Das größte Feuerwehrfest der Dorfgeschichte: Ganz Bezau brennt darauf

Auf dem Festgelände beim Fußballplatz werden am Wochenende Tausende Besucher erwartet.
Bezau Ursprünglich hätte alles eine Nummer kleiner ausfallen sollen. „Dann haben die Umzugsreferenten gesagt, dass wir ein größeres Zelt brauchen und irgendwie ist das Ganze von Monat zu Monat immer weitergewachsen. Jetzt sind wir halt bei dem, was wir haben“, sagt Festobmann Clemens Bischof und lacht.

Beim Landesfeuerwehrfest in Bezau werden am Wochenende Tausende Besucher, rund 3000 Umzugsteilnehmer und 1700 Wettbewerbsteilnehmer erwartet. Damit bei dem dreitägigen Großereignis alles rund läuft, müssen 800 Helferdienste gestemmt werden.

Es ist Mittwochvormittag. In der Weinlaube hängen Daniela und Gerhard Kaufmann gerade die letzten Bilder auf. Gebi Ofner kümmert sich um die Elektrik und Tontechnik und Jan Schaiden ist als „Mädchen für alles“ im Dauereinsatz. In den vergangenen knapp zweieinhalb Wochen haben tagsüber rund 20 bis 25 Helfer am Aufbau mitgearbeitet, abends waren es oft mehr als 30.

„Es ist das erste Landesfeuerwehrfest in Bezau. So ein großes Feuerwehrfest hat es in Bezau noch nie gegeben“, verdeutlicht Feuerwehrkommandant Martin Metzler (43). „Die Zusammenarbeit mit allen Vereinen ist extrem gut. Das ist wirklich großartig. Auch die Unterstützung der ganzen Dorfbevölkerung und der Firmen ist sensationell.“ Eine Nachbarin kümmert sich um Werbung, Design und Grafik, die Bezauer Gastronomen unterstützen in der Küche, andere liefern Eis oder packen einfach dort an, wo gerade Hilfe gebraucht wird.



Im riesigen Festzelt ist Platz für bis zu 4600 Gäste. Alles in allem wurden 4200 Quadratmeter Boden verlegt, 7000 Meter Stromkabel gezogen und 800 Schifterpunkte gesetzt, um die Höhenunterschiede des Geländes auszugleichen. Weil ein normaler Hausanschluss längst nicht mehr ausreicht, mussten dicke Stromleitungen von der Sennerei zum Festgelände verlegt werden. Es gibt eine Bar mit DJ-Podest, eine Weinlaube mit Terrasse und eine Zapfanlage mit 24 Hähnen. Im Außenbereich warten ein Rummelplatz mit Schießbude, Zuckerwatte und dem Fahrgeschäft „Crazy Trip“, außerdem ein großer Sandkasten, Getränkestände und ein Leberkäsemobil. „Das ist fast 24/7 offen“, merkt der Festobmann an.


Neben dem Festbetrieb steht traditionell der Wettkampf im Mittelpunkt. Rund 1700 Teilnehmer, 1200 Aktive und 500 Jugendliche, treten bei den Bewerben an. „Wir mussten die Zäune beim Fußballplatz öffnen, weil alles so groß geworden ist“, erzählt Kommandant Martin Metzler. Die Feuerwehr Bezau selbst schickt fünf Wettkampfgruppen ins Rennen. Das Ziel von Clemens Bischof und seinen Mitstreitern ist klar: „2023 haben wir den goldenen Helm geholt, den wollen wir verteidigen.“ Seit Dezember wurde dafür einmal pro Woche trainiert. Für den einen oder anderen ist das Feuerwehrhaus in dieser Zeit fast zum zweiten Zuhause geworden. „Zweitwohnsitz“, schmunzelt der Festobmann. „Im Schnitt war ich zwei- bis sechsmal die Woche im Feuerwehrhaus.“



Los geht es am Freitag ab 16 Uhr mit einem Firmen- und Vereinshock inklusive Trachtengruppentreff. „Der größte Verein, die größte Firma und die größte Trachtengruppe gewinnen jeweils eine Spanferkelpartie“, stellt der Kommandant in Aussicht. Den Abschluss bildet am Sonntag der große Festumzug mit knapp 3000 Teilnehmern. Bis der letzte Gast das Festgelände verlassen hat, dürften zwischen 8000 und 10.000 Liter Bier ausgeschenkt worden sein. Die Wetterprognose für das Wochenende steigert die Vorfreude zusätzlich. Martin Metzler strahlt: „Es kränkt uns keine Minute. Ich kann es kaum erwarten – wie ein Kind das Christkind.“
