Zwischen Realität und virtueller Welt

An der FHV stellte Peter Hoffmann sein neues Buch “Avatare im Metaversum” vor.
Dornbirn Was bleibt vom sogenannten Metaversum, nachdem der große Hype abgeklungen ist? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Themennachmittag an der FHV, bei dem Hochschullehrer, Medieninformatiker und Buchautor Peter Hoffmann sein neues Fachbuch “Avatare im Metaversum” präsentierte. Mit Fachvorträgen, einer Postersession und Diskussionsrunden rückte die Veranstaltung die Rolle von Avataren und virtuellen Identitäten in den Mittelpunkt.

Hoffmann spannte dabei einen weiten Bogen – von den ersten Visionen virtueller Welten bis zu aktuellen Entwicklungen rund um digitale Avatare. Das Metaversum habe zwar seinen Höhepunkt als Schlagwort überschritten, erklärte er, die zugrunde liegenden Technologien seien jedoch aktueller denn je. “Ich bleibe dabei, wir brauchen Avatare”, betonte Hoffmann. Virtuelle Welten, Avatare sowie Anwendungen aus Virtual und Augmented Reality würden sich kontinuierlich weiterentwickeln und zunehmend mit Künstlicher Intelligenz verschmelzen.
Praktische Anwendungen
Im Mittelpunkt stand dabei weniger die Technik als vielmehr ihre Auswirkungen auf den Menschen. Welche Rolle übernehmen Avatare künftig in der Kommunikation? Wie verändert sich unser Verhalten, wenn sich reale und digitale Welt immer stärker annähern? Hoffmann zeigte anhand zahlreicher Beispiele aus Forschung und Praxis, dass digitale Identitäten längst keine Zukunftsvision mehr sind, sondern bereits heute in unterschiedlichen Bereichen Einzug halten.

Einen besonderen Blick auf die medizinischen Möglichkeiten warf Gastredner Alexander Lutz. Der Professor für Wirtschaftsinformatik lehrt in München vor allem zu den Themen Künstliche Intelligenz (KI), Data Science, Big Data, Digitalisierung und Onlinemarketing. Unter dem Titel “Wenn der Avatar zum Patienten wird” zeigte er auf, wie digitale Zwillinge künftig Diagnosen, Therapien und medizinische Entscheidungen unterstützen könnten. Dabei wurde deutlich, dass Avatare längst nicht mehr ausschließlich in virtuellen Spielwelten eine Rolle spielen, sondern zunehmend auch in Wissenschaft und Gesundheitswesen Anwendung finden.

Arbeiten von Studierenden
In einer Postersession präsentierten Bachelor- und Masterstudierende der Studiengänge Software Engineering und Digital Innovation aktuelle Forschungsarbeiten und standen den Besucherinnen und Besuchern für Gespräche zur Verfügung. Dabei bot sich die Gelegenheit, innovative Projekte kennenzulernen und mit den Studierenden über neue Entwicklungen rund um digitale Welten und interaktive Technologien ins Gespräch zu kommen.

Blick nach vorn
Zum Abschluss richtete Hoffmann den Blick in die Zukunft. Das Metaversum möge als Schlagwort an Aufmerksamkeit verloren haben, die Entwicklung virtueller Identitäten gehe jedoch weiter. Als Beispiel nannte er die südkoreanische virtuelle Girlgroup MAVE:, deren Mitglieder ausschließlich als Avatare existieren. Sein Buch versteht Hoffmann deshalb nicht als Rückblick auf einen kurzlebigen Hype, sondern als Einordnung einer Entwicklung, die gerade erst an Fahrt aufnimmt. LCF





