So putzt sich Bregenz für die diesjährigen Festspiele heraus

VN / 19.07.2026 • 16:02 Uhr
So putzt sich Bregenz für die diesjährigen Festspiele heraus
Gabi Thomsen und Marie-Luise Müller aus Münster hätten gerne das Spiel auf dem See gesehen. Es bleibt ihnen nur ein Foto mit der Festspielbühne. Roland Paulitsch

Über 100 Millionen Euro bewegen die 80 Veranstaltungen in und um die Landeshauptstadt. Bregenz ist bereit für das Spektakel.

Bregenz “Es ist der letzte Tag, an dem sich nahezu alle Beteiligten noch eine Pause gönnen”, sagt Babette Karner, Pressesprecherin der Bregenzer Festspiele am Sonntag. Drei Tage vor Beginn des Vorarlberger Kultur-Spektakels mit aufgelegten 228.000 Tickets (inklusive Generalprobe La traviata) für fast 80 Veranstaltungen während der 80. Festspielsaison.

Tribüne gesperrt

Tatsächlich herrscht noch so etwas wie Beschaulichkeit rund um die Seebühne, die im Wechsel zwischen Niederschlag und Sonne der Dinge harrt, die da kommen. Der Zutritt zur Tribüne ist gesperrt. Was mehrere Schaulustige nicht davon abhält, durch die schmale Öffnung zwischen Info-Plakat und Tribünenpfeiler zu blicken und Bilder von der monumentalen Konstruktion des Bühnenbilds zu schießen.

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eim “Wirtshaus am See” rüstet sich Geschäftsführer Martin Rhomberg mit Tamara und 80 weiteren MitarbeiterInnen für den Ansturm zu den Festspielen. B

Das machen auch Gabi Thomsen und Marie-Luise Müller. Die beiden Freundinnen aus Münster waren ursprünglich zum Wandern nach Damüls gekommen. Seit Thomsen bei einer Durchreise durch Bregenz vor Jahren den Kopf des Rigoletto wahrgenommen hatte, “wollte ich unbedingt einmal das Spiel auf dem See erleben. Leider haben wir keine Möglichkeit, die diesjährige Aufführung zu sehen. Es gab ja keine Karten mehr”, bedauert die Touristin.

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o viel kosten Erfrischungen bei einem der Verpflegungsstände auf dem Symphonikerplatz. S

Festspiel-Flair erlebten die beiden dennoch. “Am Vortag haben wir hier so viele Jugendliche gesehen, die von einer Veranstaltung kamen”, nimmt Marie-Luise Müller Bezug auf die “Young peoples night” vom vorangegangenen Abend.

Flexibilität ist gefragt

Während die Gastro-Stände am Symphonikerplatz sich noch verlassen den Spaziergängern präsentieren, herrscht beim “Wirtshaus am See” doch schon Betrieb. “Wir haben für die Festspieltage viele Vorbestellungen, aber immer auch noch freie Plätze zur Verfügung”, berichtet Geschäftsführer Martin Rhomberg (62). Die Gästekapazität liegt bei 300 Plätzen, 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen während der Festspielzeit für das Wohl der Kundschaften. “Wir müssen flexibel sein, vor allem auch dann, wenn Regen die nicht überdachten Verabreichungsplätze nicht benutzbar machen”, führt Rhomberg aus.

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Daniel Morscher weiß, dass auch Festspielgäste gerne mit einem Elektroboot den Bodensee erkunden. Sorgen bereitet ihm der niedrige Wasserstand. Roland Paulitsch

Einen Steinwurf von ihm entfernt beim Bootsverleih blickt Besitzer Daniel Morscher (44) missmutig ins Niedrigwasser. “Wir profitieren, wenn auch nicht so stark wie andere, selbstverständlich auch von den Festspielen. Aber die Elektroboote sitzen wohl bald hier fest, wenn es nicht bald anhaltend regnet.” Bleibt für ihn neben den Tretbooten nur noch das Seetaxi, mit dem er und seine Mitarbeiter Festspielgäste von umliegenden Hotels und von Lindau zum Spiel auf den See transportiert.

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Der Bauhof Bregenz wird während der Festspielzeit wohl wieder einige Fahrten mehr durchführen als gewöhnlich. roland paulitsch

Mehr Arbeit für Bauhof

Auf einiges an Mehrarbeit in den kommenden Wochen stellt man sich auch beim Bauhof Bregenz ein. Leiter Andreas Knappitsch: “Unser Personal ist darauf vorbereitet, Seerondell, Uferpromenade, Wege vom Bahnhof in die Stadt und zum Festspielgelände verstärkt sauber halten zu müssen.” 54 MitarbeiterInnen werden das in den kommenden Wochen bewerkstelligen.

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Pressesprecherin Babette Karner berichtet von abgeschlossenen Vorbereitungsarbeiten für den Start der Festspiele. Lisa Mathis / Bregenzer Festspiele

Die reibungslose Abwicklung der Bregenzer Festspiele ist eine gemeinschaftliche Anstrengung von Land, Stadt Bregenz und den Festspielen. Babette Karner spricht von grünem Licht für Eröffnung und Premiere. “Die Organisation steht. Es kann beginnen.”

1200 Mitarbeitende und Mitwirkende aus 30 unterschiedlichen Nationen stehen für die mit 25 Millionen Euro (Jahresbudget) budgetierten Festspiele bereit. Und auch Petrus scheint zumindest zum Start kein Spielverderber zu sein. Für Mittwochabend ist mit hoher Wahrscheinlichkeit trockenes Wetter angesagt.