Warum sich Frauen in Feldkirch auf Montag freuen

VN / 21.07.2026 • 13:15 Uhr
Christa Bauer, Barbara O’Connor, Elfi Furgler und Karina Rauch waren für Femail am 13. Juli vor Ort.
Christa Bauer, Barbara O’Connor, Elfi Furgler und Karina Rauch waren für Femail am 13. Juli vor Ort.Gisela Stein

Im Haus am Katzenturm treffen sich Frauen ab 60 montags bei Femail zum Projekt Femail+.

Feldkirch Nach Meinung von Barbara O’Connor von Femail sehen viele Teilnehmerinnen in den Montagstreffen einen perfekten Wochenstart: Gerade nach einem Wochenende, das in Einsamkeit verlebt wurde, tut das Treffen mit anderen Frauen gut. Kosten entstehen nicht, und eine Anmeldung braucht es auch nicht.

Jeweils einmal im Sommer und am letzten Montag vor Weihnachten trifft man sich zum gemeinsamen Frühstück. Aktuell kamen am 13. Juli 21 Frauen vorbei. Manche bringen etwas zum Frühstück mit. Erfahrungsgemäß ist genug für alle da. Diese Treffen bilden eine Plattform zum Kennenlernen von Frauen ähnlichen Alters und eventuell mit ähnlicher Lebenserfahrung. Es geht darum, sich Geschichten aus dem Leben anderer anzuhören oder andere an eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Die bevorstehende oder begonnene Pensionierung mit ihren Herausforderungen, Gesundheit im Alter, Einsamkeit oder auch Familiäres sind übliche Gesprächsinhalte.

Insgesamt 21 Frauen nutzten am 13. Juli die Gelegenheit zum gemeinsamen Frühstück.
Insgesamt 21 Frauen nutzten am 13. Juli die Gelegenheit zum gemeinsamen Frühstück.Gisela Stein

Angelika Egel, die in Tisis ein Begegnungscafé betreibt, ist eine der Frauen, die gerne zu diesen Treffs kommt. Wie sie ist auch Elisabeth Klocker regelmäßig dabei, weil es in Dornbirn kein vergleichbares Angebot gibt. Zu diesem Anlass genießt sie anschließend die Shopping- und Einkehrmöglichkeiten in Feldkirch. Myrta Grob wohnt seit 8 Jahren in Feldkirch. Die gebürtige Schweizerin mit Ausbildung als Religionslehrerin wird als Ritualleiterin bei Beerdigungen gebucht. Die 72-Jährige ist zudem als Lesepatin in Schulen aktiv und singt mit Menschen im Altenheim. Ihren Bekanntenkreis zu erweitern, ist das Ziel von Eva Winter aus Feldkirch. Die 64-Jährige ist jedes zweite Mal dabei und genießt das lockere Beisammensein. Ihre Interessen betreffen medizinische Themen und neue Behandlungsmethoden. “Sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, liegt in der Verantwortung einer jeden von uns”, ist sie überzeugt. Sie kehrte aus Lustenau nach Feldkirch zurück und fühlt sich durch diese Veranstaltungen, “die der Stadt die Anonymität nehmen”, wieder angekommen. Von der ersten Stunde an dabei ist die 75-Jährige Renate Lutz. Nach dem Durchlaufen einer dreimonatigen Fortbildung darf sie sich Femail-Botschafterin nennen. “Es ist mir als ehemalige Mitarbeiterin beim IFS und im Frauenhaus ein Anliegen, Frauen zu begleiten und zu unterstützen.”

Femail-Angebote im Schaukasten beim Sparkassenplatz
Femail-Angebote im Schaukasten beim Sparkassenplatz Gisela Stein

Als zweite Botschafterin ist Elisabeth Tomaschett anwesend. “Frauen bereden andere Themen untereinander, die im Ehealltag zu kurz kommen oder gar keinen Platz finden”, ist ihr Fazit.

Neben diesen regelmäßigen Treffs wird am letzten Montag im Monat ein Impulsvortrag angeboten. Zu interessierenden Themen werden Expertinnen als Referentinnen eingeladen. Sie vertiefen wesentliche Grundlagen. Geht es z. B. um Wechseljahre, erklärt eine Frauenärztin wichtige Zusammenhänge. Steht Sicherheit im Fokus, werden von einem Polizisten relevante Tipps vermittelt.

Das Buffet zum gemeinsamen Frühstück auf dem Frauentreff am 13. Juli ist reichhaltig.
Das Buffet zum gemeinsamen Frühstück auf dem Frauentreff am 13. Juli ist reichhaltig.Gisela Stein

Dass es eine Beratungsstelle für Frauen braucht, zeigte sich bereits 1993 in der Studie “Frau sein in Vorarlberg”. Damals sahen 58 Prozent der Vorarlbergerinnen die Notwendigkeit, und schon 1994 wurde Femail gegründet. Das im ersten Jahr vom Kanzleramt, der Stadt Feldkirch und der Gemeinde Nenzing geförderte Projekt Femail+ startete dann im Januar 2024. Seither wurden montags rund 600 Besuche pro Jahr gezählt, sodass das von Femail finanzierte Projekt weiterhin von der Stadt Feldkirch gefördert wird.

Das gesamte Angebot von Femail ist z. B. im Schaukasten bei der Unterführung zum Sparkassenplatz in der Innenstadt zu sehen. Hier kann sich jeder oder jede einen Eindruck verschaffen. GIS