Diese Gemeinde will den Weg für Wiesengräber freimachen

Marktgemeinde stimmt über neue Friedhofsordnung ab.
Lustenau Auf dem Friedhof Hasenfeld gibt es eine rechteckige, in die Pflastersteine des Wegs eingefasste Wiese, auf der wild wachsende Blumen und Gräser gedeihen. Kompostierbare Urnen könnten hier bald schachbrettartig in die Erde eingelassen werden, Grabsteine und klassischer Blumenschmuck sind nicht vorgesehen. Die Namen der Verstorbenen werden an einer Gedenktafel neben der Wiese angebracht. Ein sogenanntes Wiesengrab.

Am Donnerstagabend wird die Lustenauer Gemeindevertretung über eine neue Friedhofsordnung abstimmen. Danach könnte dieses Wiesengrab bald als letzte Ruhestätte dienen. Damit reagiert die Gemeinde auf veränderte Bestattungsvorstellungen der Bevölkerung. “Wir haben Angehörige, die mit der Beisetzung ihrer Liebsten auf die Eröffnung des Wiesengrabes gewartet haben”, berichtet Lustenaus Vizebürgermeister Martin Fitz.
Während die Zahl traditioneller Erdbestattungen zurückgeht, steigt die Nachfrage nach Urnenbestattungen stetig an. Am Lustenauer Gemeindefriedhof im Hasenfeld können Angehörige aus mehreren Bestattungsformen auswählen. Neu im Angebot soll die Naturbestattung auf der eigens dafür vorgesehenen Wiesenfläche sein.

Im Einklang mit der Natur
Martin Fitz, Tiefbaugemeinderat und zuständig für den Friedhof, begrüßt die Einführung der Wiesenbestattung. “Gerade für naturverbundene Menschen ist das eine gute Alternative zu klassischen Bestattungsformen. Jeder Mensch hat einen eigenen Zugang zum Gedenken”, betont Fitz im Gespräch mit den VN. Er ist überzeugt, dass die Wiesenbestattung gut in der Bevölkerung ankommen wird. In der neuen Wiesenfläche können rund 190 Verstorbene ihre letzte Ruhestätte finden.

Wird die geplante Änderung der Friedhofsordnung im Gemeindeparlament angenommen, wird auch die Einsegnungshalle künftig nicht nur für Bestattungen am Hasenfelder Friedhof zur Verfügung gestellt, sondern auch jenen, die lediglich eine Verbindung zu Lustenau haben. “So können Personen, die an einem anderen Ort ihre letzte Ruhe finden, aber viele Angehörige und Freunde in Lustenau haben, eine Verabschiedung in der Einsegnungshalle abhalten. Gegen Voranmeldung und eine Gebühr ist dies künftig für alle möglich”, erklärt Martin Fitz.
Große Nachfrage nach Bürgergrab
Jene, die den Hinterbliebenen die Grab- und Blumenpflege ersparen möchten, können sich im sogenannten Bürgergrab bestatten lassen. Doch auch Menschen, die keine Angehörigen mehr haben oder diese weit entfernt sind, wählen gerne das Bürgergrab. “Seit Juni 2018 bietet die Gemeinde ein Bürgergrab an, bei dem wir als Gemeinde für den Blumenschmuck sorgen”, sagt Fitz. Auch hier entfällt der klassische Grabschmuck. Die Namen der Verstorbenen werden auf Gedenktafeln vermerkt. Das als Gemeinschaftsgrab angelegte Bürgergrab wurde kürzlich vergrößert und neu ausgerichtet, um einen besseren Zugang und mehr Sichtbarkeit zu gewährleisten. Zudem bietet es ausreichend Platz für Abschiedsfeiern. Die Arbeiten an dem größeren Bürgergrab wurden erst vor Kurzem abgeschlossen. BVS