Mangold 3 spielt sich in eine neue Ära

Die Brüder Gerhard und Elmar starten mit einem Top-Bassisten neu durch
Bregenz, Hörbranz Seit mehr als 20 Jahren ist das Frühstücksbuffet mit Livemusik im schattigen Gastgarten im Wirtshaus am See Kult. Vom Muttertags-Sonntag bis Ferienende Mitte September zieht es Gäste von nah und fern Sonntag für Sonntag und an Feiertagen an den Gondelhafen, wo Martin Berthold mit seinem Team alle Hände voll zu tun hat, die bis zu 300 Gäste zu versorgen.
Mangold-3-Fanclub
Dass das Frühstücksbuffet diesmal besonders gut besucht war, lag nicht allein am speziellen Termin – punktgenau zum Sommeranfang – sondern auch am Trio, das diesmal für den gepflegten musikalischen Rahmen sorgte: Mangold 3 hatte seine vielen Fans neugierig gemacht. Da wollte der Fanclub dabei sein, wenn sich der neue Bassist vorstellt.
“Durchbruch” auf Hochzeit
“Kaum zu glauben …”, schüttelt Gerhard Mangold den Kopf, wenn er darauf angesprochen wird, beeilt sich aber zu ergänzen: “Tatsächlich, wir haben wirklich schon vor 50 Jahren als Duo begonnen.” Damals spielten die beiden Brüder nur im privaten Rahmen. So auch bei einer Hochzeit. Einer Hochzeit, die Folgen hatte: Die Hochzeitsgäste waren begeistert vom Duo. Besonders angetan war der frischgebackene Ehemann Franz Breznik, und im Laufe des Abends interpretierte dieser etwas frei aus Friedrich Schillers “Bürgschaft” das weltberühmte Zitat: “Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte.”

Die Bodensee-Spatzen
Dann ging es sehr schnell – aus dem Duo der Brüder Mangold war mit dem Einstieg des Bassisten Franz Breznik das Trio Bodensee-Spatzen geworden. Neben volkstümlicher Musik spielte man auch Swing, Jazz und Wiener Salonmusik. Weil Bodensee-Spatzen irreführend war, verpasste man sich nach rund drei Jahrzehnten ein anderes Image – als Mangold 3. Wenig später auch eine personelle Änderung: Für Franz Breznik übernahm Horst Schützenberger den Bass. Für mehr als ein Jahrzehnt, dann erkrankte er schwer und verlor 2022 schließlich den Kampf gegen seine Krankheit. Nur kurz war dann das Gastspiel von Ernst Netzer. Der Allgäuer und Mangold 3 trennten sich bald wieder, und Gerhard machte sich erneut auf die Suche nach einem Bassisten.

Mit 66 Jahren …
Diesen glauben die Mangold-Brüder im 66 Jahre alten Thomas Kapitel gefunden zu haben, und das Publikum beim Frühstück im Wirtshaus am See teilte diese Meinung: Der gebürtige Oberschwabe, der vor knapp 15 Jahren der Liebe wegen an den Bodensee nach Friedrichshafen übersiedelte, ist der ideale Partner der Mangold-Brüder. In Anlehnung an Udo Jürgens fängt er mit 66 Jahren – wieder einmal – Neues an.

Musik hat er im Blut: “Mein Vater war Geiger, ich bin mit Musik aufgewachsen”, erzählt der gelernte Journalist, der viele Jahrzehnte bei süddeutschen Zeitungen tätig war und seit mehr als 20 Jahren sein eigenes Presse- und PR-Büro leitet, ein Lifestyle-Magazin herausgibt und für Gastronomie- und Tourismus-Magazine schreibt.
Musik, nach eigener Definition “mein Zweitberuf”, spielt in seinem Leben eine wichtige Rolle. “Während meines Studiums in London wusste ich manchmal nicht, ob ich Sprachwissenschaften oder Musik studiere”, lacht er mit Hinweis darauf, dass er auch eine klassische Ausbildung für Kontrabass absolvierte. Gespielt hat er u. a. in der Saulgau Big Band, in der Jazz-Band Ulm, im Oberschwäbischen Kammerorchester, im Symphonie-Orchester Friedrichshafen, und dann bricht er lachend ab: “So aus dem Stegreif kriege ich gar nicht alle zusammen.” Um nach kurzer Nachdenkpause schmunzelnd zu ergänzen: “Nicht vergessen – Mangold 3.” STP



