Aus Seminararbeit wird Robotik-Hype – Dieser Lochauer trifft einen Nerv

Eine Idee, die internationales Interesse weckt: Mit nur 25 Jahren gelang Niklas Hammouda ein bemerkenswerter Erfolg.
Lochau Aus einer einfachen Seminararbeit wurde eine junge Entwicklergemeinschaft, die innerhalb weniger Monate viele Sponsoren und schon die ersten Industrieaufträge anzog. Eine treibende Kraft hinter dem “TU Wien Robotics Club” (TUWRC) ist dessen Gründungsmitglied und Präsident Niklas Hammouda aus Lochau. “Zu Beginn hatten wir nur einen kleinen Verein geplant, aber das Interesse war so groß, dass wir jetzt vermutlich der größte Robotikklub Österreichs sind”, schildert der 25-Jährige.

Große Resonanz
Das Projekt begann vor rund einem halben Jahr, als Hammouda mit einem Studienkollegen eine Seminararbeit über das Start-up-Ökosystem an der Technischen Universität (TU) Wien verfasste. Im Zuge dessen sprachen sie mit einem Robotik-Investor. Dabei kam die Idee eines kleinen Robotikklubs für Studierende zur Sprache, wovon dieser sofort begeistert war und 5000 Euro zur Verfügung stellte.

“Wir haben das Projekt in Nachrichtengruppen veröffentlicht und innerhalb von 16 Stunden rund 250 Bewerbungen erhalten”, erzählt Hammouda. Und das, obwohl die Ziele des Klubs damals noch längst nicht so klar definiert waren wie heute: Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen werden zusammengebracht, um kostenlos an Robotik-Projekten zu arbeiten – von der Hardwareentwicklung bis hin zu KI-gestützter Steuerung. Im Mittelpunkt steht die Ausbildung von Robotikingenieuren in direkter Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Neben zahlreichen Projekten der Studierenden seien aktuell drei Industrieaufträge im Gespräch.

Weitere Förderer ließen sich rasch finden. Neben finanzieller Unterstützung erhielt der Klub auch viele Sachleistungen. “Wir bekamen zum Beispiel 600 Kilogramm Aluminium, und jetzt im Juli werden noch Dinge wie Roboterhunde und Roboterarme im Wert von rund 55.000 Euro geliefert.” Zu Beginn konnte der Klub dank eines Förderers eine 50 Quadratmeter große Räumlichkeit kostenlos nutzen. Aufgrund des raschen Erfolgs folgt im Juli der Umzug in eine – ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung gestellte – 200 Quadratmeter große Entwicklungswerkstatt.” An unserem neuen Standort werden sich schon bald fünf oder sechs Start-ups aus externen Forschungsgruppen ansiedeln”, führt Hammouda aus.
Neben dem TUWRC hat der Technikbegeisterte vor Kurzem auch das internationale Robotik-Netzwerk “European Student Robotics Association” (ESRA) mit aufgebaut. Im Rahmen dieses Engagements war er im Juli zum renommierten Tech Summit in Davos eingeladen.


Früh voller Tatendrang
Schon vor einigen Jahren, als Hammouda noch den Bachelor in Maschinenbau an der TU Wien absolvierte, sprühte er vor Tatendrang: “Während dem Studium habe ich Brazilian Jiu-Jitsu gemacht und an der Europameisterschaft teilgenommen.” Später begann er nebenbei auch Teilzeit und ortsunabhängig bei der Obrist Group in Lustenau zu arbeiten. Da ihm der Leistungssport zu zeitintensiv wurde, findet er heute seinen Ausgleich beim Laufen und Wandern.


Aktuell absolviert Hammouda das letzte Semester des Masterstudiums “Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau” an der TU Wien. Doch auch dabei war ihm das reine Studieren und nebenbei Arbeiten stets zu wenig. Bis vor Kurzem absolvierte er ein Auslandssemester in Brüssel und in diese Zeit fiel auch die Gründung des Robotikklubs. Für dieses visionäre Projekt ist er seither nicht nur national, sondern auch international viel unterwegs, um mit unterschiedlichsten Akteuren zu sprechen – von möglichen Sponsoren und Wirtschaftsagenturen bis hin zum Bundesministerium. “Die Dinge, die ich mache, mache ich gerne intensiv”, sagt Hammouda schmunzelnd.

Zur Person:
Niklas Hammouda, Gründungsmitglied und Präsident des “TU Wien Robotics Club”
- Geboren: 7. Dezember 2000
- Wohnort: Wien
- Ausbildung: Masterstudium Wirtschaftsingenieurwesen – Maschinenbau an der Technischen Universität (TU) Wien
- Arbeit: Simulationsingenieur bei der Obrist Group in Lustenau
- Hobbys: Laufen, Wandern und Zeit mit seiner Freundin verbringen