Neue Ideen für den Kristberg: So will die Bahn mehr Gäste anlocken

Die Fahrgastzahlen gehen zurück. Mit neuen Angeboten und längeren Betriebszeiten will die Kristbergbahn nun gegensteuern.
Silbertal Johannes Boric ist seit acht Monaten neuer Geschäftsführer der Kristbergbahn im Silbertal. Damit die Silbertaler wissen, was die Kristbergbahn in den nächsten Monaten plant, veranstaltete er einen Informationsabend.

“Ich will euch mit ins Boot holen”, sagte Boric zu den Bürgern, denn bei der Bahn gebe es einige Neuerungen. “Ein neuer Besen ist da und ein neuer Besen kehrt ein bisschen anders”, sagte er über sich selbst. Die Kristbergbahn kennt er seit seiner Kindheit, da er direkt neben der Bahn wohnt und daher “sehr viel mitgekriegt” hat.
Teure Generalrevision
Ziel sei es, die Frequenz zu steigern. “Es ist ein Wirtschaftsbetrieb, der laufen muss”, sagte Boric. “Wenn etwas übrig bleibt, reinvestieren wir es in die Bahn oder in die Gemeinde.” Betriebsleiter Günter Säly informierte, dass allein die Generalrevision im Jahr 2030 500.000 Euro kosten wird. “Da steckt echt Kohle dahinter. Das muss man jetzt schon planen.” Dazu kommen die jährlichen Revisionen. “Im Frühjahr haben wir die Kabinen heruntergenommen und alles zerlegt”, berichtete Säly. Im Herbst müsse das Getriebe gewechselt werden.

Auch die Kristbergbahn hat Durststrecken, etwa in der Zwischensaison und an Regentagen. Deshalb bietet Boric ein erweitertes Programm an, um Menschen auf den Kristberg zu locken. So gibt es neuerdings jeden Donnerstag um 14 Uhr eine Führung durch die St.-Agatha-Kapelle, die älteste Kirche des Montafons. Ein Euro pro Gast wird für die Erhaltung der Kapelle eingehoben. Neu ist zudem eine Bergmesse in der St.-Agatha-Kapelle am 20. September.
“Luft nach oben”
“Das Programm schafft genau hier den Ausgleich”, erklärte Boric. Damit könne man die Zwischensaison besser überbrücken. “Wir haben Potenzial, aber da ist noch Luft nach oben.” Damit sprach er auch die gesunkenen Fahrgastzahlen an, die sich innerhalb von fünf Jahren um fast ein Drittel reduziert haben.

Acht Sonnenliegen werden aufgestellt. Das “Silbis Bergknappenfest” wurde adaptiert, und auch das “Silbis Entdeckerheft” ist neu und wird künftig zweimal jährlich erscheinen. Für Hoteliers und Privatvermieter wird ein “Knappenclub-Säckle” als Willkommensgeschenk für die kleinen Gäste zusammengestellt. Gefüllt ist dieses mit einem Gutschein für eine Jausenbox, Silbermünzen und dem Entdeckerheft.
Eine weitere Neuerung ist die WM-Gondel. Auch wenn im Silbertal kein Bewerb ausgetragen wird, tritt das Montafon dennoch als gemeinsame Destination bei den FIS Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften 2027 auf. “Wir wollen als Kristbergbahn ein Zeichen setzen und die Gäste darauf aufmerksam machen”, sagte Boric.

Bergknappenweihnacht
Ein weiteres Highlight ist die Bergknappenweihnacht, die bereits im vergangenen Jahr erfolgreich war. 1800 Besucher wurden an drei Tagen bei 60 Gondelfahrten registriert. “Wir wären schon mit 16 Gondelfahrten zufrieden gewesen”, sagte Boric. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. 15 Marktstände waren beim Panoramagasthof Kristberg aufgebaut. “Die Aussteller waren zufrieden”, und auch die Gastronomie erzielte gute Umsätze. Die Kristbergbahn habe so positive Rückmeldungen erhalten, dass sie heuer erneut die Bergknappenweihnacht veranstaltet. Diese findet diesmal hinter der alten Säge statt, mit einer lebensgroßen Krippe, zehn Marktständen und 14 Chören.
Die Betriebstage in der Sommersaison wurden ausgeweitet, sodass die Bahn nun vom 1. Mai bis 1. November fährt. Die Verlängerung der Betriebszeiten habe insbesondere den Vorteil, dass die anderen Bahnen im Montafon zu dieser Zeit noch geschlossen haben. “Wir sind die erste Bahn, die aufmacht, und die letzte Bahn, die zumacht.”