Große Pläne: Wie Samina Rehmann der Bregenzer Oberstadt neues Leben einhauchen will

VN / 30.07.2026 • 15:23 Uhr
Große Pläne: Wie Samina Rehmann der Bregenzer Oberstadt neues Leben einhauchen will
Bald beginnen die Bauarbeiten für das Boutique-Hotel in der Oberstadt. Alexandra Serra

Ein Boutique-Hotel mit zwölf Zimmern und ein Tante-Emma-Laden sollen die historische Oberstadt aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Bregenz Die Bregenzer Oberstadt zählt zu den geschichtsträchtigsten Orten Vorarlbergs. Kopfsteinpflaster, denkmalgeschützte Häuser und der Martinsturm prägen das Bild. Doch abseits der Festspielzeit kehrt in den engen Gassen oft Ruhe ein. Für Projektentwicklerin Samina Rehman ist die Belebung der wunderschönen Oberstadt so etwas wie eine Liebeserklärung. Nach der Eröffnung des Cafés “Salut” investiert sie nun gleich in zwei weitere Projekte: ein Boutique-Hotel mit zwölf Zimmern und einen kleinen Tante-Emma-Laden mit dem klingenden Namen “Bonjour”. Beide nur wenige Schritte voneinander entfernt.

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Samina Rehman sitzt entspannt vor ihrer neu gemieteten Immobilie, dem “Bonjour”. Alexandra Serra

Besondere Energie

“Die Oberstadt ist verwunschen, zauberhaft ruhig und hat eine ganz besondere Energie”, sagt Rehman. Für sie sei Bregenz eine außergewöhnliche Kombination aus Bergen, See und historischem Stadtkern. “Es fühlt sich fast wie ein kleines Fischerdorf an.”

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Hier, im ehemaligen Konsum, entsteht der Tante-Emma-Laden, den Rehman angemietet hat.Alexandra Serra

Hier soll der Tante-Emma-Laden eröffnen – genau dort, wo sich früher bereits ein kleiner Konsum befand. Der Verkaufsraum umfasst rund 30 Quadratmeter, davor entsteht ein kleiner Vorplatz. Morgens sollen hier frische Backwaren, Croissants, Kaffee sowie Produkte des täglichen Bedarfs angeboten werden.

Kaffee trinken, lesen, genießen

Gedacht ist der Laden nicht nur für Hotelgäste. Vielmehr soll er auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der Oberstadt einen neuen Treffpunkt bieten. “Ich wünsche mir einen Ort der Begegnung. Einen Platz, an dem sich Einheimische treffen, Gäste willkommen sind und Menschen miteinander ins Gespräch kommen.”

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So soll das fertige “Bonjour” aussehen. Michael Sohm

Umbau in denkmalgeschütztem Haus

Eine Straße weiter entsteht das Boutique-Hotel in einem denkmalgeschützten Gebäude. Der Baustart ist – abhängig von den Genehmigungen – für November geplant, die Eröffnung im Herbst 2027. Auf drei Stockwerken mit jeweils rund 100 Quadratmetern entstehen zwölf Zimmer. Im Erdgeschoss ist eine offene Lobby vorgesehen. “Ein klassisches Hotelrestaurant wird es nicht geben, denkbar sind aber kleinere Pop-up-Veranstaltungen oder kulinarische Angebote wie Toasts, Quiche oder Tarte”, so die Eigentümerin.

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Samina Rehman hat vor ihrem Hotel einen Glücksbringer aus Pakistan angebracht. Dort hat die Unternehmerin ihre Wurzeln. Alexandra Serra
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Das Boutique-Hotel soll im Herbst 2027 fertig sein. Samina Rehman

Trotz der modernen Nutzung soll das historische Gebäude seinen Charakter behalten. Die derzeit cremefarbene Fassade mit den blauen Fensterläden werde behutsam erneuert. “Wir möchten so viel wie möglich erhalten. Das Haus soll so wirken, als wäre es schon immer Teil der Oberstadt gewesen.”

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Im Innenbereich des Hauses ist viel zu tun. Alexandra Serra
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Samina Rehman lehnt am denkmalgeschützten Stiegengeländer. Alexandra Serra
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Die Bauherrin zeigt den lichtdurchfluteten Dachstuhl. Alexandra Serra

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Denkmalschutz. Für Rehman ist dieser jedoch kein Hindernis. “Wenn Bundesdenkmalamt, Stadt, Architekten und Bauherrschaft offen miteinander kommunizieren, kann etwas sehr Schönes entstehen.”

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Café Salut am Fuße des Martinsturms in der Bregenzer Oberstadt. Othmar Heidegger

Vom Geheimtipp zum Hotspot

Ein Stück weit erfüllt das bereits heute das Café Salut. Vor allem während der Festspielzeit sitzen dort Gäste und Einheimische gemeinsam unter dem großen Amberbaum am Martinsturm. Für Rehman ist genau diese Atmosphäre das größte Potenzial der Oberstadt. “Hier gibt es Geschichte, Gastfreundschaft und eine Seele. Das spüren die Menschen.”

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Zwischen Gastlichkeit und Geschichte. Othmar Heidegger

Über die Höhe der Investitionssumme möchte sie nicht sprechen. Klar ist jedoch: Es handelt sich um ein umfangreiches Projekt in siebenstelliger Höhe. Für Rehman steht dabei nicht allein die wirtschaftliche Seite im Vordergrund. Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie und sieht ihre Aufgabe vor allem darin, Orte zu schaffen, um Menschen zu verbinden.

Ein schönes Stück Geschichte

Ob man in einigen Jahren sagen werde, sie habe die Oberstadt neu belebt? Rehman lächelt. “Das wäre natürlich sehr schön.” Ihr Ziel sei es jedenfalls, historische Gebäude mit neuem Leben zu füllen – ohne ihre eigene Geschichte dabei zu verlieren. “Die Oberstadt ist ein magischer Kraftort – das war immer schon so”, weiß Rehman.