Nach der tödlichen Hundeattacke im Stedepark blieb eine Frage unbeantwortet

Der Angriff in Hard dauerte nur wenige Augenblicke. Was auf die Anzeige folgte, lässt die Besitzerin des getöteten Pudels nicht los.
Hard Der Vorfall ereignete sich am 27. Mai dieses Jahres. Doch auch Wochen danach ist die Harderin Michaela K. (Name der Redaktion bekannt) noch immer entsetzt. Sie leidet unter dem Verlust ihres kleinen Pudels der Rasse Havapoo, der an jenem Tag zum Opfer eines Kampfhundes wurde. Und das am helllichten Tag im Harder Stedepark.

“Wie aus dem Nichts”
“Ich spazierte mit meinem Pudel an der Leine in Richtung Auto. Dann gingen wir zum Ufer, weil er Durst hatte. Er wollte dort aus dem See trinken. Dann kam wie aus dem Nichts plötzlich der Staffordshire hergerannt. Er war nicht angeleint und trug keinen Maulkorb. Dann griff er meinen Pudel an und verbiss sich regelrecht in ihm”, erinnert sich Michaela K.

“Alle waren entsetzt”
Mehrere Männer hätten noch versucht, den Kampfhund wegzureißen. “Zu diesem Zeitpunkt waren viele Leute auf der Liegewiese, auch Kinder. Alle waren entsetzt”, erzählt die Harderin.
Schließlich gelang es der Frau, ihren schwerst verletzten Vierbeiner zum Auto zu tragen. “Sofort fuhr ich mit ihm zum Tierarzt. Doch er war nicht mehr zu retten und starb. Der Arzt sagte noch, solche Verletzungen hätte er noch nie gesehen.”

Noch am selben Tag erstattete Michaela K. Anzeige bei der Polizeiinspektion Hard. “Die Beamten nahmen den Sachverhalt schriftlich auf, sagten mir aber, dass ich mit einer Strafanzeige nicht weit kommen würde. Weil ein Hund ja nur eine Sache sei. Aber sie würden den Vorfall an die Bezirkshauptmannschaft und die Gemeinde weiterleiten, teilten die Beamten mir damals mit”, so die Harderin.
Michaela K. meldete den Vorfall auch beim Veterinäramt. “Doch dort hieß es nur, wenn der Hund nicht absichtlich gehetzt worden sei, gehe sie das nichts an. Und von der Gemeinde Hard habe ich bis heute auch nichts gehört.”
Bürgermeister wusste von nichts
Listenhunde wie ein Staffordshire Bullterrier müssen in der Marktgemeinde Hard an öffentlichen Orten generell mit Maulkorb geführt werden. Auf öffentlichen Spielplätzen und Sportplätzen gilt zudem eine strikte Leinen- und Maulkorbpflicht. Die Verantwortung für die Durchsetzung der Hundeverordnung trägt der Bürgermeister – in diesem Fall Martin Staudinger.

Wochen nach der Hundeattacke, von den VN angesprochen, entgegnete Staudinger, nichts von dem Vorfall im Stedepark gewusst zu haben. Auch die Gemeindepolizei habe davon nichts gewusst, wie er den VN mitteilte. Erst die Bundespolizei habe ihm eine diesbezügliche Anzeige bestätigt. Der Bürgermeister versicherte den VN, sie über weitere Konsequenzen in dem Fall zu informieren. Doch dies war nach mehreren Kontakten bis heute nicht der Fall.