Schuhe, Fascinators und Festspielbier: “La Traviata” erobert die Innenstadt

Nicht nur auf der Seebühne laufen die Vorbereitungen für die Festspiele auf Hochtouren.
Bregenz Bevor eine Vorstellung beginnt, landen viele Schuhe erst einmal bei ihm. Michael Presterl vom Schuhhandwerk in der Inselstraße ist der Schuhreparateur der Bregenzer Festspiele. „Sie haben öfters Schuhe aus dem Fundus, die sie für das nächste Stück weiterverwenden“, erzählt er.


In den meisten Fällen müssen Sohlen oder Absätze erneuert, Klebearbeiten erledigt oder kleinere Schäden ausgebessert werden – und das möglichst noch am selben Tag. „Die Schuhe werden am Vormittag gebracht und können am Nachmittag schon wieder abgeholt werden“, erläutert Michael Presterl. „Für einen kleinen Handwerksbetrieb ist so ein Auftrag natürlich ein schöner Zusatzverdienst. Vor allem aber ist es für uns eine große Freude, die Schuhe der Festspiele reparieren zu können.“

Nicht nur hinter den Kulissen wird für den großen Auftritt gearbeitet. Auch die Innenstadt kleidet sich langsam, aber sicher festlich ein. Bei Da Capo in der Kaiserstraße geht es dabei besonders elegant zu. „Der ist mit echten Federn“, sagt Thomas Treffner, während er einen schwarzen Fascinator aus dem Regal nimmt.


Treffner und seine Frau betreiben schon seit Längerem ein Hutgeschäft in Feldkirch. Den Da-Capo-Shop in Bregenz haben sie vor knapp zwei Wochen eröffnet. Neben Fascinators warten Hüte oder Anstecker mit Federn auf die Besucher. „Wir wissen noch nicht, was alles kommt, aber von den Festspielen erwarten wir uns schon einiges“, berichtet der Hutexperte.


Am Mittwoch (22. Juli) werden die 80. Bregenzer Festspiele feierlich eröffnet. Die nächsten beiden Jahre steht „La Traviata“ auf dem Programm. Giuseppe Verdis Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte von Kurtisane Violetta und Alfredo im Paris des 19. Jahrhunderts.



Bei Martina Homann-Dellantonio und ihrem Mann Alex Dellantonio von Xocolat in der Kirchstraße schmeckt das nach Veilchen, Absinth, Orgeat, Fraises Chantilly oder Bitterorange. Die beiden beschäftigen sich meist schon lange im Vorfeld mit dem jeweiligen Festspielthema. Das Ergebnis ist auch heuer eine Schokoladen- und Pralinenkollektion, die zur Inszenierung auf der Seebühne passt. „Sie orientiert sich an der Atmosphäre der damaligen Zeit, der Pariser Gesellschaft, den eleganten Salons und den rauschenden Festen“, erklärt Martina Homann-Dellantonio. Dass das Veilchen eine zentrale Rolle spielt, hat nicht nur mit Violetta zu tun. „Veilchen waren im 19. Jahrhundert sowohl als Duft als auch als Blume unglaublich beliebt. Kandiert gehörten sie zu den Lieblingsnaschereien der Hautevolee“, schildert die Xocolat-Chefin.



Auch in der Konditorei Götze in der Kaiserstraße gehört die Festspieldekoration längst zur Tradition. Im Schaufenster ist das Bühnenbild der aktuellen Produktion zu sehen. Den großen Spiegel hat Gerhard Götze mit Fotos und Spiegelfolie gestaltet. Kamelienblüten sollen in den nächsten Tagen noch dazukommen. „Die Leute warten schon darauf und fragen, ob die Dekoration schon drin ist“, erzählt Carmen Götze.
Gegenüber, im La Café, kann man „La Traviata“ sogar trinken. „Das neue Festspielbier von Mohrenbräu ist leicht und erfrischend, fast wie ein Aperol. Den Leuten schmeckt es. Wir servieren es mit einer Orangenscheibe und Eiswürfeln in einem speziellen Glas“, ergänzt Betreiber Claudio Errico.


