Große Pläne: Wie Samina Rehmann der Bregenzer Oberstadt neues Leben einhauchen will

Ein Boutique-Hotel mit zwölf Zimmern und ein Tante-Emma-Laden sollen die historische Oberstadt aus dem Dornröschenschlaf wecken.
Bregenz Die Bregenzer Oberstadt zählt zu den geschichtsträchtigsten Orten Vorarlbergs. Kopfsteinpflaster, denkmalgeschützte Häuser und der Martinsturm prägen das Bild. Doch abseits der Festspielzeit kehrt in den engen Gassen oft Ruhe ein. Für Projektentwicklerin Samina Rehman ist die Belebung der wunderschönen Oberstadt so etwas wie eine Liebeserklärung. Nach der Eröffnung des Cafés “Salut” investiert sie nun gleich in zwei weitere Projekte: ein Boutique-Hotel mit zwölf Zimmern und einen kleinen Tante-Emma-Laden mit dem klingenden Namen “Bonjour”. Beide nur wenige Schritte voneinander entfernt.

Besondere Energie
“Die Oberstadt ist verwunschen, zauberhaft ruhig und hat eine ganz besondere Energie”, sagt Rehman. Für sie sei Bregenz eine außergewöhnliche Kombination aus Bergen, See und historischem Stadtkern. “Es fühlt sich fast wie ein kleines Fischerdorf an.”

Hier soll der Tante-Emma-Laden eröffnen – genau dort, wo sich früher bereits ein kleiner Konsum befand. Der Verkaufsraum umfasst rund 30 Quadratmeter, davor entsteht ein kleiner Vorplatz. Morgens sollen hier frische Backwaren, Croissants, Kaffee sowie Produkte des täglichen Bedarfs angeboten werden.
Kaffee trinken, lesen, genießen
Gedacht ist der Laden nicht nur für Hotelgäste. Vielmehr soll er auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der Oberstadt einen neuen Treffpunkt bieten. “Ich wünsche mir einen Ort der Begegnung. Einen Platz, an dem sich Einheimische treffen, Gäste willkommen sind und Menschen miteinander ins Gespräch kommen.”

Umbau in denkmalgeschütztem Haus
Eine Straße weiter entsteht das Boutique-Hotel in einem denkmalgeschützten Gebäude. Der Baustart ist – abhängig von den Genehmigungen – für November geplant, die Eröffnung im Herbst 2027. Auf drei Stockwerken mit jeweils rund 100 Quadratmetern entstehen zwölf Zimmer. Im Erdgeschoss ist eine offene Lobby vorgesehen. “Ein klassisches Hotelrestaurant wird es nicht geben, denkbar sind aber kleinere Pop-up-Veranstaltungen oder kulinarische Angebote wie Toasts, Quiche oder Tarte”, so die Eigentümerin.


Trotz der modernen Nutzung soll das historische Gebäude seinen Charakter behalten. Die derzeit cremefarbene Fassade mit den blauen Fensterläden werde behutsam erneuert. “Wir möchten so viel wie möglich erhalten. Das Haus soll so wirken, als wäre es schon immer Teil der Oberstadt gewesen.”



Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Denkmalschutz. Für Rehman ist dieser jedoch kein Hindernis. “Wenn Bundesdenkmalamt, Stadt, Architekten und Bauherrschaft offen miteinander kommunizieren, kann etwas sehr Schönes entstehen.”

Vom Geheimtipp zum Hotspot
Ein Stück weit erfüllt das bereits heute das Café Salut. Vor allem während der Festspielzeit sitzen dort Gäste und Einheimische gemeinsam unter dem großen Amberbaum am Martinsturm. Für Rehman ist genau diese Atmosphäre das größte Potenzial der Oberstadt. “Hier gibt es Geschichte, Gastfreundschaft und eine Seele. Das spüren die Menschen.”

Über die Höhe der Investitionssumme möchte sie nicht sprechen. Klar ist jedoch: Es handelt sich um ein umfangreiches Projekt in siebenstelliger Höhe. Für Rehman steht dabei nicht allein die wirtschaftliche Seite im Vordergrund. Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie und sieht ihre Aufgabe vor allem darin, Orte zu schaffen, um Menschen zu verbinden.
Ein schönes Stück Geschichte
Ob man in einigen Jahren sagen werde, sie habe die Oberstadt neu belebt? Rehman lächelt. “Das wäre natürlich sehr schön.” Ihr Ziel sei es jedenfalls, historische Gebäude mit neuem Leben zu füllen – ohne ihre eigene Geschichte dabei zu verlieren. “Die Oberstadt ist ein magischer Kraftort – das war immer schon so”, weiß Rehman.