noch schockiert, bewiesen Karin F. und Barbara S. bemerkenswerte Courage und nahmen die Verfolgung des Unbekannten auf.

Auf dem Waldweg oberhalb der Wassertrete stellten sie den Mann, der wie ein unauffälliger Wanderer seines Weges zog. “Als wir ihn ansprachen, reagierte er ausweichend und bestritt, die Person im Gebüsch gewesen zu sein. Nach und nach gab er es aber zu. Dann lief er weg. Als die Polizei vor Ort eintraf, war er bereits spurlos verschwunden”, schildert Barbara S.
Bei Waschanlage wiedererkannt
Eine Woche danach: Barbara erkannte denselben Mann bei einer Autowaschanlage in Gisingen wieder. Sein Aussehen und seine markanten Tattoos stimmten überein. Für die 24-Jährige bestand kein Zweifel: Das war der Mann, der sie im Galinawald sexuell belästigt hatte. Erneut fotografierte sie ihn. Und das Kennzeichen seines Fahrzeuges, um es der Polizei zu übermitteln. Was die Oberländerin dann auch tat.
“Nicht ernst genommen”
Eines bedrückt und befremdet die beiden Vorarlbergerinnen jedoch, wie Karin F. den VN gegenüber betont: “Bis heute haben wir von der Polizei keine Informationen über den Stand der Ermittlungen erhalten. Bisher sind wir in diesem Fall nicht einmal als Opfer und Zeuginnen einvernommen worden. Bei unserem Kontakt mit der Polizei hatten wir zudem das Gefühl, nicht wirklich ernst genommen zu werden. Als Frauen verunsichert uns das zutiefst. Wer einen Vorfall meldet, sollte das Gefühl haben, dass seine Sorgen ernst genommen werden. Die Galina war für uns immer ein Ort der Erholung. Doch seit diesem Erlebnis wurde aus diesem Kraftort für uns ein Angstort!”