Kunst im Moment der Wirkung

Kultur / 14.07.2026 • 14:18 Uhr
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Im Magazin 4 werden ausgewählte Werke von Hubert Schmalix gezeigt, einem der bedeutendsten Vertreter der Neuen Malerei.Stadt Bregenz

Unter dem Motto „Moment of Impact“ eröffnet Bregenz den Kultursommer mit Werken von Hubert Schmalix.

Bregenz Mit einer Einzelposition der Gegenwartskunst eröffnet Bregenz auch 2026 ihren Kultursommer. Unter dem Motto „Moment of Impact“ richtet sich der Blick auf jene Augenblicke, in denen Kunst Wirkung entfaltet, berührt, irritiert oder zum Nachdenken anregt. Den Auftakt bildet eine Ausstellung im Magazin 4, die dem österreichischen Maler Hubert Schmalix gewidmet ist. Eröffnet wird sie am Samstag, 18. Juli, um 18 Uhr. Der Kultursommer läuft von 19. Juli bis 19. Oktober und lädt dazu ein, Bregenz bis in den Herbst hinein als Kulturraum zu erleben.

Seit vier Jahren versteht sich der Bregenzer Kultursommer als Plattform, die die kulturelle Vielfalt der Stadt sichtbar macht. Das jährlich wechselnde Motto dient als gemeinsamer gedanklicher Bezugspunkt. Institutionen, Galerien, Künstlerinnen und Künstler sowie freie Initiativen greifen ihn auf unterschiedliche Weise auf. So entsteht ein Programm mit individuellen Handschriften und vielfältigen Zugängen. Zu den Partnern zählen unter anderem das KUB, das vorarlberg museum, die Stadtbücherei, der Bildraum Bodensee und das Theater Kosmos.

Der Auftakt im Magazin 4 setzt einen besonderen Akzent. Mit der Ausstellung „Hubert Schmalix“ widmet der Kulturservice einem bedeutenden Vertreter der „Neuen Malerei“ eine Einzelausstellung. Ausgangspunkt ist ein Werk aus der Sammlung der Stadt Bregenz, ergänzt durch Leihgaben aus privaten Sammlungen. Die Schau versammelt Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensjahren und zeichnet die Entwicklung seiner Bildsprache nach.

Hubert Schmalix, 1952 geboren und 2025 verstorben, zählt zu den prägenden österreichischen Malern der Gegenwart. Er lebte und arbeitete in Wien und Los Angeles, studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Max Melcher und gehörte Anfang der 1980er-Jahre zur Künstlergeneration der „Neuen Malerei“ beziehungsweise der „Neuen Wilden“. Seine Werke waren in internationalen Museen, Galerien und Privatsammlungen vertreten.

Farbe, Licht und Raum

Nach einem längeren Aufenthalt auf den Philippinen entwickelte Schmalix eine Bildsprache, die sich deutlich von der expressiven Geste seiner frühen Jahre löste. An die Stelle gestischer Wucht traten ruhigere, reduzierte Kompositionen, klare Farbflächen und eine große Konzentration auf Farbe, Licht und Raum. Besonders seine Porträts, häufig Darstellungen seiner Frau Fresnaida Morales vor nahezu monochromen Hintergründen, aber auch Landschaften und Interieurs zählen zu zentralen Werkgruppen seines Œuvres.

Gerade diese malerische Verdichtung macht Schmalix’ Arbeiten bis heute wirksam. Seine Bilder setzen nicht auf Überwältigung, sondern auf Präsenz. Sie lassen Räume entstehen, in denen Farbe und Figur, Fläche und Licht in ein stilles Verhältnis treten. Damit schuf Schmalix eine eigenständige Position innerhalb der zeitgenössischen Malerei. 2022 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

Das Motto „Moment of Impact“ lenkt den Blick auf die Wirkung von Ausstellungen, Performances, Begegnungen und künstlerischen Gesten, aber auch auf jene leisen Momente, die nachhallen. Für Bürgermeister Michael Ritsch zeigt der Kultursommer erneut, wie vielfältig und lebendig das kulturelle Leben in Bregenz sei. Kulturstadtrat Reinhold Einwallner sieht im Motto einen Hinweis auf Augenblicke, in denen Kunst etwas in Bewegung setzt.

Mit „Moment of Impact“ eröffnet Bregenz einen Resonanzraum für die Frage, was Kunst im öffentlichen Leben bewirken kann. Die Ausstellung zu Hubert Schmalix im Magazin 4 setzt dafür einen prägnanten Auftakt.