“Vier Länder – eine Welle”: Jugendliche teilen auf dem See Ideen für die Zukunft

Der “JugendZukunftsDialog” bringt junge Menschen über Grenzen zusammen.
Bregenz Rund 80 Jugendliche aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein gingen beim JugendZukunftsDialog auf dem Bodensee gemeinsam auf Zukunftssuche. Unter dem Motto “Vier Länder – eine Welle” trafen junge Menschen im Alter von circa 14 bis 25 Jahren aus unterschiedlichen Jugendparlamenten, Jugendräten und Beteiligungsgremien zusammen, um unter anderem über Nachhaltigkeit, Demokratie und ihre Rolle in politischen Prozessen zu sprechen.

Die gemeinsame Schifffahrt führte die Teilnehmenden aus den vier Ländern über den Bodensee und bot Raum für Austausch und Diskussion. In zehn Workshops beschäftigten sie sich mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Fachliche Impulse kamen von Organisationen, Vereinen und weiteren Akteurinnen und Akteuren aus der Region. Gleichzeitig übernahmen die Jugendlichen selbst Verantwortung: Sie moderierten Teile des Programms und gestalteten den Ablauf mit.
Austausch über Grenzen hinweg
Für Moritz Hermann (29) von der Fachstelle Jugendbeteiligung des Landkreises Bodensee in Baden-Württemberg liegt der Wert der Veranstaltung vor allem im gegenseitigen Wissensaustausch. “Es geht darum, dass sich Jugendgremien länderübergreifend vernetzen, voneinander lernen und gemeinsame Projekte entwickeln.” Die Ergebnisse der Workshops sollen anschließend in die jeweiligen Gremien der vier Länder getragen werden. Der “JugendZukunftsDialog” sei deshalb nicht als Einzelveranstaltung gedacht, sondern als Beginn einer längerfristigen Zusammenarbeit.

Auch Nathalie Jahn (38) von der Jugendinformation aha Liechtenstein sieht gerade im internationalen Austausch eine wichtige Chance. Jugendliche würden dabei nicht nur neue Menschen kennenlernen, sondern auch andere Formen von Beteiligung erleben. “Wir bringen alle einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund mit. Es ist spannend zu sehen, wie Jugendbeteiligung in den einzelnen Ländern funktioniert und wo wir uns gegenseitig inspirieren können.” Besonders wichtig sei es, den Blick über die eigene Region hinaus zu richten.

Für den 18-jährigen Kiano Loacker steht nicht im Mittelpunkt, welches Land oder welches Gremium die besten Ideen einbringt. Viel wichtiger sei die gemeinsame Arbeit an Lösungen. “Wir sitzen alle in einem Boot, teilen uns einen See und sollten politische Herausforderungen deshalb gemeinsam angehen.”

Auch der 16-jährige Suhan Nawaz betont die Bedeutung dieser Begegnungen über Ländergrenzen hinweg: “Es ist sehr wichtig, weil wir nur durch Völkerverständigung Kontakte knüpfen und Freundschaften erhalten können.” Gerade die Bodenseeregion zeige, wie eng die Länder miteinander verbunden seien und wie wichtig es sei, diese Beziehungen zu pflegen. Diesen Gedanken greift auch Nicole Kantner (50) auf, Gründerin der Vorarlberger Jugendbotschafter*innen für UN-Kinderrechte und SDGs der Caritas Auslandshilfe. Für sie steht der Bodensee symbolisch für den Austausch über Grenzen hinweg: “Wir haben jetzt drei Häfen angesteuert, um junge Menschen einzusammeln und miteinander in Austausch zu treten. Und es gibt noch ganz viele andere Häfen auf dieser Welt, die angesteuert werden sollten, um für mehr Jugendpartizipation zu sorgen.”

Die fachliche Projektbegleiterin Juliet Brook Blaut (41) sieht genau darin die zentrale Aufgabe des Zukunftsdialogs. “Wenn Jugendliche Verantwortung übernehmen dürfen, kann unglaublich viel entstehen.” Entscheidend sei, dass junge Menschen ernst genommen werden und ihre Impulse tatsächlich in politische Prozesse einfließen. MAF, SOR