Von Wiener Symphonikern bis Wasserball – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende in Vorarlberg alles zu erleben gibt.
In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Geschichte auf dem Fahrrad

Es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem schönen – aber nicht zu heißen – Sommertag mit dem Fahrrad durchs Land zu fahren und die Landschaft zu genießen. Wenn dabei auch noch der Kopf auf seine Kosten kommt, umso besser. Und wenn die Strecke gleichzeitig durch ein Stück Vorarlberger Geschichte führt, wird aus einer Radtour eine Reise in die Vergangenheit.
Dazu lädt am Sonntag der ehemalige Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy, ein. Um 10 Uhr startet beim Museum die Tour „Über die Grenze“. In rund zwei Stunden führt sie entlang jener Wege, auf denen einst Flüchtlinge versuchten, den Alten Rhein zu überqueren. Unterwegs hört man Geschichten von Flucht und Verfolgung, von Mut, Hilfe, schweren Entscheidungen – und vom Glück derjenigen, denen die Flucht gelang. Eine Anmeldung ist erforderlich: office@jm-hohenems.at.
Wer am Sonntag keine Zeit hat, kann sich auch selbst auf Spurensuche begeben. Entlang der Grenze – von Bregenz bis ins Montafon – erinnern seit einigen Jahren Grenzsteine mit QR-Codes an die Schicksale der Menschen, die hier einst um ihr Leben kämpften. Sämtliche 52 Geschichten lassen sich auch online unter www.ueber-die-grenze.at nachlesen und nachhören. Das Projekt verbindet die Schauplätze entlang der Radroute mit den bewegenden Lebensgeschichten der Flüchtlinge, Fluchthelfer und Menschen an der Grenze.
Falls Sie diese Orte noch nicht kennen: Steigen Sie aufs Rad. Es sind Geschichten, die lange nachwirken – und zeigen, dass Geschichte oft näher ist, als man denkt.
Tag der Wiener Symphoniker

Mein Kulturtipp der Woche führt diesmal mitten hinein in die Bregenzer Innenstadt. Wenn die Wiener Symphoniker zum Auftakt der Festspielzeit ausschwärmen, wird die Stadt für einen Nachmittag selbst zum Konzertsaal. Der „Tag der Wiener Symphoniker“ ist seit Jahren ein besonders schönes Ritual: offen, niederschwellig, festlich und bei freiem Eintritt. Seit 1946 sind die Wiener Symphoniker Orchestra in Residence der Bregenzer Festspiele. An diesem Tag zeigen sie, dass große Musik nicht nur ins Festspielhaus gehört, sondern auch auf Plätze, in Museen und mitten unter die Menschen. Am Samstag um 16 Uhr beginnt es im vorarlberg museum mit Serenadenmusik für Bläsertrio sowie einem Duo für Violine und Klavier mit Musik von Mozart, Ravel und Massenet. Um 17 Uhr zieht der Klang weiter ins Kunsthaus Bregenz, wo das Quintetto Sinfonico von Rossini bis Strauss spielt.
Ab 17.30 Uhr wird dann der Kornmarktplatz zur Hauptbühne. Dort reicht der Bogen von barocker Bläsermusik über österreichische und böhmische Klangfarben bis zu Schostakowitsch, Kurt Weill und großer Opernliteratur im jazzigen Gewand. Den Abschluss setzt Allegra Tinnefeld & Band mit Covers und eigenen Nummern. Ein Nachmittag also, der die Festspiele nicht mit großer Geste, sondern mit Nähe inoffiziell eröffnet: Musik zum Flanieren, Zuhören, Entdecken und Dableiben.
Wasser-Festspiele mit internationalen Teams

Ab ins kühle Nass, ob wettertechnisch von oben – wie prognostiziert – oder im Naturbecken der Bregenzer Badeanstalt Mili. Das gilt in erster Linie für die Wasserballer und Wasserballerinnen, die das traditionsträchtige Bad mit den so illustren Abschnittsnamen Afrika, Drachenfels und Sonnendeck, in eine Sportarena verwandeln.
Was vor knapp 30 Jahren (1997) als kleines, aber feines Turnier begann, lockt heute namhafte Prominenz an. 16 Männerteams spielen an diesem Wochenende – Samstag und Sonntag – um den prestigeträchtigen Sieg. Mit dabei sind neben Titelverteidiger SV Poseidon Hamburg auch Rekordsieger Wasserball Tirol sowie schon traditionell die Mili Allstars. Die Bedeutung und besondere Atmosphäre des Turniers sorgt internationalen Spielkalender dafür, dass selbst Teams aus London, Polytechnic Waterpolo, und erstmals auch eine Mannschaft aus Stavanger/Norwegen („Vannpoloklubb“) die weite Reise an den Bodensee angetreten haben. Gespannt darf man dem Auftritt des Gastgeberteams SPG Bregenz/Dornbirn entgegenblicken, zumal der Wasserballsport in der Landeshauptstadt, auch durch das neue Hallenbad, im Aufschwung ist. Derzeit zählt man 90 Kinder, die in fünf Altersklassen bei österreichischen Titelkämpfen antreten. Einen Weg, den auch Amelie Heidegger gegangen ist. Die Bregenzerin spielt inzwischen in der Schweiz und mit dem SC Winterthur den Vorjahrestitel beim Turnier im Mili erfolgreich verteidigen.
Das Turnier beginnt am Samstag schon um 8.30 Uhr, ehe der Tag mit der Sommernachtsparty (ab 20.15 Uhr) endet. Sonntags folgt der Finaltag, Spielbeginn ist um 9 Uhr.