Kunst-Speed-Datings im kukuphi

In der Galerie kukuphi in Bludenz sind derzeit 56 Werke zahlreicher Künstlerinnen und Künstler zu sehen.
Bludenz “Kunst soll die Seele berühren”, meint die Künstlerin und Galeristin Sigrid Fritsche. Am Donnerstagabend lud sie in ihre Kellergalerie kukuphi – dies steht für Kunst, Kultur und Philosophie – zum ersten Kunst-Speed-Dating. Das zweite Dating fand am Donnerstag (18. Juni, ab 16 Uhr) statt. Die Datings Nummer drei bis fünf werden am Freitag, dem 19. Juni, Donnerstag, dem 25., und Freitag, dem 26. Juni, jeweils ab 16 Uhr auf dem Programm stehen. Am ersten Abend machte die Galeristin neugierig auf mehr: “Es könnte heute im kukuphi durchaus ‚Liebe auf den ersten Blick‘ passieren. Ein wunderschönes Gefühl. Wir kennen das vielleicht alle, aber eine Zufallsverliebtheit in der Kunst hat keine weitreichenden und tragischen Konsequenzen. Mit einem Kunstwerk verbringt man trotzdem oft mehr Lebenszeit als mit einem Partner! Es widerspricht nicht und erfreut uns immer wieder”, hob Sigrid Fritsche hervor.

In der Gegenwart der künstlerischen Arbeit könne der Mensch ganz einfach nur sein. Wie man aussieht oder was man macht, spiele keine Rolle. Es zähle, wie die Person ist, nicht, was sie erzählt. Es werde eine “wunderbare Partnerschaft” sein – und sollte es zu einer Trennung kommen, wolle man das Werk weiterhin wohlbehütet wissen. “Ein Kunst-Speed-Dating ermöglicht es uns, nicht hin und her überlegen zu müssen und Freunde zu fragen, ob die Beziehung gut ist – wir kommen, sehen, sind begeistert und haben eine Seelenverwandtschaft gefunden. Es hat gefunkt”, stellt die Galeristin lächelnd fest. “Schlimmstenfalls” verschenke man das Bild oder die Skulptur später irgendwann an eine gute Freundin oder einen guten Freund, dem das Werk Freude bereitet. Das Anschauen des Bildes sei sehr persönlich “und eine neue Erfahrung, sein Herz und sein Gefühl sprechen zu lassen. Die Kunst, ein schönes Spiel. – Ein bisschen Theater muss sein”!

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler an der neuen Ausstellung sind Berthild Zierl, Carmen Lins, Gernot Riedmann, Matthias “Masu” Baumgartner, Marcel Dengel, Thomas Anton Rauch, Michael Salvadori, Kurt Bonner, Wilhelm Schramm, Elisabeth Suter, Angelika Strähle, Bernd Püribauer, Daniel Bragagna, Birgit Sargant, Peter Joschika, “Max” Khüny, Stefan Kresser, Cornelia Pecoraro, Silvia Comploj, Karoline Schaffenrath, Edith Mahner, Leonie Rudolph, Viktoria Matryuk und Sigrid Fritsche. Berthild Zierl ist die Präsidentin der ältesten Standes- und Interessensvertretung “Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs”, Landesverband Wien, Niederösterreich und Burgenland. Vor zwei Jahren wurde sie mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Berthild Zierl setzt sich neben ihrer künstlerischen Arbeit unermüdlich für die Stärkung der sozialen Rechte und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler ein. Mit ebensolch starkem Engagement etablierte sie das Archiv der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs.
Beide Werke Berthild Zierls im kukuphi (“Kraft” und “4 Jahreszeiten”) gefallen Sigrid Fritsche sehr gut. “Ein Sammler hat diese Werke irgendwann einmal erstanden. Jetzt hat er beschlossen, diese Arbeiten der Öffentlichkeit zu zeigen. Interessenten können sie kaufen.” Berthild Zierls Arbeiten befinden sich international in privatem und öffentlichem Besitz. In “Bildende Kunst in Vorarlberg nach 1945 bis 2005” und in “100 Jahre BV – 100 Jahre Kunst in Bewegung” ist ihre Künstlerbiografie veröffentlicht worden. SCO






