Eine Brandruine und Millionenschaden in Dornbirn: Wie es nun weitergeht

Ein Brand zerstörte am Dienstag ein Geschäftshaus in der Dornbirner Innenstadt. Der wirtschaftliche Eigentümer Bernhard Ölz (Prisma) zum Stand der Dinge und über die Zukunftsmusik.
Dornbirn Bernhard Ölz ist Mehrheitsaktionär der Prisma Holding AG und wirtschaftlicher Eigentümer des 156 Jahre alten Hauses in der Dornbirner Marktstraße, das in der Nacht auf Dienstag durch einen Brand zerstört wurde.

“Erst mal verarbeiten”
Und er hat in den vergangenen Nächten schlecht geschlafen. “Das muss man erst mal verarbeiten. Ich wurde am Dienstagmorgen um 6.15 aus dem Schlaf gerissen und über den Brand informiert. Sofort eilte ich hin und wollte als Erstes wissen, ob Menschen zu Schaden kamen. Das war nicht der Fall, und es hat mich unglaublich erleichtert. Denn Materialschaden kann man ersetzen, Menschen nicht”, so Ölz am Donnerstag beim Lokalaugenschein mit den VN in der Brandruine.

“Superarbeit der Feuerwehr”
Überhaupt spricht der Prisma-CEO von einem “Riesenglück, das kein Inferno ausbrach.”- auch angesichts des Schadens, der laut ihm über einer Million, aber bei Weitem unter zehn Millionen Euro liegt. Die genaue Schadenshöhe müsse erst noch eruiert werden. Und Brandermittler suchen immer noch nach der Ursache.

“Aber wenn man sich vor Augen hält, wie nahe die Nachbargebäude am Brandobjekt angrenzen, kann man von Glück sagen, dass das Feuer nicht auf die anderen Häuser übergegriffen hat. Das war eine Superarbeit der Feuerwehr, die bereits sechs Minuten nach der Alarmierung mit über hundert Leuten angerückt war.” Ein weiterer Glücksfaktor war, dass ruhige Windverhältnisse herrschten und die Flammen nicht auf andere Objekte geweht wurden.

Ein Blick von außen und innen zeigt, wie hoch das Schadensausmaß ist. Die Geschosse sind zerstört, und überall liegen nach Brandgeruch stinkende Trümmer. Vor allem im Dachbodenbereich, wo die Sonne zwischen den verkohlten Dachbalken durchscheint. Tonnen von Dachziegeln müssen entsorgt werden.

Doch Mario Lampl von der Firma, die den Brandschutt beseitigt und anschließend bei Loacker entsorgt, verneint eine Einsturzgefahr durch das Zerbrechen der Balken: “Holz ist geduldig”, begründet er.

Ein Dutzend behelmter Bauarbeiter mit Schutzmasken, Motorsägen, Pickeln und Schaufeln arbeiten im Akkord. Denn Eile ist geboten, und man hofft, die Arbeit bis Freitagabend beendet zu haben.

Durch Versicherung gedeckt
Mittlerweile haben Sachverständige und Gutachter der Versicherung die Brandruine besichtigt. Alles an Schäden ist durch Versicherung gedeckt, betont Ölz.

Nun stellt sich die Frage, ob das Gebäude abgerissen werden muss oder doch noch restauriert werden kann. Das könne zum derzeitigen Stand noch nicht beantwortet werden, aber: “Je nach Version hoffen wir, dass das Haus in zwei Jahren wieder steht”, sagt Ölz. Jetzt ginge es zunächst um Schadensminderung.

“Zum Stadtbild passen”
Dabei gibt es für ihn eine wichtige Prämisse: “Das zukünftige Objekt soll als hochwertiges Stadthaus wieder ins Stadtbild passen und sich dann möglichst so wie vor dem Brand präsentieren. Und zwar nach modernstem Standard. Da sind uns die Stadtplaner behilflich. Aber ein Wohnblock oder Ähnliches an dieser Stelle kommt für mich nicht in Frage”, stellt er deutlich klar. Das Erdgeschoss soll erneut dem Handel und Gewerbe dienen.

So wünsche man sich etwa, dass das Modegeschäft “Monari”, das noch im aufrechten Mietverhältnis steht und derzeit in ein anderes Quartier ausweicht, wieder einzieht. In den übrigen Geschossen könne man sich Büros vorstellen, aber auch Wohnungen. Jene Person, die im zweiten Geschoss wohnte, habe sich gerade im Umzug befunden.