Endet der Lkw-Stau vor der Zollstelle Wolfurt tatsächlich schon im September?

Land und Transportwirtschaft sind optimistisch. Digitale Abwicklung startet probeweise kommende Woche.
Wolfurt, Bregenz Der tägliche Anblick hält der großen Zuversicht noch nicht ganz stand. Auf der L 190 vor dem Güterbahnhof stauen sich vom Kreisverkehr Dornbirn Nord fast täglich die Lkw. Abholen des Laufzettels für den Transit via Schweiz und Liechtenstein ist angesagt. Dass diese Bilder bald der Vergangenheit angehören, beschwören sowohl die Transportwirtschaft als auch das Büro von Verkehrslandesrat Christof Bitschi (35, FPÖ).
Umbauten bei Zollämtern
Unterschiedlich sind die Angaben darüber, wann sich der Stau im digitalen Äther auflöst. “Es wird im September soweit sein. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Vorabfertigung in Wolfurt nicht mehr erforderlich und muss daher nicht mehr angefahren werden”, heißt es dazu aus dem Büro des Verkehrslandesrats.

Mitte Mai habe man mit den Umbauarbeiten an den sechs Grenzstellen begonnen. Dabei werden diese so umstrukturiert, dass eine Kameraerfassung für die bereits am Warenort abgefertigten Schwerfahrzeuge möglich ist. “Smart Border Austria” nennt sich das Projekt. Die Partner sind laut Auskunft des Landes das Finanzministerium, das Zollamt Österreich, das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit Schweiz, das Land Vorarlberg, die heimische Transportwirtschaft, die Wirtschaftskammer und der Verein Netzwerk Logistik.
Tisis startet kommende Woche
“Es läuft in Sachen digitale Zollabfertigung echt gut”, sagt auch Michael Zimmermann, Sprecher der Vorarlberger Transportwirtschaft. Den sehr ambitionierten Zeitplan des Landes kann er jedoch nicht bestätigen. “Der Testbetrieb in Tisis startet kommende Woche.” Losgehen hätte es damit einen Monat früher sollen. “Aber das spielt keine Rolle”, sieht Zimmermann kein Problem. “Die Bauarbeiten zur entsprechenden Adaptierung der Zollstellen sind eine komplexe Angelegenheit, bei der verschiedene Ämter und Behörden eingebunden werden müssen”, argumentiert Zimmermann.
Digital fit gemacht und baulich adaptiert werden müssen neben Tisis die Zollämter Höchst, Mäder, Meiningen, Hohenems und Lustenau.
Bis sich dank digitaler Umstellung der Lkw-Stau auf der L 190 vor dem Zollamt Wolfurt endlich auflöst und die Schwerfahrzeuge vorabgefertigt zu den einzelnen Grenzübergängen gelenkt werden, vergehen laut Zimmermann jedoch noch einige Monate. “Ich rechne im Dezember damit”, sagt der Sprecher der Transportwirtschaft.

Wachsendes Ärgernis
Die Frequenz des Lkw-Aufkommens vor der Zollstelle Wolfurt, wo die Fahrzeuglenker den sogenannten Laufzettel für den Grenzübergang in die Schweiz holen, wird stetig höher. Über 700 Schwerfahrzeuge stauen sich dort an Spitzentagen vom Kreisverkehr Dornbirn Nord und dahinter, um sich im Gemeinschaftsbüro des Schweizer und österreichischen Zolls den Passagierschein für die Grenze zu holen.
Für den Berufsverkehr zu Wochenbeginn bedeutet das ein wachsendes Ärgernis.