Rotes Kreuz im permanenten Hitzeeinsatz: So heiß ist die aktuelle Phase für die Rettung

Vorarlbergs Notfallhelfer stöhnen derzeit unter besonderen Belastungen. Rettungsdienst-Bereichsleiter Andreas Judex über die konkrete Situation.
Feldkirch Öfter als sonst durchdringen derzeit die heulenden Rettungssirenen die flimmernde Luft in der brütenden Hitze. Und zwar landauf und landab in ganz Vorarlberg. Viele Menschen erleiden in der Hitzewelle vor allem Kreislaufkollapse, Dehydrierungen und Erschöpfungen.
Das bestätigt den VN einer, der es wissen muss: Andreas Judex, Bereichsleiter Rettungsdienst beim Roten Kreuz Vorarlberg. “Derzeit kommt es vermehrt zu Hitzeeinsätzen. Bei der Rettungsleitstelle ist ein spürbar gesteigertes Einsatzaufkommen bemerkbar”, so Judex.
Ältere Menschen besonders betroffen
Unangenehme Auswirkungen der drückend hohen Temperaturen würden vor allem die vulnerable Gruppe älterer Menschen betreffen. Dies vor allem bei Freizeitaktivitäten wie Wandern, Tennisspielen oder einfach nur Spazierengehen. “Wobei es mich schon wundert, dass viele Leute trotz der permanenten Hitzewarnung nicht daran denken, genügend Flüssigkeit einzunehmen oder Ruhepausen einzulegen”, sagt der Bereichsleiter des Rettungsdienstes.

Man möchte meinen, dass extrem von der Hitze betroffene Berufsgruppen wie Bauarbeiter, Pflasterer oder Dachdecker besonders gefährdet seien. Doch dem sei nicht so. “Gerade in solchen Sparten ist man sich durchaus bewusst, wie man am besten auf sich achtet”, erklärt Judex. Denn hier würden Arbeitszeiten auf die Temperaturen abgestimmt.
“Wir haben kein Hitzefrei”
Doch gleich vorweg: Trotz der vermehrten Hitzeeinsätze sei die Situation für die Rettungskräfte aktuell nicht desaströs. “Konkrete Zahlen zu nennen, wäre hier unseriös”, betont der Bereichsleiter. Denn ob tatsächlich die hohen Temperaturen zu einem medizinischen Notfall führten, könne erst durch die Anamnese (medizinisches Aufnahmegespräch zwischen Arzt und Patient) geklärt werden.
“Aber es ist durchaus eine belastende Zeit für uns. Wir sind selbst permanent durchgeschwitzt. Aber wir haben auf unseren Dienststellen ja Duschmöglichkeiten, die wir in Anspruch nehmen”, so Judex. Trotz des derzeit hohen Einsatzaufkommens würden beim Roten Kreuz keine Engpässe herrschen. “Es ist ja nicht die erste heiße Phase für uns, und solche Situationen werden auch bei der Urlaubsplanung berücksichtigt.”