Bronze für Chemietalent Abel Schmidt

VN / 06.07.2026 • 14:02 Uhr
Den Großteil des Olympiadestoffs eignete sich Abel Schmidt (16) im Eigenstudium an.
Den Großteil des Olympiadestoffs eignete sich Abel Schmidt (16) im Eigenstudium an.

Der BGD-Schüler überzeugte bei der Österreichischen Chemieolympiade mit Platz zehn.

Dornbirn Mit Platz 16 oder 18 wäre Abel Schmidt schon zufrieden gewesen. Schließlich hatte der Schüler der 6br des BG Dornbirn den Bundeswettbewerb der Österreichischen Chemieolympiade vor allem als Chance gesehen, Erfahrungen zu sammeln. Dass er am Ende die Bronzemedaille entgegennehmen durfte und sich zusätzlich für das Spezialtraining zur Internationalen Chemieolympiade qualifizierte, übertraf selbst seine kühnsten Erwartungen.

Mit Bronze qualifizierte sich Abel Schmidt auch für das Spezialtraining zur Internationalen Chemieolympiade im Juli in Wien.
Mit Bronze qualifizierte sich Abel Schmidt auch für das Spezialtraining zur Internationalen Chemieolympiade im Juli in Wien.

“Ich wollte mich gegenüber dem Vorjahr einfach ein bisschen verbessern. Dass ich Zehnter werde und sogar das Spezialtraining schaffe, hätte ich nie erwartet”, erzählt der 16-Jährige. “Nach dem Theorieteil war ich sogar überzeugt, furchtbar abgeschnitten zu haben. Ich kann mich selbst überhaupt nicht einschätzen.”

Intensive Vorbereitung

Den Grundstein für diesen Erfolg legte Abel bereits beim Landeswettbewerb von Tirol und Vorarlberg in Innsbruck. Als bester Sechstklässler qualifizierte er sich für den Bundesbewerb in Baden bei Wien, wo sich die 24 besten Nachwuchschemiker Österreichs zwei Wochen lang intensiv auf den abschließenden Wettbewerb vorbereiteten. Vorlesungen, Laborübungen und Exkursionen prägten das abwechslungsreiche Vorbereitungsprogramm. Den Abschluss des Bundeswettbewerbs bildete ein jeweils fünfstündiger Theorie- und Praxisbewerb auf internationalem Niveau.

Die 24 besten Nachwuchschemiker Österreichs trafen sich beim Bundeswettbewerb in Baden – Abel Schmidt (hinten, 9. von links) gewann eine Bronzemedaille. ©ckollerics
Die 24 besten Nachwuchschemiker Österreichs trafen sich beim Bundeswettbewerb in Baden – Abel Schmidt (hinten, 9. von links) gewann eine Bronzemedaille.ckollerics

Dass Chemie für Abel weit mehr als ein Schulfach ist, merkt man schnell. “Mich fasziniert die Idee, aus einfachen Materialien komplexe Stoffe herstellen und selektive Synthesen designen zu können”, sagt er.  Besonders begeistert ihn die organische Chemie. “Die meisten mögen gerade diesen Bereich am wenigsten. Ich dagegen liebe die ganzen Sechseckzeichnungen mit den fancy Pfeilen”, erzählt er.

Bemerkenswert ist sein Erfolg auch deshalb, weil Chemie am BG Dornbirn lediglich zwei Wochenstunden unterrichtet wird. Den Großteil des Olympiadestoffs eignete sich Abel im Eigenstudium an. Unterstützt wurde er dabei im Begabtenförderprogramm des BG Dornbirn sowie von Robert Kling, Landeskoordinator der Chemieolympiade und Chemielehrer am BORG Lauterach.

Trotz seiner Bronzemedaille sieht Abel noch Verbesserungspotenzial. Ausgerechnet jener Bereich, in dem er sich besonders sicher gefühlt hatte, kostete ihn beim Bewerb wichtige Punkte. “Nach einem sehr guten Übungsversuch dachte ich, organische Synthesen müsste ich gar nicht mehr trainieren. Genau dort habe ich dann am wenigsten Punkte geholt”, sagt er.

Weitere Ziele

Aufhalten lässt ihn das nicht. Im Gegenteil: Durch seine Platzierung qualifizierte sich Abel für die Spezialtrainingswoche zur Vorbereitung auf die Internationale Chemieolympiade. Sein großes Ziel rückt damit früher in greifbare Nähe als gedacht. “Eigentlich wollte ich mich erst nächstes Jahr für das Spezialtraining qualifizieren und übernächstes Jahr zur Internationalen Chemieolympiade fahren. Jetzt sehe ich, dass das vielleicht schon nächstes Jahr möglich ist.”

Für die Chemielehrkräfte ist Abels Erfolg zugleich ein wichtiges Signal. Während in allen anderen Bundesländern eigene Landeswettbewerbe stattfinden, fehlt ein solcher in Vorarlberg bislang. Gemeinsam mit der Bildungsdirektion soll das geändert werden. Abels Bronzemedaille könnte dazu beitragen, mehr Jugendliche für Chemie und andere MINT-Fächer zu begeistern. Für Abel stand sein Berufsweg schon früh fest: “Seit ich neun oder zehn Jahre alt bin, ist für mich ausgeschlossen, etwas anderes als Wissenschaft zu studieren und später einmal darin tätig zu sein.” LCF