Neue Erkenntnisse nach Knochenfund in Nenzing

Bei den Bauarbeiten in Nenzing kommen immer mehr Funde ans Licht. Die Untersuchungen sind noch längst nicht abgeschlossen.
Nenzing Im Zuge der Bauarbeiten zum Ausbau des Nahwärmenetzes wurden menschliche Knochen gefunden. Nun gibt es neue Erkenntnisse: Laut Bundesdenkmalamt wurden bislang mindestens 16 Bestattungen sowie Gebäudereste in Form von Mauerstrukturen, Estrichen und Steinpflasterungen entdeckt.

„Die Bestattungen lassen sich zeitlich noch nicht einordnen. Bislang wurden keine Grabbeigaben entdeckt“, informiert Stefan Gron vom Bundesdenkmalamt. Es seien noch weitere Untersuchungen nötig, etwa anthropologische Untersuchungen, die die Anzahl, das Alter und das Geschlecht der Individuen bestimmen. Auch 14C-Datierungen ausgewählter Skelette werden vorgenommen, um das Alter der Knochen herauszufinden.
Ein Blick auf die Vorgängerkirche
Dass ausgerechnet bei der Kirche Knochen entdeckt wurden, könnte mit einer Vorgängerkirche zusammenhängen. Kirchen wurden in der Vergangenheit oft an derselben Stelle errichtet wie ihre Vorgängerbauten. Die Kirche in Nenzing ist dafür ein gutes Beispiel. Die ältesten Spuren einer Vorgängerkirche reichen bis in das 5. oder 6. Jahrhundert n. Chr. zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wird eine Vorgängerkirche im 9. Jahrhundert n. Chr. 1633 zerstörte ein großer Brand die Kirche sowie große Teile von Nenzing.

Friedhöfe befinden sich meistens in unmittelbarer Nähe einer Kirche. „Wie die neu entdeckten Bestattungen in möglichem Zusammenhang mit Vorgängerbauten der Kirche stehen, ist noch Gegenstand der Untersuchungen“, teilt Gron auf VN-Anfrage schriftlich mit.

Keine Prognose, wann Bauarbeiten weitergehen können
Die archäologischen Ausgrabungen werden baubegleitend fortgesetzt. Es sei durchaus möglich, dass weitere Bestattungen oder bauliche Strukturen entdeckt werden. „Es kann momentan noch kein Termin genannt werden, wann die Baumaßnahmen uneingeschränkt weiterlaufen können“, so Gron. Generell seien derzeit in Vorarlberg trotz zunehmender Bautätigkeit nicht außergewöhnlich viele archäologische Untersuchungen im Gange.

Wichtig sei, dass archäologische Funde auf Baustellen umgehend dem Bundesdenkmalamt gemeldet werden. „Wir unterstützen in allen Fällen die Eigentümer der Grundstücke und die ausführenden Baufirmen in fachlicher Hinsicht und stellen dadurch sicher, dass allfällige Bauarbeiten trotz der archäologischen Funde zügig umgesetzt werden können“, betont Gron.
