Die jungen Superfischer vom Bodensee: Diesen Fang werden sie nie vergessen

Hechte, Welse und Zander statt Langeweile: Für Diano (15), Philian (14) und Niklas (15) ist Angeln mehr als ein Hobby.
Höchst Gegen Abend, wenn die Sonne tief über dem Bodensee steht, beginnt für Philian Nagel (14), Niklas Loser (15) und Diano Grünwald (15) die spannendste Zeit des Tages. Dann stechen die drei Freunde mit der Gondel in See, werfen ihre Angelruten aus und hoffen auf den entscheidenden Biss.

Philian, Niklas und Diano gehören zur neuen Generation der Nachwuchsfischer am Bodensee. Das Trio aus dem Rheindelta verbringt fast jede freie Minute am Wasser und hat schon einige kapitale Brocken an Land gezogen. “Mittlerweile fischt bei uns fast jeder Junge. Es ist fast wie ein Trend”, sagt Philian Nagel. Der junge Gaißauer ist ebenso wie Niklas schon als kleiner Bub mit seinem Opa zum Fischen gegangen. Seit einigen Jahren sind die beiden Mitglieder des Fischervereins Rheindelta. „Vor zwei Jahren haben wir gemeinsam mit Diano dann richtig angefangen“, erzählt Gondelchef Niklas Loser.


Dass Angeln unter Jugendlichen hoch im Kurs steht, bestätigt auch Peter Mayrhofer, Präsident des Vorarlberger Fischereiverbands. Zum kleinen Fischerschein – der verminderten fachlichen Eignung für den Fischfang – führen zwei Wege. Vereine mit einer Jugendgruppe bieten die sogenannte Fischereiunterweisung vereinsintern an. „Wir unterstützen die Vereine finanziell und stellen die Ausbildungsunterlagen zur Verfügung“, erläutert Mayrhofer. Jedes Frühjahr absolvieren außerdem bis zu 60 Kinder und Jugendliche die Unterweisung direkt beim Fischereiverband. „Unsere Kurse sind mehr oder weniger immer ausgebucht. Ich weiß auch von Vereinen, dass die Nachfrage ungebrochen ist“, berichtet der Fischereiverbandspräsident.

Seit 1. Jänner 2020 ist das Mitführen des Fischereiausweises gesetzlich verpflichtend und muss dem Fischereiaufseher auf Verlangen vorgezeigt werden. Der große Fischerschein wird ab dem vollendeten 16. Lebensjahr benötigt. „Es gibt Vereine, die geben auch Tageskarten aus. Dort ist keine Fischerprüfung erforderlich. Andere verlangen auch für die Tageskarte eine Fischerprüfung“, führt Peter Mayrhofer aus.

Die Jungfischer vom Rheindelta haben in den vergangenen beiden Saisonen bereits mehrere kapitale Brocken an Land gezogen. Ihren bisher größten Fang landeten sie erst vor Kurzem: einen 1,08 Meter langen Hecht. „Damit hätten wir überhaupt nicht gerechnet, weil das Wasser einfach viel zu warm war“, schildert Niklas Loser. Auch in den nächsten Monaten haben er und seine Freunde Großes vor. „Ein paar Zander und einen richtig großen Wels mit eineinhalb Metern – das wäre mein Ziel“, sagt der 15-Jährige und lacht. Dafür braucht es Glück, das richtige Equipment und einen guten Plan. „Ich mache drei Wochen Ferialjob, weil ich Geld für neue Fischersachen brauche. Das Zeug ist teuer, und nach zwei Jahren ist eine Rute auch einmal durch.“

Was das Schönste am Fischen ist? „Wenn du bei Sonnenuntergang draußen bist und noch der erhoffte Fisch kommt – das ist einfach ein cooles Erlebnis. Es macht natürlich auch Spaß, wenn du ihn mit der Familie grillst und sagen kannst: Den habe ich gerade vor zwei Stunden gefangen“, sagt Niklas Loser. Sein Kollege Philian Nagel nickt. Diano Grünwald ergänzt: „Mit den Kollegen in der Natur zu sein ist einfach cool.“
Der Onlinekurs, die Lehrunterlagen, der Fragentrainer und das Fischquiz ist auf der Internetseite des Fischereiverbands Vorarlberg abrufbar.



