WM 2027 im Montafon: Das zahlen die Gemeinden

VN / 17.06.2026 • 09:30 Uhr
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Nächstes Jahr im März finden im Montafon die FIS Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften 2027 statt. Alle Bilder: Marie-Christin Schilcher – Montafon Tourismus GmbH

Die FIS Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften 2027 gelten als größte Wintersportveranstaltung in Vorarlberg. Dafür greifen die Montafoner Gemeinden tief in die Kasse.

Montafon Die FIS Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften im Montafon rücken näher. Von 6. bis 21. März 2027 wird das Montafon Austragungsort für Wettkämpfe der weltbesten Ski- und Snowboardfahrer sein. Dass das Event für die Gemeinden kostspielig wird, war diesen bereits bei der Bewerbung als Austragungsort bewusst.

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Die WM 2027 im Montafon ist die größte Wintersportveranstaltung, die jemals in Vorarlberg ausgetragen wurde.

“Die Gelder werden von den acht Montafoner Tourismusgemeinden beigesteuert”, erklärt Manuel Bitschnau, Geschäftsführer von Montafon Tourismus. Lorüns und Stallehr gehören nicht dazu. Die Bewerbung erfolgte für das Montafon als Ganzes und wurde von den Gemeindevertretungen mehrheitlich oder einstimmig beschlossen, so Bitschnau. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) veranstaltet die WM 2027 und hat die Verträge mit dem Montafon abgeschlossen. Die Gemeinden steuern insgesamt 1,1 Millionen Euro bei. Der Beitrag wird nach den gästetaxepflichtigen Nächtigungen des Jahres 2019 auf die Gemeinden aufgeteilt. Über die Gesamtkosten der WM 2027 wollte der ÖSV auf VN-Anfrage keine Auskunft geben.

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Die Austragungsstätten wurden nach topografischen und sportfachlichen Kriterien ausgewählt.

International präsent

“Diese Veranstaltung ist die größte Wintersportveranstaltung, die jemals in Vorarlberg ausgetragen wurde. Für die gesamte Talschaft Montafon entsteht dadurch eine außergewöhnlich hohe internationale Sichtbarkeit”, sagt Manuel Bitschnau. Das Montafon soll dadurch langfristig als Wintersport- und Ganzjahresdestination positioniert werden. Zum Vergleich mit der letzten Weltmeisterschaft in St. Moritz im Jahr 2025 sind über 350 internationale Medienvertreterinnen und -vertreter, rund 200 Live-Stunden im TV sowie mehr als 500 Stunden TV-Gesamtberichterstattung bei insgesamt 31 Medaillenentscheidungen im Montafon zu erwarten.

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Am Golm wird der Buckelpisten-Bewerb ausgetragen.

Die Wettkämpfe und das Rahmenprogramm werden bewusst über das gesamte Montafon verteilt, sodass möglichst viele Gemeinden davon profitieren. Die Austragungsstätten wurden nach topografischen und sportfachlichen Kriterien ausgewählt. Jeder Partner übernimmt seinen Aufgabenbereich: Montafon Tourismus organisiert Unterkünfte, das Pressezentrum, das Volontär-Zentrum sowie die Eröffnungs- und Schlussfeier. Die Bergbahnen stellen die Infrastruktur am Berg bereit, die Skiklubs führen die Bewerbe durch, und die Gemeinden sowie das Land Vorarlberg tragen die Veranstaltung finanziell mit.

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31 Medaillenentscheidungen werden zu sehen sein.

Beiträge im sechsstelligen Bereich

Die Gemeinden beschlossen ihre Beiträge bereits in den vergangenen Monaten, darunter St. Gallenkirch (359.608 Euro), Gaschurn (262.360 Euro), Tschagguns (131.381 Euro) und Bartholomäberg (74.001 Euro). Der Beschluss in Gaschurn war allerdings von einer längeren Diskussion begleitet und fiel nicht einstimmig aus.

Bürgerliste „Metnand för Schru“ mit Bürgermeisterkandidat Jürgen Haller
Bürgermeister Jürgen Haller befürwortet die WM 2027. In Schruns finden die Siegerehrungen statt. Philipp Schilcher

Schruns muss ebenfalls eine “gute Summe” zahlen, sagt Bürgermeister Jürgen Haller. Die WM-Beiträge wurden bereits 2019 festgelegt. Jede Gemeinde wisse also lange im Voraus, welche finanziellen Belastungen auf sie zukommen. Für das Montafon und seine Außenwirkung sei die Veranstaltung essenziell, so Haller. “Alle Bürgermeister stehen dahinter.”

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Das Montafon erwartet sich mit der WM eine hohe internationale Sichtbarkeit.

Bürgermeister Florian Küng sagt, die Gemeinde Vandans müsse knapp 50.000 Euro als Beitrag zahlen. Vandans erhöhte bereits 2022 die Gästetaxe zur Finanzierung des WM-Beitrags. Die Freestyle-Wintersportarten hätten sich längst zu Trendsportarten entwickelt, meint Küng. “Wir wollen uns einen Namen machen im Freestyle-Bereich.” Mit der Veranstaltung sollen neue Märkte erschlossen und neue Zielgruppen gewonnen werden. St. Anton im Montafon muss rund 9000 Euro zahlen. Aufgrund der geringeren Nächtigungszahlen fällt der Beitrag dort niedriger aus. Bürgermeister Helmut Pechhacker bewertet die Weltmeisterschaft als “eine Chance für die Region, die nie wieder kommt”.