Pfeifen will gelernt sein: Hier lernen junge Schiris

Am Sportgymnasium Dornbirn absolvierten Jugendliche eine Schiedsrichterausbildung.
Dornbirn Während bei der laufenden Fußball-WM nicht nur Tore, sondern auch Schiedsrichterentscheidungen für Diskussionen sorgen, stand am Donnerstagvormittag im Sportgymnasium Dornbirn der Nachwuchs an der Pfeife im Mittelpunkt. Bereits zum zweiten Mal organisierten der Vorarlberger Fußballverband (VFV) und das Vorarlberger Schiedsrichterkollegium (VSK) einen kompakten Kurs für Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen.

Rund 20 Jugendliche, die selbst aktiv Fußball spielen, absolvierten die Ausbildung zum Vereinsschiedsrichter (Kinderfußball U9–U12). Unterstützt wurden sie dabei von Johannes König sowie einem besonderen Gast: Der Dornbirner Ex-Fifa-Schiedsrichter Robert Schörgenhofer ließ es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizuschauen. Der ehemalige Spitzenschiedsrichter leitete während seiner Laufbahn insgesamt 471 Profispiele, darunter 215 Partien der österreichischen Bundesliga sowie Einsätze in der Uefa Europa League und Champions League.

Die andere Perspektive
“Mir war wichtig, heute dabei zu sein und einmal zu sehen, wie der Kurs abläuft”, erklärte Schörgenhofer. Vor allem wolle er den Jugendlichen vermitteln, welche Verantwortung Schiedsrichter übernehmen. “Alle spielen selbst Fußball. Umso wichtiger ist es, auch einmal die andere Seite kennenzulernen und zu sehen, wie schwierig Entscheidungen oft sind und welche körperlichen Anforderungen dazugehören.” Gleichzeitig hofft der langjährige Unparteiische, junge Menschen langfristig für das Schiedsrichterwesen zu begeistern: “Nachwuchs wird laufend gesucht – und auch für Fußballerinnen und Fußballer, die verletzungsbedingt ihre aktive Karriere beenden müssten, kann das Pfeifen eine attraktive Möglichkeit sein, dem Sport erhalten zu bleiben.”

Praxis statt Theorie
Ein Wunsch nach dem Premierenkurs im vergangenen Jahr war mehr Praxis. Diesem wurde heuer entsprochen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es direkt auf den Sportplatz. Dort übten die Jugendlichen das sichere Auftreten, die richtige Fahnenhaltung sowie den Umgang mit der Pfeife. “Laut und entschlossen zu pfeifen ist gar nicht so einfach”, erklärte Referent Johannes König. Zum Einstieg fragte er: “Wann pfeift man überhaupt?” Die Antworten kamen prompt: “Bei einem Foul”, “beim An- und Schlusspfiff” oder “wenn der Ball im Aus ist”.

Für Schulsportreferent Christoph Neyer bringt das Projekt gleich mehrere Vorteile. Die jungen Schiedsrichter unterstützen künftig ehrenamtlich die Schüler- und Schülerinnenliga. “Das ist eine enorme Hilfe. Andernfalls müssten wir die Schiedsrichterkosten selbst tragen”, betonte er. Gleichzeitig funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Sportgymnasium hervorragend. Bereits im Vorjahr seien die Einsätze optimal mit dem Unterricht abgestimmt worden.
Auch Direktor Wolfgang Hinteregger sieht einen Mehrwert: “Unsere Schülerinnen und Schüler erwerben damit eine zusätzliche Qualifikation, die ihnen weit über den Schulsport hinaus zugutekommt.” Schon bald werden die ersten Einsätze in der Schülerliga folgen – und vielleicht beginnt für den einen oder die andere damit sogar eine Schiedsrichterkarriere.cth




