Windräder am Arlberg: Noch sind einige Fragen offen

Mit einem Mast werden seit einem Jahr die Windverhältnisse auf der Alpe Rauz geprüft.
Klösterle, Bregenz Seit einem Jahr wird hoch über der Alpe Rauz gemessen. Um herauszufinden, ob sich der Standort für Windräder eignet, haben die Projektbetreiber im Juni 2025 dort einen 83 Meter hohen Messmast errichten lassen. Die Instrumente erfassen seither Daten wie Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftdruck und Temperatur. Gleichzeitig werden die Flugbewegungen von Vögeln und Fledermäusen aufgezeichnet.

Die Messungen waren für rund ein Jahr angesetzt. Im Vorfeld wurden bereits Lasermessungen durchgeführt. Wie es mit dem Vorhaben weitergeht, ist derzeit allerdings noch offen. Hinter vorgehaltener Hand wird seit Längerem darüber spekuliert, dass die Windverhältnisse auf der Alpe Rauz hinter den Erwartungen zurückbleiben. Ein möglicher Grund könnte der vergleichsweise schwache Winter gewesen sein.

„Die Auswertung für das letzte Quartal fehlt noch und es steht eine Verlängerung der Messungen im Raum. Eine endgültige Entscheidung kann daher derzeit noch nicht getroffen werden“, erklärt die illwerke vkw auf Anfrage. Derzeit befinde man sich außerdem mit den ÖBB in Gesprächen über die weitere Vorgehensweise.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Hintergrund: Die Liechtensteinische Initiativgruppe für Energienachhaltigkeit LIGEN hat ihre Beteiligung am Projekt unlängst an die ÖBB abgetreten. Neben der illwerke vkw ist außerdem die liechtensteinische Gemeinde Gamprin als Grundeigentümerin mit an Bord.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Gamprin hat die Alpe Rauz vor mehr als 100 Jahren erworben und seither mehrere Grundstücke dazugekauft bzw. getauscht. Unlängst sind im Gebiet „Rauzmäder“ weitere Flächen dazugekommen. Wie aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung hervorgeht, haben die Liechtensteiner Ende Mai dem Kauf von 58.092 Quadratmetern um 50.000 Euro zugestimmt. Ziel sei es, „die alpwirtschaftliche Nutzung langfristig zu stärken”. Mit dem geplanten Windkraftprojekt habe der Grundstückskauf nichts zu tun, betont Gemeindevorsteher Johannes Hasler. „Die Grundstücke befinden sich auf der anderen Seite“, erläutert er.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Im neuen Gesetz zum beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien (EABG) ist vorgesehen, dass bis 2030 in jedem Bundesland Windkraftanlagen errichtet werden. Für Vorarlberg ergibt sich ein zusätzlicher Ausbau von insgesamt 740 Gigawattstunden. Davon entfallen 400 auf Photovoltaik, 120 auf Wasserkraft und 60 auf Windkraft. Für den restlichen Anteil bleibt die Wahl der Technologie offen.