Der Beckenrand ist ihr Revier: So arbeiten die Bademeister im Parki

Im Parkbad Lustenau sorgen die Bademeister täglich für Sicherheit im Wasser.
Lustenau Mit geschultem Blick überwachen die beiden Bademeister im Parkbad Lustenau das Geschehen am und im Wasser. Routiniert scannen sie die Menschenmengen und erkennen sofort, wo Gefahren drohen könnten. “Ob am Sportbecken oder im Kinderbereich, wir achten darauf, dass niemand in eine Notlage gerät”, erklärt Bademeister Dominik Stenzel (33). Es ist kurz nach neun Uhr, das Parki hat vor Kurzem seine Tore geöffnet. Schon nach wenigen Minuten füllt sich das Freibad: Erwachsene ziehen ihre Bahnen im großen Sportbecken, Mütter kommen mit ihren Kindern gut gelaunt an der Kasse an, und auch Schulklassen strömen bereits am Vormittag ins Parki. Damit alle Gäste einen sicheren und unbeschwerten Aufenthalt genießen können, sind täglich fünf Bademeister von neun bis 20 Uhr im Einsatz. Besonders an heißen Tagen steigt die Besucherzahl deutlich: Am vergangenen Sonntag waren es sogar 3000 Gäste, über den Tag verteilt.

Putzroboter im Einsatz
Der Arbeitstag der Bademeister beginnt früh. “Über Nacht reinigen Roboter das Wasser. Da sammelt sich einiges an. Von Haaren über Ohrringe, Halsbänder bis hin zu Pflastern”, berichtet Bademeister Ari Ruswandi (33). Der gebürtige Indonesier ist bereits im zweiten Jahr Teil des Teams. “Ich mag meinen Job sehr. Bevor ich nach Lustenau kam, war ich als Rettungsschwimmer in Indonesien, Dubai, auf den Bahamas und in den USA tätig”, erzählt er. Am Wasser fühlt er sich wohl. Mit einem Lächeln begegnet er den Gästen und entschärft mit seiner freundlichen Art oft angespannte Situationen. Die meisten Badegäste halten sich an die Regeln und zeigen sich dankbar für die Arbeit der Bademeister, die auch bei Regelverstößen konsequent einschreiten.

Öffnungszeiten bleiben unverändert
Bevor das Freibad morgens seine Türen öffnet, gilt es, die Anlage von liegen gebliebenem Müll zu befreien und alles für die Gäste herzurichten. “Viele Besucher sagen, das Parki erinnere sie an einen Park mit viel Baumschatten und gepflegten Anlagen”, berichtet Bademeister Gerd Ortner stolz. Seit 25 Jahren ist er im Parki tätig und kennt viele Gäste persönlich.

Immer wieder wird gefragt, ob das Bad nicht früher öffnen könne. “Das ist organisatorisch nicht möglich. Nachts reinigen wir die Becken, am Morgen räumen wir auf und bereiten alles vor. Ich möchte nicht, dass jemand schwimmt, während wir noch aufräumen – das wäre zu gefährlich”, betont Ortner. Auch das soziale Miteinander liegt den Bademeistern am Herzen. “Wir sind nicht nur Bademeister, sondern auch Sozialarbeiter. Oft lösen wir Konflikte, bevor sie eskalieren”, sagt er. Am Wochenende sorgen im Parki zusätzlich zwei Security-Mitarbeiter für Sicherheit abseits des Beckens. “Es ist ein schönes Gefühl, nach einem langen Arbeitstag zu wissen, dass viele Menschen bei uns eine schöne Zeit hatten”, sagt er, während er bereits den nächsten Badegast im Parki begrüßt. Er wird im Laufe des Tages noch viele Male “Bitte”, “Danke” und “Ciao” sagen.BVS
